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Schlafen

Wenn das Sandmännchen streikt

Text:
  • Daniel Burkolter
Ausgabe:
23/07

Schlafprobleme bei Kindern sind meist harmlos, strapazieren aber Eltern ganz schön. Abendrituale wie eine Diskussion über die Ereignisse des Tages helfen, die Nerven zu schonen.

Probleme rund ums Schlafen sind eine der Zerreissproben bei der Kindererziehung. Eltern kommen nirgends so rasch ans Limit wie mit Kindern, die nicht schlafen wollen oder können, und beginnen sich unweigerlich Sorgen zu machen. Ist das Kind etwa krank? Zur Beruhigung gleich vorweg: In den meisten Fällen sind Schlafprobleme bei Kindern zwar für beide Seiten enorm kräfteraubend, aber nicht gefährlich. Nur wenn sich die üblichen Schlafgewohnheiten innerhalb kurzer Zeit ändern, sollten Eltern stutzig werden und vor allem bei einem stark erhöhten Schlafbedürfnis eine Abklärung beim Kinderarzt machen lassen.

 

Grundsätzlich gilt: Nächtliches Aufwachen ist bei Kindern normal, fast immer schlafen sie kurze Zeit später ja auch wieder ein. Harmlos trotz seiner Wirkung ist der sogenannte Pavor nocturnus, der auch als Nachtschreck bezeichnet wird. Das Kind beginnt dabei im Schlaf auf einmal zu schreien; seine Haltung drückt Angst, Wut oder Verzweiflung aus. Schneller Puls, Pupillenerweiterung oder Schweissausbrüche sind auch zu beobachten. Eine erschreckende Situation für Eltern, zumal das Kind nicht richtig wach ist, sich nicht beruhigen lässt und oftmals um sich schlägt. So plötzlich wie der Nachtschreck beginnt, ist er auch wieder vorbei. Das Kind schläft ein und kann sich am nächsten Morgen an nichts erinnern. Trotz dem eindrücklichen Anblick müssen keine speziellen Massnahmen ergriffen werden, die Kinder tragen keinen Schaden davon.

Nachtschwärmer und Frühaufsteher

Weit häufiger als solche Phänomene sind Probleme beim Zubettgehen und Einschlafen. Hier bewährt es sich, den Kindern ein Ritual anzugewöhnen, welches sich jeden Abend wiederholt. So wissen die Kleinen bereits beim ersten Programmpunkt, dass jetzt die Schlafenszeit naht. Beispiel: Erst gibt es noch etwas zu trinken, dann kommt die Gutenachtgeschichte, bevor es ins Bett geht. Einschlafen kann für Kinder genauso schwierig sein wie für Erwachsene, und die Gründe sind nicht viel anders: Auch Kinder haben offene Fragen und Ängste, die den Schlaf behindern. Es kann vielen Kindern enorm helfen, wenn zum Einschlafritual eine Diskussion über die Ereignisse des Tages gehört.

Ein weiterer, ganz banaler Grund für Probleme beim Einschlafen: Das Kind ist gar nicht müde. Kinder haben ganz unterschiedliche Schlafbedürfnisse, da sind sie nicht anders als Erwachsene. Es gibt die Nachtschwärmer und die Frühaufsteher. Auch diesen Punkt sollte man bei der Gestaltung des Einschlafrituals nicht vernachlässigen.

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© Beobachter Ausgabe 23 vom 07. Nov 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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