Strafen
Schläge schlagen aufs Hirn
Menschen, die als Kind geschlagen wurden, haben durchschnittlich einen niedrigeren Intelligenzquotienten (IQ) als jene, die ohne Schläge aufwachsen.
Der Soziologe Murray Straus von der University of New Hampshire untersuchte 806 Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren und 704 Kinder von 5 bis 9. Sein Fazit: Prügel und Ohrfeigen in der Kindheit können den IQ um 2,8 bis 5 Punkte verringern. «Je mehr Schläge ein Kind erfährt, desto langsamer verläuft seine mentale Entwicklung», so Straus. Selbst wenige Schläge machten einen klaren Unterschied. Die subtil drohende Prügelstrafe verursache Stress und behindere so die Entwicklung.
Kinderrecht auf gewaltfreie Erziehung
Anders als 19 europäische Länder erlaubt die Schweiz Schläge. Damit verstösst sie gegen die Uno-Kinderrechtskonvention. Gemäss einer Studie der Universität Freiburg werden bei den bis 2½-jährigen Kindern rund 1700 mit Gegenständen geschlagen, 13'000 mit Ohrfeigen und rund 35'000 durch Schläge auf den Hintern.
Deutschland schaffte im Jahr 2000 das «Züchtigungsrecht» der Eltern gegenüber den Kindern per Gesetz ab. Kinder haben damit ein ausdrückliches «Recht auf gewaltfreie Erziehung». In der Schweiz lehnte im Dezember 2008 der Nationalrat die parlamentarische Initiative «Verbesserter Schutz für Kinder vor Gewalt» von Ruth-Gaby Vermot-Mangold ab.
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© Beobachter Ausgabe 26 vom 24. Dez 2009 - Alle Rechte vorbehalten





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