Blümchenmuster in Pink, ein Schuss Winnie-the-Pooh und ein Hauch Pirateninsel – so stellen sich viele Erwachsene Kinderzimmer vor. Im Zuhause der Familie Arn im aargauischen Windisch sieht es ganz anders aus. «Wir legen Wert auf eine zurückhaltende und neutrale Ausstattung», sagt Mutter Jessica Arn. Zum Beispiel bei den Betten: Die vier Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren schlafen in Betten mit Normalmassen, die aus Massivholz gefertigt sind und sich fast beliebig umbauen und umfunktionieren lassen. Das kommt den wechselnden Anforderungen im Wohnalltag entgegen, wie Jessica Arn deutlich macht: «Wer wo und wie schläft, entspricht den jeweiligen, altersbedingt wechselnden Bedürfnissen der Kinder.» Praktisch also, dass die Betten wahlweise als Einzel-, Kajüten- oder Hochbetten benutzt werden können. Weil sie punkto Farbe und Gestaltung schlicht gehalten sind, kann man sie später auch in einem Jugendzimmer oder als Gästebett nutzen. «Wir wollten nicht vier Kinderbetten anschaffen», erzählt die Mutter, «um sie nach kurzer Zeit wieder wegwerfen zu müssen, bloss weil die Modefarbe gerade geändert hat.»
Etwas ganz Besonderes ist das Haus der Arns. Es hat Baujahr 1850 und ist mit neun Zimmern gross genug, den Platzbedarf der Familie zu decken. Die Kinderzimmer haben Flächen von 15 bis 20 Quadratmetern. Alle Wände sind mit weisser Dispersion gestrichen, die Böden mit geöltem Eichenstäbchenparkett belegt. «Alles muss pflegeleicht sein», betont Jessica Arn. «Es wäre uns zum Beispiel nie in den Sinn gekommen, teure Designersofas anzuschaffen.» Das Sofa im Wohnzimmer ist aus Schaumstoffquadern gefertigt und mit Stoffbezügen versehen, die sich gut reinigen lassen. Daneben steht ein alter, gebeizter Holztisch mit allerlei Gebrauchsspuren – auch dieses Möbel ist vor allem unkompliziert. Vor der kleinen Kinderschar wollen die Eltern nicht dauernd auf der Hut sein und schimpfen müssen, wenn es mal einen Fleck gibt oder der Tisch eine Scharte abbekommt.
In den Kinderzimmern stehen ausser den Betten noch Kommoden, deren Schubladen für die Kleinen gut zugänglich sind. Die beiden grösseren Kinder der Arns haben bereits eigene Schreibtische, um Hausaufgaben zu machen oder zu malen. Zum Wohnalltag gehört auch, dass den Möbeln je nach Bedarf ganz andere Rollen zugedacht werden: Manchmal ist ein Bett ein Piratenschiff, dann überspannt es als Dach eine verträumte Kuschelecke. Oder es kommt vor, dass die Schubladen leer geräumt und, wie grosse Bauklötze aufgetürmt, für die Gestaltung der Kinderwelt verwendet werden.
Sich Möbel als Einzelstücke von einem Schreiner anfertigen zu lassen war für Familie Arn kein Tabu. Tatsächlich findet sich in ihrem Haushalt heute eine Mischung von teureren Einzelanfertigungen und preiswerten Massenprodukten. «Wir legen aber auch grossen Wert auf schadstofffreie Materialien», sagt Jessica Arn. Nach ihrer Erfahrung klaffen hier Anspruch und Machbarkeit aber weit auseinander. «Wie es bei uns in Bezug auf Wohngifte aussieht, ist allerdings eine grosse Unbekannte», gesteht die 39-Jährige ein. Das ist ein Bereich, in dem generell noch vieles im Argen liegt, wie der Zürcher Umweltchemiker Reto Coutalides bestätigt: «Für sehr viele Stoffe in Möbeln und Wohntextilien liegen keine toxikologischen Gutachten vor – und schon gar nicht im Hinblick auf die Gefährdung von Kindern.»
Die Fachwelt ist sich einig, dass Kinder, was Wohngifte betrifft, besonders exponiert sind. Die Entwicklung ihrer Organe ist wie der Aufbau ihres Immunsystems noch nicht abgeschlossen und kann durch Schadstoffe beeinträchtigt werden. Ausserdem sind gerade Knirpse zusätzlichen Gefahren ausgesetzt, weil sie Dinge in den Mund stecken oder am Boden krabbeln und so Hausstaub aufnehmen. Bestimmte Wohngifte wie flüchtige organische Verbindungen oder Weichmacher finden sich nicht nur in der Innenraumluft, sondern meist auch im Staub. Die Zahl der Stoffe und Materialien im Bau- und Wohnbereich geht in die Zehntausende, darunter sind viele giftige. Und es gibt kaum Studien zur Langzeitwirkung auf den Menschen – und noch weniger über die gesundheitlichen Folgen für Kinder.
Viele Konsumenten glauben, ob ein Produkt gesundheitlich bedenklich sei oder nicht, stehe in einem direkten Zusammenhang mit dem Preis: ein populärer Irrtum. Punkto Schadstoffe müssen teure Möbel und Wohnaccessoires keineswegs weniger gesundheitsgefährdend sein als günstigere aus einem grossen Möbelhaus. Es stimmt zwar, dass Bindemittel in günstigen Span- respektive MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten) problematisch sein können. Ob aber und in welchem Umfang zum Beispiel Formaldehyd entweicht, hängt unter anderem von der Beschichtung ab. Sind solche Platten, die gern für Möbel verwendet werden, richtig verarbeitet und erfüllen sie die entsprechenden EU-Normen, dürften Bedenken wegen der Chemikalie kaum noch ein Thema sein.
Roger Waeber von der Fachstelle Wohngifte des Bundesamts für Gesundheit (BAG) erklärt: «Massgeblich ist vor allem, ob das Material offene Kanten und eine grössere Zahl von Löchern hat.» Wenn das nicht der Fall ist und die Spanplatte zudem eine Beschichtung aufweist, entweichen kaum Wohngifte. Hilfe bei der Auswahl von Materialien bieten verschiedene Labels (siehe «Produktlabels»).
Wenn ein Label fehlt oder Zweifel an der Unbedenklichkeit eines Produkts bestehen, sollte man zunächst seiner eigenen Nase vertrauen und kritisch nachfragen. Ein starker, unangenehmer Geruch ist zwar noch kein Kriterium für Gesundheitsrisiken – aber man sollte den Händler darauf ansprechen. Für Farben, Lacke, Kleber und Möbel gilt, dass die Schadstoffbelastung mit der Zeit abnimmt: Wenn überhaupt, geben diese Produkte kurz nach der Fertigung am meisten Schadstoffe ab, dann geht die Belastung sukzessive zurück. Analog kommt es bei der Verarbeitung von Baumaterialien, sei es beim Neubau oder auch beim Umbau, darauf an, dass alle Baustoffe ausreichend austrocknen beziehungsweise aushärten können.
Mit der Wahl der richtigen Produkte kann schon vieles erreicht werden: Lösungsmittelfreie Klebstoffe und Beschichtungen belasten die Raumluft deutlich weniger als Produkte mit Lösungsmitteln. Weiter sollte man wissen, dass Materialien wie Stahl, Glas und weitgehend auch Massivholz keine Schadstoffe an die Umwelt abgeben. Bei den Baustoffen gilt dies auch für mineralische Materialien wie Steine, Ziegel, Kalk- und Silikatanstriche.
Das Innenraumklima muss aber in einem grösseren Zusammenhang betrachtet werden. «Wie bei allen anderen Zimmern auch muss in Kinderzimmern ein guter Luftwechsel sichergestellt werden», sagt Roger Waeber vom BAG. Das wird aber nicht immer genügend beachtet: Sowohl Neubauten als auch sanierte Gebäude weisen heute eine derart geringe Luftdurchlässigkeit auf, dass dieser Aspekt mindestens so wichtig ist wie die Wahl gesunder Möbel. «Die Raumluftbelastung kann sich um ein Mehrfaches erhöhen, wenn nicht richtig gelüftet wird oder wenn ein Lüftungskonzept fehlt», warnt der BAG-Experte. Wenn die Kinder tagtäglich hinter verschlossenen Türen und Fenstern spielen, könnte das ihre Gesundheit beeinträchtigen – also ab ins Freie.
Kinderzimmer
Praktisch, verspielt und wohnlich
Designermöbel braucht es nicht, damit sich der Nachwuchs in seinem Reich wohl fühlt. Kindermöbel müssen die Kreativität fördern, sich den Bedürfnissen der Kleinen anpassen können und gesundheitlich unbedenklich sein.
Blümchenmuster in Pink, ein Schuss Winnie-the-Pooh und ein Hauch Pirateninsel – so stellen sich viele Erwachsene Kinderzimmer vor. Im Zuhause der Familie Arn im aargauischen Windisch sieht es ganz anders aus. «Wir legen Wert auf eine zurückhaltende und neutrale Ausstattung», sagt Mutter Jessica Arn. Zum Beispiel bei den Betten: Die vier Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren schlafen in Betten mit Normalmassen, die aus Massivholz gefertigt sind und sich fast beliebig umbauen und umfunktionieren lassen. Das kommt den wechselnden Anforderungen im Wohnalltag entgegen, wie Jessica Arn deutlich macht: «Wer wo und wie schläft, entspricht den jeweiligen, altersbedingt wechselnden Bedürfnissen der Kinder.» Praktisch also, dass die Betten wahlweise als Einzel-, Kajüten- oder Hochbetten benutzt werden können. Weil sie punkto Farbe und Gestaltung schlicht gehalten sind, kann man sie später auch in einem Jugendzimmer oder als Gästebett nutzen. «Wir wollten nicht vier Kinderbetten anschaffen», erzählt die Mutter, «um sie nach kurzer Zeit wieder wegwerfen zu müssen, bloss weil die Modefarbe gerade geändert hat.»
Etwas ganz Besonderes ist das Haus der Arns. Es hat Baujahr 1850 und ist mit neun Zimmern gross genug, den Platzbedarf der Familie zu decken. Die Kinderzimmer haben Flächen von 15 bis 20 Quadratmetern. Alle Wände sind mit weisser Dispersion gestrichen, die Böden mit geöltem Eichenstäbchenparkett belegt. «Alles muss pflegeleicht sein», betont Jessica Arn. «Es wäre uns zum Beispiel nie in den Sinn gekommen, teure Designersofas anzuschaffen.» Das Sofa im Wohnzimmer ist aus Schaumstoffquadern gefertigt und mit Stoffbezügen versehen, die sich gut reinigen lassen. Daneben steht ein alter, gebeizter Holztisch mit allerlei Gebrauchsspuren – auch dieses Möbel ist vor allem unkompliziert. Vor der kleinen Kinderschar wollen die Eltern nicht dauernd auf der Hut sein und schimpfen müssen, wenn es mal einen Fleck gibt oder der Tisch eine Scharte abbekommt.
In den Kinderzimmern stehen ausser den Betten noch Kommoden, deren Schubladen für die Kleinen gut zugänglich sind. Die beiden grösseren Kinder der Arns haben bereits eigene Schreibtische, um Hausaufgaben zu machen oder zu malen. Zum Wohnalltag gehört auch, dass den Möbeln je nach Bedarf ganz andere Rollen zugedacht werden: Manchmal ist ein Bett ein Piratenschiff, dann überspannt es als Dach eine verträumte Kuschelecke. Oder es kommt vor, dass die Schubladen leer geräumt und, wie grosse Bauklötze aufgetürmt, für die Gestaltung der Kinderwelt verwendet werden.
Sich Möbel als Einzelstücke von einem Schreiner anfertigen zu lassen war für Familie Arn kein Tabu. Tatsächlich findet sich in ihrem Haushalt heute eine Mischung von teureren Einzelanfertigungen und preiswerten Massenprodukten. «Wir legen aber auch grossen Wert auf schadstofffreie Materialien», sagt Jessica Arn. Nach ihrer Erfahrung klaffen hier Anspruch und Machbarkeit aber weit auseinander. «Wie es bei uns in Bezug auf Wohngifte aussieht, ist allerdings eine grosse Unbekannte», gesteht die 39-Jährige ein. Das ist ein Bereich, in dem generell noch vieles im Argen liegt, wie der Zürcher Umweltchemiker Reto Coutalides bestätigt: «Für sehr viele Stoffe in Möbeln und Wohntextilien liegen keine toxikologischen Gutachten vor – und schon gar nicht im Hinblick auf die Gefährdung von Kindern.»
Die Fachwelt ist sich einig, dass Kinder, was Wohngifte betrifft, besonders exponiert sind. Die Entwicklung ihrer Organe ist wie der Aufbau ihres Immunsystems noch nicht abgeschlossen und kann durch Schadstoffe beeinträchtigt werden. Ausserdem sind gerade Knirpse zusätzlichen Gefahren ausgesetzt, weil sie Dinge in den Mund stecken oder am Boden krabbeln und so Hausstaub aufnehmen. Bestimmte Wohngifte wie flüchtige organische Verbindungen oder Weichmacher finden sich nicht nur in der Innenraumluft, sondern meist auch im Staub. Die Zahl der Stoffe und Materialien im Bau- und Wohnbereich geht in die Zehntausende, darunter sind viele giftige. Und es gibt kaum Studien zur Langzeitwirkung auf den Menschen – und noch weniger über die gesundheitlichen Folgen für Kinder.
Viele Konsumenten glauben, ob ein Produkt gesundheitlich bedenklich sei oder nicht, stehe in einem direkten Zusammenhang mit dem Preis: ein populärer Irrtum. Punkto Schadstoffe müssen teure Möbel und Wohnaccessoires keineswegs weniger gesundheitsgefährdend sein als günstigere aus einem grossen Möbelhaus. Es stimmt zwar, dass Bindemittel in günstigen Span- respektive MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten) problematisch sein können. Ob aber und in welchem Umfang zum Beispiel Formaldehyd entweicht, hängt unter anderem von der Beschichtung ab. Sind solche Platten, die gern für Möbel verwendet werden, richtig verarbeitet und erfüllen sie die entsprechenden EU-Normen, dürften Bedenken wegen der Chemikalie kaum noch ein Thema sein.
Roger Waeber von der Fachstelle Wohngifte des Bundesamts für Gesundheit (BAG) erklärt: «Massgeblich ist vor allem, ob das Material offene Kanten und eine grössere Zahl von Löchern hat.» Wenn das nicht der Fall ist und die Spanplatte zudem eine Beschichtung aufweist, entweichen kaum Wohngifte. Hilfe bei der Auswahl von Materialien bieten verschiedene Labels (siehe «Produktlabels»).
Wenn ein Label fehlt oder Zweifel an der Unbedenklichkeit eines Produkts bestehen, sollte man zunächst seiner eigenen Nase vertrauen und kritisch nachfragen. Ein starker, unangenehmer Geruch ist zwar noch kein Kriterium für Gesundheitsrisiken – aber man sollte den Händler darauf ansprechen. Für Farben, Lacke, Kleber und Möbel gilt, dass die Schadstoffbelastung mit der Zeit abnimmt: Wenn überhaupt, geben diese Produkte kurz nach der Fertigung am meisten Schadstoffe ab, dann geht die Belastung sukzessive zurück. Analog kommt es bei der Verarbeitung von Baumaterialien, sei es beim Neubau oder auch beim Umbau, darauf an, dass alle Baustoffe ausreichend austrocknen beziehungsweise aushärten können.
Mit der Wahl der richtigen Produkte kann schon vieles erreicht werden: Lösungsmittelfreie Klebstoffe und Beschichtungen belasten die Raumluft deutlich weniger als Produkte mit Lösungsmitteln. Weiter sollte man wissen, dass Materialien wie Stahl, Glas und weitgehend auch Massivholz keine Schadstoffe an die Umwelt abgeben. Bei den Baustoffen gilt dies auch für mineralische Materialien wie Steine, Ziegel, Kalk- und Silikatanstriche.
Das Innenraumklima muss aber in einem grösseren Zusammenhang betrachtet werden. «Wie bei allen anderen Zimmern auch muss in Kinderzimmern ein guter Luftwechsel sichergestellt werden», sagt Roger Waeber vom BAG. Das wird aber nicht immer genügend beachtet: Sowohl Neubauten als auch sanierte Gebäude weisen heute eine derart geringe Luftdurchlässigkeit auf, dass dieser Aspekt mindestens so wichtig ist wie die Wahl gesunder Möbel. «Die Raumluftbelastung kann sich um ein Mehrfaches erhöhen, wenn nicht richtig gelüftet wird oder wenn ein Lüftungskonzept fehlt», warnt der BAG-Experte. Wenn die Kinder tagtäglich hinter verschlossenen Türen und Fenstern spielen, könnte das ihre Gesundheit beeinträchtigen – also ab ins Freie.
Produktlabels: So prüfen Heimwerker Werkzeug und Material
Welche Materialien und Möbel welche Schadstoffe abgeben, ist für Laien kaum abzuschätzen. Es empfiehlt sich deshalb, schon beim Kauf oder bei der Bestellung nachzufragen. Ansonsten bieten sich zum Beispiel folgende Labels als Orientierungshilfen an:
Internationales Label für qualitativ, gesundheitlich und funktional hochstehende Baustoffe und Einrichtungsgegenstände aus weitgehend nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen.
www.natureplus.ch
Deutsches Label für Materialien, die ökologisch und gesundheitlich hohe Anforderungen erfüllen. 1978 eingeführt, gilt der Blaue Engel als das erste und bekannteste Umweltlabel weltweit.
www.blauer-engel.de
Deutsches Label der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden. Wird für schadstoffgeprüfte und umweltfreundlich hergestellte Teppichböden vergeben und garantiert, dass gewisse Stoffe nicht enthalten sind.
Internationales Label für gesundheitlich einwandfreie Textilien (Standard 100) und umweltfreundliche Produktionsbetriebe (Standard 1000). Betreibt unabhängige Prüfinstitute in aller Welt.
www.oeko-tex.com
Mit diesem Label ausgezeichnete Baumaterialien erfüllen strenge Coop-interne ökologische und gesundheitliche Richtlinien oder stützen sich auf die Labels Natureplus oder FSC.
www.coop.ch/oecoplan
Wohngifte: Vorsicht bei diesen Stoffen!
Asbest
Von den fünfziger bis siebziger Jahren in Wand- und Bodenbelägen (Novilon) und in Isolationsmaterialien verwendet. Problematisch sind offene oder defekte Materialien. Das Einatmen von Asbestfasern kann Jahrzehnte später Lungenkrebs verursachen.
www.asbestinfo.ch
PCB (polychlorierte Biphenyle)
PCB ist ein giftiger, krebserregender Stoff. Belastet sind Fugen und Kitte in Betonbauten der Jahre 1955 bis 1975. Betroffen sind primär Gebäude mit grossflächigen Betonplatten, normalerweise keine Einfamilienhäuser. Ein Gesundheitsrisiko stellt die nicht fachgerechte Entfernung und Entsorgung dar.
VOC (Volatile Organic Compounds)
Kommen als Löse- oder Verdünnungsmittel etwa in Farben, Lacken, Kitten, Fugendichtungen, Klebstoffen zum Einsatz. Problematisch: Geruchsbelästigungen und Schleimhautreizungen.
Formaldehyd
Findet in Bindemitteln von Span- und Sperrholzplatten, in Boden- und Teppichklebern, Parkettversiegelungen und Anstrichstoffen Verwendung. Holzplatten neueren Datums sind in der Regel nicht problematisch. Kann Reizungen von Augen und oberen Atemwegen verursachen, oft begleitet von Kopfschmerzen und Unwohlsein.
Weichmacher (etwa Phthalate)
PVC-haltige Bodenbeläge, Tapeten und auch Kunstleder geben Weichmacher an die Raumluft ab. Diese sind auch in Spielzeug zu finden. Viele Weichmacher stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit von Männern zu schädigen.
Organische Flammschutzmittel
Vor allem in Wohntextilien, Sofas, Vorhängen, Dämmstoffen et cetera. Langfristige Risiken für Bewohner sind noch kaum geklärt. Flammschutzmittel sind im Rahmen des Brandschutzes aber oft vorgeschrieben.
Links
www.bag.admin.ch/...: Tipps des Bundesamts für Gesundheit zu gesundem Wohnen und Bauen
www.minergie.ch: Informationen zum ökologischen Baustandard Minergie-Eco, der Energieoptimierungen mit einer ökologisch und gesundheitlich fortschrittlichen Bauweise kombiniert
www.wwf.ch/...: die wichtigsten Tipps zu Bauen und Sanieren bis zu Ökostrom
www.baubio.ch: Schweizerische Interessengemeinschaft Baubiologie; für Erstauskünfte steht das Beratungstelefon unter der Nummer 0848 105 848 (Normaltarif) zur Verfügung.
www.stadt-zuerich.ch/...: Hinweise zu gesundem Bauen und Sanieren
www.eco-bau.ch: umfassende Informationen zum Innenraumklima, mit Merkblättern und Checklisten
Buchtipps
Reto Coutalides: «Innenraumklima. Wege zu gesunden Bauten»; Werd-Verlag, 2009, 208 Seiten, 52 CHF
Kerstin Volkenant u.a.: «Gesund bauen und wohnen»; Haufe, 2008, 296 Seiten, CHF 51.50
Renovieren
Anzeige:
Ein Kinderzimmer zu renovieren oder neu zu möblieren muss nicht teuer sein. Ein Blick ins Sortiment einiger Baumärkte zeigt, dass sich schon mit einem Budget von 500 bis 1000 Franken einiges realisieren lässt. Dieses Geld reicht bei 15 Quadratmeter Fläche für ein neues Parkett (Laminat), einen neuen Anstrich (Dispersion), für Regale, eine Holztruhe, Vorhänge und eine Lampe. Nicht eingerechnet sind Hilfsmittel, Werkzeuge und natürlich die eigene Arbeitsleistung.
Während Haus- und Stockwerkeigentümer die eigenen vier Wände ganz nach ihrem Geschmack gestalten und umbauen können, setzt das Mietrecht bei Mietwohnungen enge Schranken: Änderungen an der Mietsache setzen von Gesetzes wegen die schriftliche Zustimmung des Vermieters voraus. Wenn keine Einwilligung der Verwaltung vorliegt, haftet der Mieter für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Am besten treffen Sie bei grösseren Eingriffen deshalb eine schriftliche Vereinbarung mit Ihrem Vermieter (Mustervorlage zum Beispiel auf www.mietrecht.ch → Mieterinvestitionen). In einer solchen Vereinbarung sollten die bewilligten Arbeiten und auch die Kostenfrage genauer geregelt werden. Wenn überhaupt, zahlen die Vermieter nur an die Kosten, wenn sie der Renovation ausdrücklich zustimmen.
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© Beobachter Ausgabe 7 vom 31. Mär 2010 - Alle Rechte vorbehalten