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aktualisiert am 28. Sep 2011 14:53Krankenkassen

Risikopatienten werden aussortiert

Text:
  • Martin Vetterli
Bild:
  • Thinkstock Kollektion

Die beiden Internet-Vergleichsdienste Comparis und Bonus helfen den Krankenkassen, unattraktive Versicherte abzuwimmeln. Wie Sie trotzdem das beste Angebot finden - und bekommen.

Krankenkassen: Comparis und Bonus sortieren Risikopatienten aus

Ältere Menschen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko können von gewissen Krankenkassen keine Offerte über das Internet anfordern. Das Bundesamt für Gesundheit BAG bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung Blick. Dahinter wird eine Abmachung zwischen den Vergleichsdiensten und den Krankenkassen vermutet.

Das BAG prüft nun, ob damit die Aufnahmepflicht verletzt werde, sagte eine BAG-Sprecherin der Nachrichtenagentur SDA. Sei dies der Fall, schreite das BAG ein. Das Krankenversicherungsgesetz verpflichtet die Krankenkassen, alle, die dies wünschten, in die Grundversicherung aufzunehmen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand.

Comparis-Chef Richard Eisler verteidigt sich gegen die Blick-Vorwürfe mit dem Hinweis, Versicherungen hätten zwar eine Aufnahmepflicht, aber keine Offertpflicht. Welche Anfragen sie entgegennehmen wollten, entschieden allein die Krankenkassen.

Doch wenn man bei Comparis oder Bonus keine Offerte für das gewünschte Angebot anfordern kann, bedeutet das nicht, dass es dieses Angebot nicht gibt. Prämien vergleichen kann man neu auch mit dem kostenlosen Prämienrechner des BAG - für eine Offerte wendet man sich dann über den entsprechenden Link direkt an die jeweilige Krankenkasse.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für den Vergleich der vielfältigen Versicherungsmöglichkeiten und prüfen Sie die Angebote der verschiedenen Kassen genau (siehe auch unten: «Prämien 2012»). So offerieren etwa manche Kassen zusammen mit der Grundversicherung gleich auch noch bestimmte Zusatzversicherungen - diese sind dann allenfalls zu streichen, wenn man sie schon hat oder nicht benötigt. Zudem gibt es innerhalb der Grundversicherung ein breites Angebot, wie die Wahlfreiheit des Arztes geregelt ist.

Prämien 2012

Die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung steigen 2012 um durchschnittlich 2,2 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte.

Die durchschnittliche Prämienerhöhung von 2,2 Prozent gilt für die Prämie von Erwachsenen mit einer Minimalfranchise von 300 Franken inklusive Unfalldeckung. Dieser Anstieg liege deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt und beträgt nur rund ein Drittel der letztjährigen Anpassung von 6,5 Prozent.

In sieben Kantonen (BE, GR, NE, OW, TG, TI und VD) liegen die Prämienanpassungen unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, die Veränderungen bewegen sich hier in einer Bandbreite zwischen minus 1 und 2 Prozent. In weiteren acht Kantonen (AG, BL, GE, LU, SH, SO, SZ und VS) beträgt die durchschnittliche Prämienanpassung 2,2  bis 2,8 Prozent. Die übrigen 11 Kantone (AI, AR, BS, FR, GL, JU, NW, SG, UR, ZG und ZH) verzeichnen Anpassungen von 3,1 bis 5,5 Prozent.

Die Prämien für Kinder werden im Schnitt um 1,4 Prozent angepasst, bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren sind es 4,4 Prozent.

Bis Ende Oktober 2011 müssen die Krankenkassen ihre Versicherten individuell über die 2012 geltenden Prämien, die Wahlfranchisen und die in diesem Zusammenhang gewährten Rabatte informieren. Die Versicherten haben anschliessend bis Ende November 2011 Zeit, ihre Versicherung zu kündigen oder eine andere Versicherungsform zu wählen.

WEITERE INFOS
Prämienrechner: 
Auf www.priminfo.ch finden Sie einen Prämienrechner, mit Sie sich über die verschiedenen Versicherungsangebote aller Krankenversicherer informieren können. Sie können die jeweiligen Prämien nach ihrer Höhe sortieren und damit ihr Einsparpotential berechnen. Dazu genügt die Angabe von Wohnort, Alter, Versicherungsmodell, Franchise und aktueller Krankenversicherung. Wer ein passendes Angebot gefunden hat, kann bei der Krankenkasse online eine Offerte für die Grundversicherung einholen oder ein entsprechendes Formular ausdrucken und an die Krankenkasse senden.

Prämienberatung: 
Die Dokumentation «Prämienberatung» liefert zudem Informationen zur Krankenversicherung, Tipps zum Prämiensparen und Musterbriefe. Diese Dokumentation ist ebenfalls unter www.priminfo.ch zu finden oder in Papierform bestellbar.



Hotline: 
Unter der Nummer 031 324 88 01 ist eine Hotline in Betrieb, an die sich die Versicherten mit ihren Fragen wenden können.



Übersicht über die Prämien 2012: 
Den Versicherten steht unter www.priminfo.ch eine Prämienübersicht zur Verfügung, die auch in Papierform bestellt werden kann. Sie enthält die Prämien aller Versicherer und weitere Informationen wie:


  • Hinweise zu Kündigungsfristen

  • Sparmöglichkeiten

  • Listen der HMO-Standorte und Hausarztnetze

  • Verzeichnis der Krankenversicherer

  • Adressen der für die Prämienverbilligung zuständigen kantonalen Stellen




Bestellmöglichkeiten:


  • per E-Mail: priminfo@bag.admin.ch

  • per Telefon: 031 324 88 01 - bis 31. Dezember 2011 zu Bürozeiten

  • per Fax: 031 324 88 00, vom 28. Oktober bis 31. Dezember 2011, mit Angabe des gewünschten Kantons

  • schriftlich: Bundesamt für Gesundheit, Prämien-Service, 3003 Bern, mit Angabe des gewünschten Kantons und einer an die Bezügerin/den Bezüger adressierten Selbstklebeetikette (bitte keine Couverts schicken)

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