Lieber Beobachter
Weshalb gibt es in der Wüste so viel Sand?
«Nach und nach entsteht eine Stein- und schliesslich eine Sandwüste.»

Lieber Luca
Dazu muss man erst wissen, was Sand überhaupt ist. Sand ist eigentlich zerfallenes Gebirge. Über die Jahrmillionen verwittern die Berge und lösen sich in Felsblöcke und Steine auf. Wind und Wetter waschen das Gestein aus und spalten Brocken ab. Werden diese weggeschwemmt, schleifen sie sich in Bächen oder Flüssen gegenseitig die Kanten und Ecken ab. So entstehen im Lauf der Zeit die runden und flachen Flusskiesel, die du vielleicht kennst.
Wasser spielt auch bei der Entstehung von Wüsten eine Rolle - obwohl es dort Mangelware ist, wie du sicher weisst. In Wüstengegenden gibt es zwischen Tag und Nacht sehr grosse Temperaturunterschiede. Das Thermometer kann nachts unter null Grad fallen. Wenn dabei in der Dämmerung Tautropfen entstehen, kriecht die Feuchtigkeit in Risse und Spalten der Felsen. Das Wasser gefriert über Nacht zu Eis, dehnt sich aus und sprengt die Steine in kleinere Brocken. Nach und nach entsteht so eine Stein- und schliesslich eine Sandwüste.
Die Sandhügel, die sich in der Wüste bilden, nennt man Dünen. Wenn der Wind über die Düne hinwegfegt, reisst er Sand mit, der sich dann auf der dem Wind abgewandten Seite wieder ablagert. So trägt er Sand von der einen auf die andere Seite. Dadurch bewegt sich die Düne langsam vorwärts. Die herumstreunenden Sandhaufen heissen deshalb Wanderdünen. Sie sind nicht schnell, aber unaufhaltsam. Was ihnen im Weg steht, wird verschlungen und kommt erst wieder frei, wenn die Düne weitergezogen ist. Je nach Grösse der Düne kann das Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern.
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© Beobachter Ausgabe 15 vom 23. Jul 2008 - Alle Rechte vorbehalten











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