Stichworte
Prix Courage
«Das ist doch der junge Mann...»
Die Leserschaft des Beobachters verlieh 2006 Daniel Bürkli den Publikumspreis. Bereits einen Tag später hat er erfahren, was es heisst, ein Promi zu sein.
Artikel zum Thema
Kaum hatte Daniel Bürkli, damals 13, an der letzten Prix-Courage-Gala den mit 10'000 Franken dotierten Publikumspreis entgegengenommen, sorgte er auch schon für Heiterkeit. «9000 Franken kommen auf die Bank, für den Rest kaufe ich mir Profi-Fussballschuhe», erklärte der Kicker des FC Red Star Zürich der Fernsehmoderatorin Mona Vetsch.
Tags darauf begrüsste ihn der Verkäufer im Fussball Corner Oechslin in Zürich mit den Worten: «Auch Profischuhe kosten bei uns nicht 1000 Franken.» Aber sie sind erst ab Grösse 38 erhältlich. Daniel musste noch ein halbes Jahr wachsen.
«Etwas peinlich wars schon»
Einige Mitreisende im Zug nach Zürich hatten die Fernsehübertragung des Prix Courage auch gesehen. «Das ist doch der junge Mann vom Fernsehen von gestern.» - «Richtig, der hat einem Verletzten am Bahnhof Horgen geholfen.» - «Ja, der hats verdient.» Und schon drückten sie ihm die Hand und gratulierten ihm. «Etwas peinlich wars schon», bekennt Daniel.
Schlag auf Schlag ging es weiter. Lehrer und Schulkollegen gratulierten, am nächsten Match schüttelte ihm der Trainer der gegnerischen Mannschaft die Hand, eine Grosstante schickte eine 50er-Note - «für die Schuhbändel der tausendfränkigen Schuhe». Im Klubhaus des FC Red Star wurde sein Foto aus dem Beobachter aufgehängt. Ein Bekannter überreichte ihm einen Fussball mit sämtlichen Unterschriften der ersten Mannschaft von Bayern München. Seine Hebamme gratulierte der Mutter zu ihrem mutigen Sohn. «Da war schon etwas Tumult», resümiert Daniel.
Ein Tumult, der ihn auch anspornte, über Mut nachzudenken. «Eigentlich ist meine Mutter sehr mutig - sie hat fünf Kinder zur Welt gebracht», sinniert er. Bruder Albin, der in die Schweizergarde eintreten wolle, sei auch mutig. «Mutig ist, wer eine besondere Leistung vollbringt», definiert der 14-Jährige schliesslich. «Dazu gehört, dass man immer sagt, was man denkt.»
Einen, der das tut, ungeachtet, ob es den Zuhörern passt, kennt Daniel sehr gut. «Bei meinem Götti, Paul Ruef, weiss ich immer, woran ich bin», sagt er.
Anzeige:
© Beobachter Ausgabe 8 vom 11. Apr 2007 - Alle Rechte vorbehalten


