«Puls 2011»-Umfrage zu Parteien

Wer politisiert am nächsten beim Volk?

Text:
  • Martin Vetterli
Bild:
  • Martin Haake
Ausgabe:
7/11

Nur eine Partei politisiert so stark am Volk vorbei wie die elitäre FDP: die SVP. Das zumindest legen die Ergebnisse der grossen Beobachter-Umfrage nahe.

Parteien: Wer politisiert am nächsten beim Volk?

Vergleicht man die Positionen, die die Mehrheit der Leserinnen und Leser in zentralen Fragen der Schwei­zer Politik einnimmt, mit jenen der Parteipräsidenten, zeigt sich: Bloss FDP-Chef Fulvio Pelli stimmt so selten mit der Mehrheitsmeinung überein wie SVP-Präsident Toni Brunner.

Die SP schaffts auf Platz zwei

Die wahre Volkspartei ist dagegen eine, der das Volk fehlt: die EVP, die bei den letzten Nationalratswahlen bloss 2,4 Prozent der Wähler hinter sich scharte. Als bürgerlich-soziale Partei stimmt sie am häufigsten mit der Mehrheitsmeinung überein.

Überraschender ist der zweite Platz der SP – gefolgt von den Grün­liberalen. Dass die Sozialdemokraten trotzdem nicht mehr Wähler mobilisieren können, ist für den Politologen Michael Hermann kein Widerspruch: Die Sympathien, die sie in vielen ­sozialen Fragen gewinne, zerstöre sie durch ihre Haltung in der Ausländerfrage. Das erkläre auch, warum die SVP so grossen Zulauf hat, obwohl sie nur in wenigen Fragen Mehrheitspositionen vertrete.

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© Beobachter Ausgabe 7 vom 31. Mär 2011 - Alle Rechte vorbehalten

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