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Prix Courage 2003
Kandidaten IKRK-Team Bagdad
Roland Huguenin-Benjamin und sein Team harrten während des Irakkriegs in Bagdad aus und leisteten trotz ständigem Bombenhagel Hilfe.

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Die Granate des US-Panzers reisst drei Fernsehjournalisten in den Tod. Bis zu diesem Dienstag, dem 8. April 2003, galt das Hotel Palestine mitten in Bagdad als sicherer Ort: Hier sind Medienleute aus aller Welt untergebracht. Roland Huguenin-Benjamin,
48, hat Riesenglück. Fünf Minuten zuvor hat der Presseverantwortliche des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in unmittelbarer Nähe des Einschlags ein Interview gegeben.
Während seines Einsatzes in Bagdad leistet Roland Huguenin-Benjamin einen wichtigen Beitrag an die weltweite Berichterstattung. Er hat in Beirut Arabistik studiert und lebt seit rund 20 Jahren in der arabischen Welt. Während des Krieges gibt er TV-Interviews in Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch.
Die fünf anderen Angehörigen des IKRK-Teams sind für Kriegsgefangene zuständig, leisten medizinische Hilfe und reparieren die Strom- und Wasserversorgung. Dies erfordert auch Autofahrten durch Bagdad, wo Tag und Nacht Bomben einschlagen und der Strassenkampf tobt.
Kurz vor Kriegsende trifft das Team ein harter Schicksalsschlag: Der kanadische IKRK-Delegierte Vatche Arslanian gerät in ein Feuergefecht und stirbt. «Die Schiesserei dauerte fünf Stunden. So lange konnten wir ihn nicht einmal suchen», erzählt Markus Dolder, 56, Delegationsleiter und zweiter Schweizer im Team. «Vatches Tod hat uns tief erschüttert. Ausgerechnet diesen lieben Kollegen, der nie unnötige
Risiken eingegangen ist, hat es getroffen», sagt Roland Huguenin-Benjamin mit bewegter Stimme.
Trotz Lebensgefahr dachte keiner der IKRK-Leute je daran, Bagdad zu verlassen. «Die Genfer Konvention legt unsere Pflichten fest – das ist für uns massgebend», sagt Dolder. Und er mahnt, die rund 80 Iraker nicht zu vergessen, die trotz Krieg fürs IKRK arbeiteten. Alle hätten fast Übermenschliches geleistet. «Wochenlang haben wir von morgens acht Uhr bis zum andern Morgen um zwei durchgearbeitet. Wir sind kaum aus unseren Kleidern gekommen.»
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© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten


