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Anlageentscheid

Welcher Anlagetyp sind Sie?

Text:
  • Martin Müller
Bild:
  • Ernst Rose, pixelio.de

Lieben Sie den Nervenkitzel oder ziehen Sie es vor, ruhig schlafen zu können? Wer Geld an der Börse anlegen will, muss sich darüber klar werden, wie viel er riskieren kann – und will. Wer sich cooler gibt als er ist, ist dabei schlecht beraten.

Für die richtige Geldanlage ist individuelle Vorbereitung nötig, denn nicht jeder findet auf die Fragen im Beratungsgespräch spontan die richtige Antwort. Machen Sie sich vor dem Termin Gedanken über Ihre Ziele und bis wann Sie diese erreichen wollen. Zudem haben viele Anleger die Tendenz, im Gespräch mit dem Finanzprofi die eigenen Ängste vor möglichen Verlusten kleinzureden – ein fataler Fehler. Darum gilt: Seien Sie ehrlich mit sich selbst!

Die meisten Banken verwenden in ihren Erstberatungsgesprächen strukturierte Fragebögen, um die Risikobereitschaft ihrer Kunden abzuklären. Gefragt wird etwa nach der Risikofähigkeit: Wie viel Geld kann ich maximal verlieren, ohne dass ich in finanzielle Schwierigkeiten gerate? Für die Beurteilung dieser Frage dienen objektive Kriterien wie Vermögen, Einkommen, berufliche und familiäre Situation, Anlageziel (Sparen Sie aufs Alter oder fürs Eigenheim?) sowie Anlagehorizont (Wie lange können Sie auf das Geld verzichten?).

Relevant ist zudem die persönliche Risikoneigung: Wie reagieren Sie auf Verluste: wütend, besorgt oder gelassen, auf bessere Zeiten hoffend? Aber auch der umgekehrte Fall ist wichtig: Sie haben Ihr Geld sicher angelegt, während risikoreichere Anlagen in der gleichen Zeit besser rentiert haben. Spüren Sie Ärger über die verpasste Chance? Oder sind Sie mit der geringeren Rendite zufrieden?

Gut vorbereitet ins Beratungsgespräch

Am besten lassen Sie sich den Fragebogen vorher geben. Überlegen Sie sich die einzelnen Punkte zu Hause in aller Ruhe. Will Ihre Bank den Frageraster nicht herausrücken, finden Sie ähnliche Muster im Internet. Bei der Berner Kantonalbank beispielsweise lässt sich der Risikotest online machen; nach der Beantwortung von 25 Fragen macht der Computer eine Aussage zum individuellen Risikoverhalten. Das Gespräch mit dem Bankberater lässt sich mit solchen Fragebogen jedoch nicht ersetzen, weil auch Steuer- und Versicherungsaspekte in die Anlagestrategie einfliessen sollten.

Orientierungshilfe beim Anlageentscheid



  • Beachten Sie bei jeder Anlage die einmaligen und die wiederkehrenden Kosten und die steuerlichen Auswirkungen. Lassen Sie sich die Informationen schriftlich geben.

  • Wählen Sie Anlagefonds statt Einzelaktien. So verteilen Sie das Risiko auch bei kleinen Beträgen auf verschiedene Unternehmen.

  • Kaufen Sie nur Anlagen, bei denen Sie verstanden haben, wie sie funktionieren. Sind Sie unsicher oder haben Sie ein flaues Bauchgefühl, dann kaufen Sie nicht.

  • Wählen Sie Indexfonds anstelle von bankeigenen Aktienfonds. Letztere haben viel höhere Verwaltungsgebühren und weisen über die Jahre sehr selten einen besseren Kursverlauf auf als die Indexfonds.

  • Lassen Sie sich auch Anlagefonds offerieren, die von anderen Anbietern als der eigenen Bank sind.

  • Lassen Sie sich Fachausdrücke so erklären, dass Sie sie verstehen.

  • Auch bei Kursverlusten sollten Sie nicht einfach verkaufen. Halten Sie sich an die einmal gewählte Anlagedauer und -strategie.

  • Lassen Sie sich nie durch hohe Gewinnversprechen blenden. Marcel Weigele

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© Beobachter Online 15. Feb 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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