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Prix Courage 2002
Kandidaten Christof Jeckelmann und Heinz Zobrist
...verzichteten für ein Menschenleben auf den Gipfel.

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Shisha Pangma, die Göttin über den Weiden, im Himalaja, 8013 Meter hoch. Ein Bubentraum war es, monatelang haben sich die beiden intensiv auf den Berg vorbereitet: Heinz Zobrist, 45, Ausbildungsberater aus Cham ZG, Christof Jeckelmann, 36, Geologe aus Zürich. Beide sind passionierte Bergsteiger. Im Frühjahr 2001 wollen sie einen Traum wahr machen. Als Mitglieder zweier verschiedener Schweizer Expeditionen mit dem gleichen Ziel wissen sie nichts voneinander, als sie Richtung Tibet abreisen.
Mittwoch, 23. Mai – alles stimmt: das Wetter, die psychische Verfassung, die Kraft. Auf 7000 Metern starten sie zum lang ersehnten Gipfel. Jede Bewegung ist mühsam, jeder geht für sich, achtet kaum auf die anderen. «Du überlegst nur: Woher nehme ich die Kraft für den nächsten Schritt?», sagt Jeckelmann.
Kurz nach dem Start das Aus: Ein chinesischer Bergsteiger leidet an einem Lungenödem, der Mann kämpft um sein Leben. Drei Schweizer Alpinisten schleppen ihn ein Stück weit herunter, dann geben sie auf. Heinz Zobrist und Christof Jeckelmann stehen als Einzige vor der Frage: «Bringen wir den Chinesen weiter runter und verzichten damit auf den Gipfel, für den wir so viel getan haben?»
Andere Bergsteiger gehen wortlos an ihnen vorbei – dem Gipfel entgegen. Der Egoismus siegt über die Moral – so lautet das ungeschriebene Gesetz in diesen Höhen. Doch Jeckelmann und Zobrist stellen das Leben eines Menschen über ihren Traum: Sie steigen ab. Der Chinese wird auf einem improvisierten Schlitten durch den tiefen Schnee abtransportiert. Für 100 Meter braucht das Trio nicht weniger als zwei Stunden.
«Es war eine der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens», gesteht Zobrist; ein «emotionales Erdbeben», sagt Jeckelmann. Die beiden haben gezeigt, dass man auch 7000 Meter über Meer die moralisch richtige Entscheidung treffen kann.
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© Beobachter Ausgabe 26 vom 21. Dez 2001 - Alle Rechte vorbehalten


