Suchtprobleme
Verhaltensregeln für Angehörige
Egal, wie Sie mit einem suchtkranken Mitmenschen umgehen: Sein Problem hat Auswirkungen auf Ihre Beziehung zu ihm. Die folgenden Verhaltensregeln können helfen, den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden.
| Was kann ich für mich selber tun? | Was kann ich für den suchtkranken Angehörigen tun? |
Bei Verdacht | |
| Ich informiere mich über Sucht und Drogen. | Ich vermeide Belehrungen. |
| Ich durchsuche weder seine Taschen noch seine Schubladen | Ich versichere ihm, dass er mir vertrauen kann. |
Bei Gewissheit | |
| Ich frage mich, was sein Konsum mit unserer Beziehung zu tun hat. | Ich vermeide Sätze wie «Das tust du nur, weil…». |
| Ich bin mir bewusst, dass sein Konsum unsere Beziehung beeinflusst. | Ich moralisiere nicht und sage keine Sätze wie «Wenn du mich liebst, dann…». |
| Ich vertraue meinen Gefühlen und Wahrnehmungen und lasse mich nicht um den Finger wickeln. | Ich zeige ihm, dass ich ihn ernst nehme und dass ich mir Sorgen mache. |
| Ich überlege mir, was mir am Zusammenleben mit ihm wichtig ist. | Ich stelle Bedingungen für das Zusammenleben, kündige Konsequenzen an und ziehe diese notfalls auch durch. |
Bei Eskalation | |
| Ich lasse nicht zu, dass sein Konsum mein Leben oder unsere Beziehung dominiert. | Beim Gespräch stehen Probleme des Alltags und des Zusammenlebens im Vordergrund. |
| Ich bin auf Rückfälle gefasst. | Ich werfe ihm etwaige Rückfälle nicht vor, denn er macht sich selber genügend Vorwürfe. |
| Ich werde nicht zum Komplizen seiner Sucht, indem ich ihm zum Beispiel Geld gebe. | Ich unternehme nichts, was seinen Konsum erleichtert. |
| Ich suche Hilfe, Unterstützung und Beratung für mich selber. | Ich mache ihn auf Suchtberatungsstellen aufmerksam und begleite ihn, wenn er es wünscht. |
| ch tabuisiere seinen Konsum weder bei meinen noch bei seinen Freunden. | Ich sage ihm, dass mich sein Konsum beschäftigt und belastet. |
| Ich lasse mich nicht belügen und vertrösten. | Wir führen keine Gespräche, wenn er «verladen» ist. |
| Ich gehe mit mir selber sorgsam um. | Notfalls muss er sich (räumlich) von mir trennen |
© Beobachter Ausgabe 19 vom 19. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten




Alkohol
Die Grenze zwischen Genuss und Sucht – nüchtern betrachtet.