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Prix Courage 2009
Kandidatin Marisa Pralong
In einem Zeitungsartikel liess sich Marisa Pralong pointiert gegen die Ausweitung der Sonntagsverkäufe zitieren. Wenige Wochen später erhielt sie die Kündigung – explizit begründet mit ihren Aussagen in der Zeitung.
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In der Debatte um verlängerte Ladenöffnungszeiten während der Weihnachtszeit kamen in der Genfer Lokalpresse im Herbst 2008 fast nur Arbeitgeber zu Wort. Voller Ärger darüber schrieb die Manor-Verkäuferin Marisa Pralong einem Journalisten der «Tribune de Genève» eine E-Mail und berichtete detailliert von den Arbeitsbedingungen im Warenhaus: Verkäuferinnen wurden über Wochen angehalten, weniger als vereinbart zu arbeiten. Um die vertragliche Arbeitszeit doch noch zu erreichen, müssten sie im Dezember wohl oder übel viel mehr arbeiten als üblich. Keine Rede also davon, dass Angestellte freiwillig abends und sonntags arbeiten würden.
Ihre Äusserungen führten zu einem Bericht in der «Tribune de Genève» vom 24. Dezember 2009, in dem Pralong – ohne Nennung ihres Arbeitgebers – pointiert gegen die Ausweitung der Sonntagsverkäufe zitiert wurde. Wenige Wochen später erhielt sie die Kündigung – explizit begründet mit ihren Aussagen in der Zeitung.
Im Einsatz für die Angestellten
Das Engagement der 43-Jährigen war Manor offensichtlich schon länger ein Dorn im Auge. Sie gehörte als von der Gewerkschaft Unia gewählte Delegierte bereits seit drei Jahren einer paritätischen Kommission an und engagierte sich in diesem Gremium für bessere Arbeitsbedingungen des Personals sowie gegen eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten in der Weihnachtszeit.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Das für kollektive Arbeitsbeziehungen zuständige Gericht verfügte zwar, Manor müsse die Verkäuferin wieder einstellen. Doch Manor hat den Entscheid angefochten.
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© Beobachter Ausgabe 17 vom 19. Aug 2009 - Alle Rechte vorbehalten



