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Pausenplatz

Die Brille wird gern gesehen

Text:
  • Yvonne Staat
Bild:
  • Jupiterimages
Ausgabe:
19/08

Brillenträger müssen sich auf dem Schulhof nicht mehr vor Hänseleien fürchten.

Kinder, die eine Brille tragen müssen, haben häufig Angst, dass sie deshalb bei ihren Spielkameraden untendurch müssen. Sie sehen sich schon allein in einer Ecke des Pausenplatzes stehen, von den anderen Kindern verschmäht, weil nur langweilige Streber Brille tragen. Diese Befürchtung entpuppt sich nun als reine Schwarzmalerei: Eine Brille hat nämlich überhaupt keinen Einfluss darauf, ob Kinder als Spielgefährten begehrt sind oder nicht.

Intelligent und ehrlich

Und es kommt noch schöner: Bei Sechs- bis Zehnjährigen haben Altersgenossen mit Sehhilfe sogar ein besseres Image als jene ohne. Sie gelten als intelligenter und ehrlicher. Das fand Jeffrey Walline von der Ohio State University heraus. Ein Grund für das positive Image der Brille sieht der Forscher in der Omnipräsenz Harry Potters in den Medien. Auch der Zauberlehrling Potter - für viele Kinder ein Held und Vorbild - ist nämlich Brillenträger.

Walline und sein Team untersuchten die Reaktion von 80 Kindern auf Fotos von Altersgenossen, davon je die Hälfte mit und ohne Brille. Sechs Fragen sollten die jungen Probanden beantworten: Wer erscheint ihnen klüger? Wen schätzen sie als sportlicher ein? Wer ist schüchterner? Wer ehrlicher? Wer sieht attraktiver aus? Wen würden sie als Spielkameraden bevorzugen? Zwei Drittel der jungen Probanden hielten Brillenträger für schlauer und 57 Prozent für ehrlicher. Und bei der Wahl der Spielkameraden spielte das «Nasengestell» überhaupt keine Rolle.

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© Beobachter Ausgabe 19 vom 17. Sep 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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