• Anzeige:

  • Anzeige:

Südostbahn

Aktien, die niemand will

Text:
  • Martin Müller
Ausgabe:
19/06

Wer Nebenwerte-Aktien mit Liebhabercharakter anlegt, kann sie unter Umständen nicht mehr verkaufen und muss das Vermögen trotzdem versteuern.

«Aktien verkaufen sollte kein Problem sein», dachte Armin Münzel aus Horgen. Doch seine Anteile an der Südostbahn AG (SOB), beschied ihm seine Hausbank, werden an keiner Börse gehandelt. Die SOB betreibt hauptsächlich die Voralpenstrecke St. Gallen-Arth Goldau. Münzel hatte in der Gegend gewohnt und darum die 1’176 SOB-Namenaktien gekauft. Aus Altersgründen möchte er sich nun von ihnen trennen. Die Krux: Auch wenn die Aktien praktisch nicht verkäuflich sind, muss Münzel sie in der Steuererklärung als Vermögen im Wert von 588 Franken einsetzen.

«Das ist ein Problem aller Nebenwerte-Aktien, die mehr Liebhabercharakter haben», sagt SOB-Sprecher Werner Thurnheer. Bis Ende 2005 hatten Verkaufswillige Glück: Die SOB nahm ihnen Aktien ab. Doch damit ist Schluss. «Der Verwaltungsrat hat beschlossen, dass wir maximal 0,5 Prozent des Aktienbestandes selber halten dürfen», sagt Thurnheer. Verkaufswilligen Privataktionären rät er, an der nächsten SOB-Generalversammlung zu beantragen, die interne Aktienlimite heraufzusetzen. Doch ob die Mehrheitsaktionäre - Bund, Kantone, Bezirke und Gemeinden - dem Antrag zustimmen, ist fraglich.

© Beobachter Ausgabe 19 vom 13. Sep 2006 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh