Vaterschaftstests
Wie bekomme ich Gewissheit, ob meine Tochter von mir ist?
Frage: Meine Tochter ist 18, und ich hatte stets den Verdacht, meine Frau habe mir ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Nun leben wir getrennt, und ich will endlich wissen, ob das Kind mein Fleisch und Blut ist. Kann ich einen DNA-Test verlangen? Welche Folgen hätte das Resultat?
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Wenn Ihre Tochter einverstanden ist, können Sie den Test beim rechtsmedizinischen Institut einer Uni oder bei einem privaten Labor machen. Es braucht dafür nur eine Speichelprobe von Ihnen beiden, die mit einem Wangenschleimhautabstrich entnommen wird. Mit der heutigen Methode lässt sich die Vaterschaft mit 99,9-prozentiger Sicherheit ermitteln.
Verboten sind heimliche Vaterschaftstests. Laut dem Bundesgesetz über die genetische Untersuchung beim Menschen (GUMG) müssen Sie und Ihre Tochter deshalb schriftlich zustimmen und Ihre Identität mit einem amtlichen Ausweis belegen. Werden diese Vorschriften nicht befolgt, droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Das Labor ist sogar verpflichtet, Sie und die Tochter vorab schriftlich über die rechtlichen sowie die möglichen psychischen und sozialen Auswirkungen des Tests zu informieren.
Würde der DNA-Test ergeben, dass die Tochter genetisch nicht die Ihre ist, bleibt sie rechtlich trotzdem Ihre Tochter. Um dies zu ändern, bräuchte es eine Klage beim Gericht auf Aberkennung der Vaterschaft. Klagen kann nur der Vater oder das Kind. Ihre Klage würde aber nicht mehr zugelassen: Das Gesetz befristet dieses Recht für den Vater auf fünf Jahre nach der Geburt. Nur ausnahmsweise kann ein Vater auch später noch klagen, wenn die Verspätung wegen wichtiger Gründe entschuldbar ist. Dies ist nach der Gerichtspraxis der Fall, wenn – anders als bei Ihnen – ein Vater bisher keine Veranlassung gehabt hat, an seiner Vaterschaft zu zweifeln. Ihre Tochter hingegen könnte noch bis zu ihrem 19. Geburtstag auf Aberkennung der Vaterschaft klagen.
Weder ein DNA-Test noch die Aberkennung der Vaterschaft vermag aber eine bisher gelebte Vater-Kind-Beziehung einfach auszulöschen. Deshalb sollten Sie vorgängig sorgfältig prüfen, ob eine genetische Verbindung zu Ihrer Tochter für Sie wirklich so wichtig ist. Adoptiv- und Stiefväter zum Beispiel kommen auch ohne bestens zurecht.
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© Beobachter Ausgabe 19 vom 17. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten




