Badeunfälle
Ein Risiko für Kleine wie Grosse
Kleinkinder kennen keine Gefahren und sind besonders gefährdet, beim Baden zu ertrinken. Ähnlich hoch ist die Todesrate aber auch bei Knaben im Teenageralter.
Mit der Badesaison sind leider immer auch Nachrichten über gravierende Unfälle im kühlen Nass verbunden. Ertrinken ist bei Kindern weit oben auf der Liste der unfallbedingten Todesfälle. Im letzten Jahr starben in Schweizer Gewässern sieben Kinder. Das grösste Risiko trifft naturgemäss Kinder im Krabbelalter, weil sie keine Gefahr kennen und nicht vor dem Wasser zurückscheuen.
Mit einigen Massnahmen und Verhaltensregeln kann das Ertrinkungsrisiko gesenkt werden. Am wichtigsten ist dabei die kontinuierliche Überwachung durch Erwachsene. Je jünger ein Kind, umso stärker muss man Vorsicht walten lassen. Ältere Geschwister als Aufsichtspersonen einzuspannen ist nicht zu empfehlen. Auch Schwimmflügel und andere Schwimmhilfen sind keine Sicherheitsgarantie. Wer zu Hause einen Pool hat, sollte diesen am besten einzäunen, damit Kleinkinder nicht aus Versehen hineinfallen können.
Alkohol spielt eine unheilvolle Rolle
Eltern können das Ertrinkungsrisiko ausserdem markant senken, indem sie dafür sorgen, dass ihre Kinder schwimmen lernen; gleichzeitig ist zu empfehlen, dass Erwachsene Reanimationstechniken lernen, um im Ernstfall korrekt Erste Hilfe leisten zu können.
Ähnlich hoch wie für Kleinkinder ist das Ertrinkungsrisiko laut Untersuchungen für Knaben im Teenageralter - schlicht und einfach, weil sie die eigenen Fähigkeiten überschätzen und mitunter grosse Risiken eingehen: Halsbrecherische Sprünge ins Wasser beispielsweise oder zu lange Schwimmstrecken bergen enorme Gefahren. Auch der Alkohol beginnt in diesem Alter zunehmend eine Rolle zu spielen. Er kann sich schnell tödlich auswirken; Betrunkene sind im Wasser ähnlich hilflos wie Kleinkinder. Jedes Gewässer wird mit Alkohol gefährlicher, aber insbesondere Fliessgewässer haben es in sich.
Eine seit Generationen überlieferte Regel, die helfen soll, Badeunfälle zu vermeiden, können Eltern jedoch getrost ignorieren: Der Volksmund besagt, dass man unmittelbar nach dem Essen nicht schwimmen gehen soll - das verursache Magenkrämpfe und könne gefährlich sein. Doch das ist so nicht korrekt. Zwar wird man nach einer Mahlzeit etwas müde und träge. Der Grund dafür ist aber lediglich, dass vermehrt Blut in den Darmtrakt gepumpt wird, um die Verdauung zu unterstützen. Daraus ergibt sich aber keine besondere Gefahr beim Schwimmen. Man muss die Kleinen also an einem heissen Sommertag nicht mühsam zwei Stunden lang vertrösten, bevor sie wieder ins kühle Nass springen dürfen.
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© Beobachter Ausgabe 14 vom 09. Jul 2008 - Alle Rechte vorbehalten







