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Jugendsexualität

Dreht sich bei den Jugendlichen zu viel um Sex? Und wie kann man ihnen bei ihren Problemen helfen?
[Geschlossen] Kind und Sex sells
Verfasst am: 10.12.2006 – 18:44
Es ist schon eigenartig. Was vor 10 Jahren in den USA losgetreten wurde, findet nun auch in der Schweiz statt. Statt den Kindern und Jgendlichen Interesse und Experimentierfreudigkeit im Umgang mit Sexualität zuzugestehen, erhöhen wir hier frisch und fröhlich das Schutzalter und eine EU-Richtlinie sieht vor, den Begriff Kind bis 18 Jahre gelten zu lassen.

Realitätsverlust nenne ich das.

Inzwischen werden in den USA 4 Jährige angeschuldigt ihre Lehrer sexuell berührt zu haben
Siehe:
http://www.itp-arcados.net/leben/kind.sexverbrecher.php
Wir werden in der Schweiz bald auch an diesem Punkt sein und uns wundern, warum die Gewalt bei Kindern und Jugendlichen zunimmt.

Und am ekligsten sind diese Forderungen nach härteren Gesetzen. Erstens haben härtere Gesetze keine präventive Wirkung, anderseits haben wir genug Gesetze.
 
Verfasst am: 11.12.2006 – 10:43
es überrascht mich nicht dass genau solche Worte von DIR kommen...

Sexuelle Übergriffe gegen den Willen sollten immer in voller Härte bestraft werden ohne wenn und Aber!!

Vorallem Übergriffe an Kindern!!!
 
Verfasst am: 11.12.2006 – 14:01
Erlauben Sie

Ich kann mich nicht erinnern mit Ihnen Freundschaft geschlossen zu haben, darum bleib ich beim Sie zu Ihnen.

Selbstverständlich müssen Kinder geschützt werden, auch mit Gesetzen. Sie müssen auch vor älteren Kindern und Jugendlichen geschützt werden. Dazu gibt es Gesetze und geeignete Massnahmen.

Die jüngsten Fälle in Zürich und Steffisburg sind irritierend, jedoch wer mit Jugendlichen oft zu tun hat, sollte sich nicht wundern.

Hysterisches Geschrei nach härteren Strafen sind aber ziemlich absurd. Vielmehr sollte man sich einmal Gedanken darüber machen, welche Form von Pornografie andauernd auf unsere Kinder einwirkt. Ich bin gegen diese Pornografie und bin froh, dass darüber diskutiert wird, zumindest diese bescheuerte TV-Pornografie zu verbieten.

Wenn Kinder und Jugendliche endlich wieder die Chance bekämen, verantwortlicher Umgang mit Sexualität und einen natürlichen Zugang zum eigenen Körper zu erfahren, dann dürfte es zu solchen Ereignissen wie in Steffisburg und Zürich Seebach viel weniger oft kommen.


 
Verfasst am: 11.12.2006 – 14:19
wenn Du erlaubst, ich bleibe beim Du, denn in Foren ist es Gang und Gäbe sich zu duzen ohne Freundschaft zu schliessen, was mir bei Dir sehr fern ist.

Ich bin deswegen nicht hysterisch, wenn ich möchte dass solche Gewalttaten härter bestraft werden als bis anhin...in vielen Fällen werden die Täter zu Opfern gemacht und die Opfer zu Tätern, was ja sehr absurd und pervers ist.
Zudem dürften Triebtäter und Kinderschänder nie mehr rauskommen, da die Realität ja immer wieder aufs neue beweist, dass sie rückfällig werden und nur dadurch Wiederholungstäter entstehen können.

Logisch, wenn sie hinter Gitter sind, sagt man: Gute Führung, aber das ist auch nur so, weil es dort keine Frauen und Kinder gibt, so haben sie auch keine Möglichkeit es wieder zu tun...das ist erst wieder der Fall, wenn sie freigelassen werden, wegen dieser sogenannten guten Führung die ja in diesem Fall nur fiktiv ist...

Überall liest man und habe ich auch schon persönlich mitbekommen...die Lehrer, Pfarrer, Fussballtrainer, Bademeister, der liebe Nachbar, der liebe Onkel, der eigene Vater vergreifen sich an den Kindern, das Kind ist nirgends mehr sicher und irgendwie muss man die Kinder doch schützen vor solchen Perverslingen...sprich...härtere Bestrafungen und vorallem Verwahrung für IMMER!!!

Und dass jetzt bereits Jugendliche sich an anderen Jugendlichen oder kleinen Kindern vergreifen, liegt vorallem daran, dass dies immer wieder verharmlost wird und sie unkontrolliert auf dubiosen Seiten rumsurfen im Internet oder unkontrolliert TV schauen, sich bereits neunjährige Kinder Pornos auf ihr Handy laden usw....

jetzt muss endlich gehandelt werden und nicht immer nur theoretisiert werden, denn das bringt überhaupt nichts!!!
 
Verfasst am: 11.12.2006 – 16:14
Was erhoffen Sie sich von härteren Strafen?

Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Fakten lenken:

1.
Seit 10 Jahren werden Sanktionen zu Gewalt- und Sexualdelikten verschärft. In den gleichen 10 Jahren haben sich die angezeigten Delikte verdoppelt. (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik)

2.
Die grösste Mordrate gibt es in jenen westlichen Staaten, die besonders restriktiv mit Straftäter umgehen. Die besten Vergleiche liefern die USA, wo umso grausamere Gewaltverbrechen passieren, je härter die Strafen dafür sind. (Vergleiche Staaten mit und ohne Todesstrafe)

Es ist ärgerlich, dass Sie zu allen Missständen in der Gesellschaft immer nach härteren Strafen schreien, total ignorierend, dass damit nichts verbessert wird. Im Gegenteil. Die Tendenz, inhumane Taten mit inhumanen Sanktionen zu bestrafen ist eine Konkurserklärung an den Humanismus und auf die Aufklärung - beides Grundstützen einer modernen Demokratie. Ihre Forderungen und Ansichten sind geprägt durch Rache- und Sühnegedanken.

Noch sind Ihre Ansichten mehrheitsfähig. Diese Mehrheit brökelt aber mit jedem weiteren Justizopfer, das solche Forderungen ensteht.

Wann wird man endlich den Fokus auf die Ursachen lenken? Ist es nicht intelligenter Anstrengungen zu unternehmen, dass potentielle Täter vor der Tat erreicht werden, statt zu warten bis sie eine Tat begehen und dann mit drastischen Strafen zu kommen?

Eine hervorragende Analyse der Problematik, fundiert und fast ohne Populismus vorgetragen, finden Sie im Text des bekanntesten Jugendpsychologen der Schweiz, Allan Guggenbühl. Nachzulesen: http://www.tagblatt.ch/index.php?archivsuche=1270264&jahr=20...
 
Verfasst am: 11.12.2006 – 19:05
hallo gabriella8888 und Mensch!

Komisch, die Diskussion über Jugendsexualität ist ja eigentlich gar nicht vernetzt. Unter der Rubrik "Zuviel sex'" hatte ich heute ein gute Diskussion mit dir, Gabriella, indem wir beide die Verantwortung der Erwachsenen und Eltern für ihre Kinder beleuchtet und in den Vordergrund gestellt hatten - und hier in "Kind und Sex sells" kämpfst du für immer härtere Strafen von Sexualstraftätern. Ich bin der gleichen Ansicht, wie "Mensch", dass immer härtere Strafen das Problem nicht an der Wurzel packen. Ausserdem hast du dich in der Diskussion über die "Verwahrung" viel differenzierter geäussert, als hier. Ich habe in der anderen Rubrik schon erwähnt, dass schlimme Sexualstraftaten häufig von Familienvätern und Verwandten begangen werden, wo immer noch ein grosses Vertuschpotenzial vorherrscht. Dafür lässt man von der Justiz fälschlicherweise verurteilte Opfer chancenlos schmoren. Ich würde wirklich lieber einmal all' diejenigen an den Pranger stellen wollen, die mit billiger Sexwerbung viel Geld machen, die in den Sensationsmedien Sex als jederzeit käuflich darstellen, die auf Teppichetagen vor allem Frauen und deren Karriere mit Anmache verbinden. Glaubst du wirklich, es seine die zu bestrafenden Sexualstraftäter, die billigen Porno in die Handys stellen? Die kommen (noch) ungeschoren davon und machen Geld. Wenn wir die Beziehung zu unseren Kindern auf die Basis von Respekt stellen, müssen wir auch in der Opfer- Täterdiskussion jederzeit zu differenzieren versuchen, denn sonst verliert sich der Respekt im Schatten von Schwarz-Weissmalerei.

hundeken
 



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