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Prix Courage 2003

Prominente antworten auf Fragen zu ihrer Courage

Text:
  • Matieu Klee
Ausgabe:
20/03

An der Galafeier des Prix Courage wollte es der Beobachter wissen: Was hat die prominenten Gäste in ihrem Leben Mut gekostet?

Was braucht mehr Mut: den musikalischen Stil zu ändern oder der nächste Auftritt?
Sina, Sängerin: «Auf die Bühne zu gehen ist wie ein freudiges Kribbeln. Trotzdem ist es schwieriger, denn es gibt immer wieder Überraschungen, die mich herausfordern. Für ein musikalisches Konzept hingegen kann ich mir Zeit nehmen.»
          

Was brauchte mehr Mut: zuzugeben, dass Sie ein Computermuffel sind – oder der Abbruch des Studiums?
Patrick Rohr, «Quer»-Moderator: «Es war für mich ein grosser Schritt, das Studium für etwas so Unsicheres wie den Journalismus hinzuschmeissen.»

Was war mutiger: die Wahl zum Bundesrat anzunehmen – oder gegen Neonazis zu demonstrieren?
Otto Stich, Alt Bundesrat: «Beides war selbstverständlich und hat mich nicht viel Mut gekostet. Wenn man allerdings das Amt eines Bundesrats annimmt, muss man sich bewusst sein, dass man nicht allen passt.»

 

Was war mutiger: zum WWF zu gehen oder eine eigene Firma zu gründen?
Carol Franklin, Ex-WWF-Geschäftsleiterin: «Beides brauchte keinen Mut. Doch als Selbstständige gibt man Sicherheiten auf – man kann plötzlich Existenzängste haben.»

 

Was war mutiger: als Datenschützer mehr Kompetenzen zu fordern – oder der Politik den Rücken zu kehren?
Hanspeter Thür, Datenschützer: «Mich aus der Politik zu verabschieden war mutiger. Ich verliess eine Szene mit interessanten Leuten – ein schwieriger Abschied.»


Was kostete mehr Mut: zum 163. Mal mit demselben Programm aufzutreten oder ein Jahr Bühnenpause einzulegen?
Franz Hohler, Kabarettist: «Ich muss nicht unbedingt 163-mal auf der Bühne stehen. Deshalb habe ich meine Bühnenpause bereits um ein halbes Jahr verlängert.»

 

Was ist mutiger: das Leben nicht zu planen oder als junge Mutter das Amt einer Nationalrätin anzunehmen?
Ursula Wyss, SP-Nationalrätin: «Mut gekostet hat keines von beidem. Doch gibt es viele Entscheide, deren Folgen man nicht abschätzen kann. Man denkt erst im Nachhinein: Das war ganz schön mutig.»

 

Was war mutiger: Ein Mädchen zu retten – oder beim Prix Courage auf die Bühne zu treten?
Siegfried Gufler, Prix-Courage-Publikumspreis 2002: «Der Sprung ins kalte Wasser war spontan. Beim Prix Courage hatte ich mehr Zeit, um nervös zu werden.»
          
Was war mutiger: für die Verkehrshalbierungs-Initiative ein- oder aus der Kirche auszutreten?
Ernst Leuenberger, SP-Ständerat: «Als gewählter Ständerat für eine solch utopische Initiative einzutreten hat mehr Mut gefordert. Als ich hingegen als 20-Jähriger aus der Kirche austrat, wurden noch nicht all meine Schritte beobachtet.»
          
Waren Sie mutiger, als Sie für den Bundesrat kandidierten – oder als Sie mit dem Rauchen aufhörten?
Cécile Bühlmann, Grüne Nationalrätin: «Die Kandidatur braucht Mut. Ich wusste nicht, ob ich nicht verrissen würde.»
          
Was war mutiger: zum ersten Mal auf Sendung zu gehen oder bei der «Glückskette» ein Hilfsprojekt abzulehnen?
Roland Jeanneret, Radiomoderator: «Ich war sehr aufgeregt, als ich zum ersten Mal am Mikrofon sass. Aber es ist viel schwieriger, ein gut gemeintes Projekt abzulehnen.»
          
Waren Sie mutiger, als Sie auf der Jagd einen Fuchs erlegten – oder als Sie in den siebziger Jahren zum «Blick» wechselten?
Karl Lüönd, Publizist: «Als ich zum ‹Blick› wechselte, brauchte ich mehr Mut. Meine Mutter schämte sich sogar kurze Zeit für mich.»

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© Beobachter Ausgabe 20 vom 03. Okt 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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