Budget
Wie man als Ex-Milliardärin über die Runden kommt
Madeleine Schickedanz, einst schwerreich, muss heute den Gürtel enger schnallen. Ein paar Tipps fürs Haushaltsbudget.
Wer hätte das gedacht, Madeleine Schickedanz! Vor zwei Jahren tauchte Ihr Name in der Milliardärsliste von Forbes auf, und jetzt droht die Armut: Der Arcandor-Konzern, dem Sie Ihren «Quelle»-Versand verkauften, ist praktisch pleite. Ihre Anteile sind kaum mehr das Papier wert, auf das sie gedruckt sind. Um die Firma vor der Insolvenz zu retten, haben Sie sich laut eigenen Aussagen in «horrende Schulden gestürzt». Darum blieben Ihnen und Ihrem Mann nur 900 Euro Haushaltsgeld pro Monat. Einkaufen liege nur noch bei Aldi drin, klagen Sie.
Anzeige:
Restaurants vorerst meiden
Dass sich das Mitleid breiter Kreise in Grenzen hält, wird Sie kaum überraschen. Vor allem seit bekannt wurde, dass Ihnen in St. Moritz neben einem 10-Millionen-Anwesen auch noch eines für 25 Millionen gehört. In Leserbriefspalten werden Sie nun aufgefordert, einen 400-Euro-Job anzunehmen, beim Italiener um die Ecke statt im Edellokal einzukehren und Gemüse im Garten anzupflanzen.
Diese Tipps sind sicher gut gemeint, aber bis zur ersten Ernte müssen Sie den Gürtel trotzdem enger schnallen. Und auswärts essen sollten Sie erst wieder, wenn Sie Ihre Ausgaben im Griff haben.
Um effizient zu sparen, erstellen Sie ein Budget. Vorlagen mit Richtwerten finden Sie unter www.budgetberatung.ch. Von den 900 Euro, die Ihnen nach Abzug der Fixkosten bleiben, reservieren Sie 600 für Lebensmittel und 50 für Wasch-, Putzmittel und Körperpflegeprodukte. Achten Sie beim Einkaufen auf Aktionen und lassen Sie die Kreditkarte zu Hause. Zweigen Sie für sich und Ihren Mann ein Taschengeld von 100 Euro pro Person ab. Darüber dürfen Sie und Ihr Gatte frei verfügen. Secondhandläden sind für Kleider übrigens wahre Schnäppchengruben.
Wenn Sie sich an dieses Budget halten, bleiben Ihnen pro Monat noch 50 Euro. Das sollte für einen Teller Spaghetti und eine Pizza beim Italiener reichen. Guten Appetit!
© Beobachter Ausgabe 18 vom 02. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten
