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Freundschaften

Wer ist cool? Und wer nicht?

Text:
  • Gabriele Herfort
Ausgabe:
15/07

Der Kampf um Beliebtheit bei Gleichaltrigen ist hart: Beziehungen sind für Kinder ein ständiges Auf und Ab. Zentral ist dabei das Selbstbewusstsein. Und da können Eltern ein gutes Stück mithelfen.

«Mama, Papa, keiner will mit mir spielen.» Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Es gibt viele Gründe, weshalb Kinder keinen Kontakt finden oder manchmal gar zu Aussenseitern werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber Gleichaltrigen: Fühlen sich Kinder nicht wohl in ihrer Haut, spüren das die anderen. Doch auch jene, die zu selbstbezogen oder herrschsüchtig sind, werden von den Gspäändli oft abgelehnt.

Dabei aber sind Freundschaften für die soziale Entwicklung von Kindern wichtig. Schon für Kleinkinder ist es gut, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen sind. Auch wenn sie nicht wirklich miteinander spielen - sie nehmen sich sehr wohl wahr, beobachten einander genau, agieren und reagieren, entwickeln erste soziale Fähigkeiten. Zwischen dem fünften und dem siebten Lebensjahr lösen sich Kinder aus gewachsenen Strukturen, sie lockern die Abhängigkeit von den Eltern, reiben sich an Vater und Mutter und wenden sich verstärkt Gleichaltrigen zu. Denn die relativieren die elterliche Macht, ohne ihr aber wirklich das Wasser abzugraben. Eltern sind und bleiben die zentralen Bezugspersonen, auch wenn zuweilen anstelle ihrer vermittelten Normen und Werte jene anderer Kinder treten.

Einladungen und Geburtstagspartys

Unter Gleichaltrigen lernen Kinder, sich unter- und einzuordnen, sich zu behaupten, mit Frustrationen und Ablehnung, mit Trauer und Tränen fertig zu werden. Tatsächlich haben Kinder jedoch unterschiedliche Bedürfnisse. Während etwa der achtjährige Mark ständig neue Freunde hat, hat der gleichaltrige Thomas nur einen Freund. Die zehnjährige Elena malt am liebsten allein, liest und denkt nach. Marlen wiederum hat vier Freundinnen, mit denen sie sich regelmässig trifft.

Dabei ist es normal, wenn sich Kinder in Übergangsphasen zurückziehen, auf sich selbst besinnen, für sich allein sein wollen. Problematisch wird es immer nur dann, wenn Kinder darunter leiden, dass sie keine Freunde haben. Welche Hilfe können Sie Ihrem Kind bieten?

 

  • Ein fürsorglicher, sozialer Erziehungsstil und ein freundliches Erziehungsklima in der Familie fördern die Beziehungs- und Freundschaftsfähigkeit Ihrer Kinder. Sie sollten also von Anfang an Kontakte Ihrer Kinder fördern.

  • Es ist wichtig, dass Sie Gelegenheiten schaffen, bei denen viele Gleichaltrige zusammenkommen. Ermutigen Sie Ihr Kind, möglichst oft Schulkameraden und Nachbarskinder zum Spielen zu sich einzuladen.

  • Feiern Sie Kindergeburtstage und andere Feste mit vielen Gästen. Je mehr Kontakte Sie als Familie nach aussen haben, umso besser kann Ihr Kind seine Freunde aussuchen.

  • Für Kleinkinder bieten vor allem Spielgruppen und Kinderkrippen die erste Möglichkeit für das Anknüpfen und spätere Weiterführen von Freundschaften.


Wichtig ist insbesondere, dass Ihr Kind in der Familie Sicherheit, Zuwendung und Selbstvertrauen bekommt. Dann wird es irgendwann sagen können, was die Comedian Harmonists einst so schön sangen: «Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste auf der Welt.»

 

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© Beobachter Ausgabe 15 vom 18. Jul 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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