Kindersport
Bubeli spile, Bubeli gsund
Auf jetzt, der Frühling ist nichts für Stubenhocker! Welche Sportart Ihr Kind am liebsten hat, ist egal. Spass muss es machen.

(Bild: Lilly Dippold, www.pixelio.de)
Kinder, die sich nicht bewegen, sind nicht unbedingt faul. «Wenn Kinder wählen können, entscheiden sie sich fast immer dafür, draussen zu spielen. Sie bleiben nicht vor dem Fernseher sitzen», sagt die ehemalige Leistungssportlerin und Gesundheitsökonomin Anna Sax. Kinder bräuchten Anregungen und Möglichkeiten, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Dazu gehören laut Sax Spiel- und Sportplätze, kindgerechte Sportangebote in Vereinen - und Vorbilder.
Vorbildfunktion haben in erster Linie die Eltern: «Wenn sie Sport treiben oder sich oft und gern bewegen, steigt die Chance, dass auch die Kinder aktiv werden», sagt Anna Sax. Aber auch unsportliche Eltern können ihre Kinder leicht zu mehr Bewegung motivieren, wenn sie ihrem Nachwuchs zum Beispiel Spielflächen in der Umgebung zeigen. Oder aufhören, Chauffeur zu spielen, die Mädchen und Jungen zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule schicken.
Wie aber finden Kinder heraus, welche Sportart ihnen Spass macht? «Indem sie möglichst viel ausprobieren und sich nicht zu früh auf eine Disziplin festlegen», rät Daniela Brönnimann vom Schweizerischen Turnverband. «Roger Federer hat mit sieben Jahren nicht Tennis trainiert, sondern Fussball.» Den wenigsten Kindern ist auf Anhieb klar, ob ihnen Schwimmen zusagt oder doch eher Judo.
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Für Unentschlossene hat Anna Sax noch einen Spezialtipp: Kinder wie auch Eltern sollten sich die Freiheit nehmen, eine Disziplin unabhängig vom Geschlecht auszusuchen. Wer sagt denn, dass Mädchen nur Spass am Tanzen und Buben besonders Talent fürs Eishockey haben?
Nicht jeder Verein ist gesund
Darauf allerdings sollten Eltern bei der Wahl der Sportart beziehungsweise des Vereins achten:
- Vereine sind trotz kommerziellen Fitnesszentren sowie Individual- und Trendsportarten nach wie vor eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Aber nicht alle Sportvereine sind für Kinder geeignet. Folgende Fragen sind für Eltern hilfreich: Sind die Jugendleiter nach «Jugend+Sport»-Standard ausgebildet oder haben sie ein Sportlehrerdiplom? Werden Mädchen und Jungen gleich gut betreut? Funktioniert der Austausch zwischen Verein und Eltern? Erwartet der Verein ehrenamtliche Mithilfe? Ist der Verein Mitglied einer Fachorganisation gegen sexuelle Übergriffe (Mira, Versa)?
- Das Einstiegsalter variiert von Sportart zu Sportart. Viele Kurse werden bereits ab sechs Jahren angeboten. Als Einstieg für kleinere Kinder ist Turnen gut geeignet. Der Schweizerische Turnverband (www.stv-fsg.ch) bietet Kurse ab drei Jahren im Mutter-Kind-Turnen. Erkundigen Sie sich bei örtlichen Sportvereinen nach altersgerechten Angeboten. Viele Klubs bieten kostenlose Schnuppertrainings an.
- Ein langer Weg ins Training kann lästig werden, vor allem dann, wenn Eltern ständig Chauffeur spielen müssen. Von Vorteil ist deshalb, wenn die Sportanlage in der Nähe ist und die Kinder selbst ins Training gehen können. Das ist auch gesünder für ihren Körper und besser für ihre Selbständigkeit.
- Bei Sportarten wie Reiten ist schon die Ausrüstung teuer. Es lohnt sich generell, nach Mietausrüstungen zu fragen. Auch bei Trendsportarten wie Inlineskaten oder Skateboard muss es nicht die teuerste Grundausstattung sein. Startersets gibt es bereits ab rund 120 beziehungsweise 70 Franken - inklusive Helm und Schoner für Knie und Ellbogen. Wichtig ist dennoch, nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität zu achten.
- Das Unfallrisiko ist nicht bei jeder Sportart gleich, doch die Einteilung in gesunde und ungesunde Disziplinen ist falsch. Zum einen kommt es auf die richtige Sport- und Schutzbekleidung an. Zum anderen tragen gut ausgebildete Kinder- und Jugendtrainer sowie regelmässiges Training dazu bei, Verletzungen zu vermeiden.
Weitere Infos
www.feelok.ch: mit Sportarten-Kompass und Sportverein-Datenbank
www.jugendundsport.ch: Alles über die von Bund und Kantonen geführte Organisation zur Förderung des Kinder- und Jugendsports; mit Infos über Sportlager
www.baspo.ch: Bundesamt für Sport
www.swissolympic.ch: Dachverband der Schweizer Sportverbände
www.swissbalance.ch: Eine Kampagne des Bundesamts für Gesundheit mit Tipps für mehr Bewegung
© Beobachter Ausgabe 9 vom 29. Apr 2008 - Alle Rechte vorbehalten


