Editorial
Gesundheit muss bezahlbar sein
Gesundheit ist uns lieb und teuer. Viel zu teuer.
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Spätestens seit wir die Krankenkassenprämien für 2010 kennen, ist uns das wieder schmerzhaft bewusst geworden. Die Rechnung sieht schlecht aus, vor allem für Junge und für Versicherte mit hohen Franchisen. Die Prämien steigen markant, Gesunde erhalten weniger Rabatte, Kranke werden mehr selber zahlen müssen. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Gesundheitskosten weiter steigen und Behandlungen, die heute noch obligatorisch versichert sind, künftig wohl nicht mehr bezahlt werden.
«Geht es nicht günstiger?», werden Sie sich jetzt fragen. Die Antwort lautet nein. Das Kostenwachstum lässt sich höchstens bremsen. Einen vorsichtigen Schritt dazu hat der Nationalrat diesen Herbst mit seinen Beschlüssen zur Erhöhung des Selbstbehalts für Direktkonsultationen bei Spezialisten, zur Förderung von Generika (lesen Sie dazu den Artikel «Medikamente: Gleiche Wirkung - besserer Preis») und zur Verlängerung der Vertragsdauer bei Wahlfranchisen getan. Der Ständerat wird in der Wintersession noch darüber befinden müssen. Weitere hitzige Debatten über freie Arztwahl, Medikamentenpreise und Spitalplanung sind programmiert. Andere kostentreibende Faktoren dagegen lassen sich kaum beeinflussen – etwa dass wir immer älter werden und länger ärztliche Hilfe benötigen oder die rasanten (und teuren) Fortschritte in der Medizin.
Dennoch: Wir alle können einen Beitrag zur Kostendämpfung leisten – indem wir zum Beispiel nur dann zum Arzt gehen, wenn es wirklich nötig ist. Oder indem wir alternative Versicherungsmodelle wählen und uns verpflichten, immer dieselbe ärztliche Anlaufstelle zu nutzen (lesen Sie dazu «Managed Care: Prämienrabatt dank ärztlichem Gesundheitsmanager»). So sparen wir nicht nur Prämien, sondern entlasten das ganze System. Eigenverantwortliches Handeln lohnt sich für alle, denn die Gesundheit wird uns auch künftig lieb und teuer sein. Aber sie soll auch für alle zahlbar bleiben.
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© Beobachter Ausgabe 21 vom 15. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten


