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Prix Courage 2005
Kandidat Max Döbeli
Der Mühlenangestellte in Villmergen AG deckte einen Betrug seines Chefs auf.

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Für die Experten im kantonalen Laboratorium in Aarau steht bald einmal fest: Mit herkömmlichen Methoden sind die Anschuldigungen, die Max Döbeli gegen seine ehemalige Arbeitgeberin erhebt, nicht zu überprüfen. Der gelernte Koch aus Seon behauptet, dass bei der Mühle Dambach AG in Villmergen konventionell angebauter Hafer als Bioflocken verkauft werde. Wegen des aufwändigen Verarbeitungsprozesses, den die Flocken durchlaufen, lässt sich aber im Labor zwischen konventionellen und biologischen Flocken kein Unterschied mehr ausmachen.
Döbeli lässt sich jedoch nicht entmutigen: Er beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren, und schreibt in seinen Arbeitspausen die Waagbücher ab, in denen die angelieferten Mengen und Qualitäten aufgelistet sind. Dabei findet er seinen Verdacht bestätigt: Längst nicht überall ist Bio drin, wo Bio draufsteht. Biologischer Hafer wird nämlich nur während weniger Tage pro Monat verarbeitet. In der übrigen Zeit füllt man die Tüten für die angeblich biologischen Flocken mit konventionellem Hafer.
Allein zwischen Januar und April 2004, so stellt Max Döbeli fest, gelangen rund 120'000 falsch deklarierte Packungen Cerealien in die Verkaufsregale. «Das ist doch einfach Betrug am Kunden», ärgert er sich. Seine Intervention beim zuständigen Betriebsleiter trägt Döbeli aber nicht etwa Lob, sondern die Kündigung ein.
Den Biobetrug in der Mühle Dambach kann erst der Untersuchungsrichter endgültig nachweisen: Durch die von Max Döbeli gesammelten Fakten in die Enge getrieben, legt der Betriebsleiter schliesslich ein Geständnis ab und wird zu einer Busse von 10'000 Franken verknurrt.
Die Mühle selber kommt mit einem blauen Auge davon: Sie muss der Branchenorganisation Bio Suisse eine Konventionalstrafe von 10'000 Franken bezahlen und wird künftig strenger kontrolliert.
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© Beobachter Ausgabe 19 vom 15. Sep 2005 - Alle Rechte vorbehalten


