Prix Courage 2011 Vier jurassische Umweltschützer werden ausgezeichnet

Von links nach rechts: Richard Lehner und Daniel Aufdenblatten (Publikumspreisträger); Raoul Challet, Bernard Hengy, Michèle Christe und Jean-Marc Christe (Jurypreisträger)

Vier Jurassier aus Vendlincourt haben den Bau einer Auto-Teststrecke auf Landwirtschaftsland erfolgreich verhindert. Dafür wurden sie vom Beobachter mit dem diesjährigen Prix Courage ausgezeichnet. Der Publikumspreis geht an zwei Bergretter aus dem Wallis.

Die Gewinner des 14. Prix Courage stehen fest. Die Jury unter dem Vorsitz von Franz Hohler prämierte Jean-Marc Christe, Raoul Challet, Bernard Hengy und Michèle Christe aus Vendlincourt für ihren beherzten Einsatz zum Schutze ihrer unmittelbaren Umwelt. Ihr Weg führte die vier Jurassier bis ans Lausanner Bundesgericht, wo sie im März 2011 in ihrer Ansicht bestätigt wurden, dass der geplante Bau einer Auto-Teststrecke auf Landwirtschaftsland in ihrer Wohngemeinde Vendlincourt nicht nur umweltschädlich, sondern auch nicht rechtens sei. Obwohl die vier Jurassier in ihrem Dorf bisweilen nicht mehr gegrüsst wurden und in Vereinen nicht mehr erwünscht waren, liessen sie in ihrem Kampf gegen die Auto-Lobby nie locker. Für diese mutige Tat wurden sie nun mit dem Prix Courage ausgezeichnet. Der mit 25‘000 Franken dotierte Preis wurde den Gewinnern heute Abend im Rahmen einer feierlichen Gala überreicht. Franz Hohler, Vorsitzender der Jury, zu den Gewinnern: «Wir gratulieren den mutigen Vier aus Vendlincourt. Wir hoffen, dass auch ihre Gegner ihren guten Willen wieder anerkennen und sich mit ihnen versöhnen können. Wir sehen die Preisvergabe nicht zuletzt als Ermutigung für Menschen an, sich dort zusammen zu tun und gemeinsam zu wehren, wo sie ihre Werte bedroht sehen.»

Helden der Lüfte

Die Kandidaten mit den meisten Publikumsstimmen waren dieses Jahr Bergretter Richard Lehner und Helikopterpilot Daniel Aufdenblatten. Die beiden Mitarbeiter der Air-Zermatt führten auf über 7‘000 Meter Höhe eine Bergrettung durch. Eine solch gewagte Rettungsaktion bei schlechtem Wetter, eisigen Temperaturen und in einer solchen Höhe wurde zuvor noch nie versucht. «Ein Heli- Rettungseinsatz auf 7‘000 Metern Höhe galt bis zu diesem Tag als schlicht unmöglich», lobt Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters. Der Einsatz lohnte sich: Sie bewahrten drei Bergsteiger vor dem sicheren Tod. Für diesen couragierten Einsatz wurden die beiden Lebensretter von den Leserinnen und Lesern des Beobachters mit dem Publikumspreis in der Höhe von 10‘000 Franken belohnt. Für Büchi sind die beiden Bergretter ideale Botschafter für die Schweiz: «Mit ihrer hochprofessionellen Berufsauffassung, ihrem Einsatzwillen und ihrer Bescheidenheit im Erfolg sind Daniel Aufdenblatten und Richard Lehner ein Beispiel für Integrität, Mut und Menschlichkeit. Das sorgte für Anerkennung weit über unsere Landesgrenzen hinaus.»

Über den Prix Courage

«Die Schweiz braucht Leute, die handeln, wo Zuwarten andere gefährdet, die laut werden, wo Schweigen Unrecht verdeckt, die ehrlich sind, wo Lügen leichter fiele», sagt Andres Büchi,  Chefredaktor des Beobachters. Diese Menschen gibt es. Der Beobachter möchte ihnen Aufmerksamkeit und Anerkennung schenken und verleiht deshalb seit 1997 den Prix Courage, den Preis für ausserordentliche, mutige Taten. Jedes Jahr nominiert die Beobachter-Redaktion verschiedene Personen oder Organisationen, die ihr Handeln einem höheren Ziel unterordnen als dem eigenen Vorwärtskommen. Preiswürdig sind Projekte und Taten, aber auch langfristiges Engagement oder das Lebenswerk einer Person in oder aus der Schweiz.

Text:
  • Beobachter Medienmitteilung
Bild:
  • Adi Bitzi, usgang.ch

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