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Betrüger

Der Trick mit dem spanischen Erbe

Text:
  • Martin Vetterli
Ausgabe:
7/09

Er heisst Mr. Victor Crespo und arbeitet für eine Madrider Anwaltskanzlei, die es nicht gibt. 

Er verspricht die Überweisung des 13,7-Millionen-Erbes eines Schweizers, der nie gelebt hat und bei keinem Unfall ums Leben gekommen ist. Er warnt, dass der spanische Staat das Erbe, das es nicht gibt, konfiszieren werde, wenn man nicht schnell reagiere. Und beteuert, dass die Annahme des Erbes keinerlei Risiken birgt.

Der Anwalt heisst auch mal David Wilson, Mrs. Rose Baba oder Barrister Juan Borroso. Versprochen werden unterschiedliche Millionenbeträge. Sicher ist nur: Hinter diesen Namen stecken keine Anwälte, sondern afrikanische Betrüger, die von Spanien aus operieren.

Betrug via Erbschaftsversprechen ist eine neue Variante der Abzockermasche, die als Nigeria-Connection traurige Berühmtheit erlangte. Damals sollte man helfen, gegen eine fürstliche Entschädigung Millionen aus dem korrupten afrikanischen Staat abzuzügeln. Heute muss man bloss Gebühren, Steuern, Schmiergelder zahlen, die in den Sack der Betrüger wandern. Garantiert ist auch beim neuen Erb-Trick nur eines: dass man vom grossen Geld nie etwas sieht.

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© Beobachter Ausgabe 7 vom 01. Apr 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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