Budget
Damit Finanzielles nach Plan läuft
- Text:
- Christian Kaiser
- Bild:
- Pauline, pixelio.de
Schlaflose Nächte wegen Rechnungen und Kreditschulden müssen nicht sein. Ein ehrliches Haushaltsbudget und unsere Budget-Tabelle helfen, die Finanzen in den Griff zu bekommen.
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Wissen Sie, welches die grössten Ausgabenpositionen in Ihrem Haushalt sind? Wahrscheinlich geht es Ihnen wie den meisten in der Schweiz: Versicherungen, Wohnkosten sowie Steuern sind am teuersten – in dieser Reihenfolge. Zusammen machen sie gut die Hälfte der Haushaltskosten aus.
Damit Sie für Ihre Budgetplanung gewappnet sind, sollten Sie ein bisschen Zahlenakrobatik betreiben. Ausgehend von einem statistischen Durchschnittshaushalt von 2,23 Personen, hat die Haushaltsbudget-Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) folgende Angaben ermittelt:
- Für Versicherungen, inklusive Krankenkasse und Beiträge an die Sozialversicherungen, gibt ein Durchschnittshaushalt jeden Monat rund 1700 Franken oder 20'400 Franken im Jahr aus.
- Das Wohnen ist der zweitgrösste Budgetposten: Gemäss BFS-Berechnungen belaufen sich die Ausgaben im Schnitt auf rund 1400 Franken pro Monat und Haushalt. Mietern wird dieser Wert erstaunlich tief erscheinen. Der Grund: Die Besitzer von Wohneigentum drücken den Durchschnitt.
- Vorsicht, Steuern! In eine seriöse Budgetplanung gehören natürlich auch die steuerlichen Abgaben. Häufig wird dieser Ausgabenposten jedoch nicht einkalkuliert, und so fehlt es unter Umständen an Flüssigem, um die Steuern pünktlich zu zahlen. Entnehmen Sie Ihrer letzten Steuerrechnung, welche Kosten voraussichtlich auf Sie zukommen.
Hinzu kommen Ausgaben zum Beispiel für Essen, Mobilität, Ferien, Weiterbildung, Zahnarzt, Haustiere und Restaurantbesuche. Nur die individuelle Berechnung für Ihren Haushalt zeigt verlässlich, wie viel Sie in den Sparstrumpf stecken können beziehungsweise wie gross das Loch in Ihrer Brieftasche ist. Um ein Budget ins Lot zu bringen, gibt es zwei Strategien: Einnahmen maximieren oder Ausgaben minimieren. Kluge Budgetierer tun beides.
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Budget erstellen
Die zehn wichtigsten Punkte zum Budget lauten:
- Sammeln Sie die Belege Ihrer Einnahmen und Ausgaben.
- Überlegen Sie, wie viel Sie einnehmen: Angaben dazu finden Sie in Lohnausweisen, Bescheinigungen für Prämienverbilligungen und Kinderzulagen oder in Ihrer letzten Steuererklärung.
- Überlegen Sie, wie sich Ihre Ausgaben zusammensetzen: Was sind die grössten Posten, wie viel geben Sie insgesamt für Kleider oder Essen aus?
- Bedenken Sie auch den Zeitpunkt der Zahlung: monatlich, vierteljährlich oder einmal im Jahr.
- Welche Zahlungsmittel verwenden Sie: Posteinzahlung, Barzahlung, EC-Karte oder Kreditkarte, Lastschrift, Dauerauftrag?
- Erfassen Sie alle Budgetposten möglichst vollständig. Runden Sie ungerade Ausgaben auf: Das schafft etwas Reserve für Verteuerungen oder Unvorhergesehenes.
- Ziehen Sie die Ausgaben von den Einnahmen ab. Resultiert ein Minus, müssen Sie neu budgetieren: Überprüfen Sie jede Position im Hinblick auf ihr Sparpotential. Ein positiver Saldo signalisiert, dass Sie Reserven bilden können.
- Auch bei einem Überschuss sollten Sie sich überlegen, ob im Lauf des Jahres finanzielle Engpässe entstehen könnten: Sind irgendwann grössere Zahlungen fällig, für die womöglich zu wenig Geld auf dem Konto ist (Steuern, 3. Säule)?
- Passen Sie die Zahlungsart und den Rhythmus an, falls dies angebracht scheint. Vermeiden Sie ungedeckte Zahlungen mit Kreditkarte, die Aufnahme von Konsumkrediten oder Leasing.
- Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit die Einhaltung des Budgets. Überarbeiten Sie es, falls nötig: Wo liesse sich sparen, worauf könnten Sie verzichten?
Budgetplan: Mit unserer Excel-Tabelle ist es ganz einfach, Einnahmen und Ausgaben einander gegenüberzustellen – Sie tragen nur die Zahlen ein, den Rest macht die Tabelle: Budget-Tabelle (Download Excel-Dokument 23 kb)
Welche Kosten auf Eltern zukommen
Kinder gehen – bei allen Freuden – ganz schön ins Geld: Ein Einzelkind kostet im Schnitt rund 350'000 Franken, bis es 20 ist, das zweite und dritte Kind noch einmal rund die Hälfte dieses Betrags. Eine Hochschulausbildung verursacht Mehrkosten von 100'000 bis 150'000 Franken pro Kind.
In dieser Berechnung sind allerdings die indirekten Kosten noch nicht berücksichtigt: Viele Eltern reduzieren nach der Geburt des ersten Kindes ihr Arbeitspensum. Dadurch verringert sich das verfügbare Einkommen beträchtlich, und auch die soziale Absicherung (1. und 2. Säule) verschlechtert sich.
Staatliche Zuschüsse wie Kinderzulagen, Prämienverbilligungen, Zahlungen aus der Mutterschaftsversicherung oder Stipendien decken nur einen Bruchteil der zusätzlichen Kinderkosten. Am besten über die Runden kommen deshalb Paare, die bereits vor der Geburt des ersten Kindes tiefe Fixkosten haben. Wer hingegen Schulden verzinsen oder abzahlen muss oder an teure Lebensversicherungen und Leasingverträge gebunden ist, wird es schwer haben, eine Familie zu versorgen.
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© Beobachter Online 28. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten






