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Prix Courage 2006
Mutige Angestellte und ein Lebensretter ausgezeichnet
Der mit 25'000 Franken dotierte Prix Courage 2006 geht an Lukas Klauser und Philip Lechner. Den Check über 10'000 Franken für den Gewinner des Publikumspreises konnte der 13-jährige Schüler Daniel Bürkli aus Au ZH entgegennehmen.
Nebenartikel
Lukas Klauser und Philip Lechner waren im Frühling 2006 von einer Temporärfirma angestellt worden, um beim renommierten Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen AG einen ausgedienten Versuchsreaktor zurückzubauen. Als sie dabei auf Asbest stiessen, machten sie mehrere Vorgesetzte auf den gesundheitsgefährdenden Stoff aufmerksam, wurden aber immer wieder abgewimmelt.
Erst zwei Wochen nach Klausers und Lechners Entdeckung wurde die Baustelle geschlossen, auf eine - gesetzlich vorgeschriebene - Meldung des Asbestfunds verzichtete die Bauleitung. Die Belastung durch die gefährlichen Fasern wurde erst auf Drängen des Anwalts der beiden Angestellten untersucht - mit einem erschreckenden Resultat: Eine Messung ergab bis zu 66,2 Millionen Fasern pro Kubikmeter Luft, der Grenzwert liegt bei 10'000 Fasern.

Die Jurypreisträger Philip Lechner (l.) und Lukas Klauser
Von da an arbeiteten die Angestellten beim Rückbau unter Schutzmassnahmen. Lukas Klauser und Philip Lechner waren jedoch nicht mehr dabei: Das Temporärbüro hatte den beiden aufmerksamen und hartnäckigen Angestellten gekündigt, obschon sie mit ihrem Einsatz möglicherweise die Gesundheit von zahlreichen Kollegen gerettet hatten.
Die Geschichte der beiden Preisträger sei «ein Fall, wie er in der heutigen, auf reibungslose Effizienz getrimmten Arbeitswelt leider immer wieder oder vielleicht sogar immer mehr vorkommt und wie er eigentlich nicht vorkommen dürfte», sagte Jurypräsident Franz Hohler in seiner Laudatio. Aus diesem Grund habe die Jury mit der Vergabe des Preises an die beiden mutigen Angestellten ein Zeichen setzen wollen.
Ein Zeichen setzten auch die Leserinnen und Leser des Beobachters sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer der Fernsehsendung «Quer». Sie zeichneten den 13-jährigen Daniel Bürkli aus Au ZH für seinen mutigen und überlegten Einsatz mit dem mit 10'000 Franken dotierten Publikumspreis aus. Daniel Bürkli ist damit der jüngste Gewinner in der nunmehr neunjährigen Geschichte des Prix Courage.

Der Publikumspreisträger Daniel Bürkli
Der Schüler wurde am 8. Dezember 2005 im Bahnhof von Horgen Zeuge eines Angriffs, bei dem ein Mann mit einem Messer auf einen anderen Mann einstach. Obschon rund 30 Erwachsene den Vorfall beobachteten, griff der Schüler als einziger ein. Er rannte zum stark blutenden Mann, half ihm wieder auf die Beine und brachte ihn zum Arzt. Dies rettete dem Opfer vermutlich das Leben.
Vor rund 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien konnten die drei Preisträger auch die Glückwünsche und Anerkennung von alt Bundesrat Adolf Ogi entgegennehmen.
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