Psychologie
Armut bremst das Hirn
- Text:
- Ausgabe:
- 21/09
Seit längerem ist bekannt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien in der Schule schlechtere Noten und Abschlüsse erzielen. Nur: Woran liegt das genau?
Psychologen der University of Pennsylvania haben nun neueste Ergebnisse der Hirnforschung zu dieser Frage zusammengetragen. Fazit: Die soziale und wirtschaftliche Situation der Eltern wirkt sich ganz konkret auf die Hirnstruktur der Kinder aus. So ist etwa ein bestimmter Teil des Stammhirns bei Jungen und Mädchen aus armen Familien weniger aktiv. Das führt dazu, dass sie sich weniger konzentrieren und ihre Handlungen weniger planen können. Auch das Sprachzentrum dieser Kinder ist weniger aktiv und fällt durchschnittlich kleiner aus.
Ausschlaggebend für die Unterschiede im Gehirn ist das Umfeld, in dem die Kleinen aufwachsen. Während Kinder von Besserverdienenden in einer anregenden Umgebung gross werden, mit gemeinsamen Vorlesezeiten, Museumsbesuchen oder Diskussionen am Esstisch, findet das in ärmeren Familien weniger statt. Gemäss Schätzungen hören Kinder aus ärmlichen Verhältnissen bis zum vierten Geburtstag 30 Millionen gesprochene Wörter weniger als solche aus durchschnittlichen Haushalten. Der Wortschatz von Dreijährigen mit berufstätigen Eltern ist zudem mehr als doppelt so gross wie jener der Kinder von Sozialhilfeempfängern.
Zurück
© Beobachter Ausgabe 21 vom 15. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten
Psychologie
Armut bremst das Hirn
Seit längerem ist bekannt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien in der Schule schlechtere Noten und Abschlüsse erzielen. Nur: Woran liegt das genau?
Psychologen der University of Pennsylvania haben nun neueste Ergebnisse der Hirnforschung zu dieser Frage zusammengetragen. Fazit: Die soziale und wirtschaftliche Situation der Eltern wirkt sich ganz konkret auf die Hirnstruktur der Kinder aus. So ist etwa ein bestimmter Teil des Stammhirns bei Jungen und Mädchen aus armen Familien weniger aktiv. Das führt dazu, dass sie sich weniger konzentrieren und ihre Handlungen weniger planen können. Auch das Sprachzentrum dieser Kinder ist weniger aktiv und fällt durchschnittlich kleiner aus.
Ausschlaggebend für die Unterschiede im Gehirn ist das Umfeld, in dem die Kleinen aufwachsen. Während Kinder von Besserverdienenden in einer anregenden Umgebung gross werden, mit gemeinsamen Vorlesezeiten, Museumsbesuchen oder Diskussionen am Esstisch, findet das in ärmeren Familien weniger statt. Gemäss Schätzungen hören Kinder aus ärmlichen Verhältnissen bis zum vierten Geburtstag 30 Millionen gesprochene Wörter weniger als solche aus durchschnittlichen Haushalten. Der Wortschatz von Dreijährigen mit berufstätigen Eltern ist zudem mehr als doppelt so gross wie jener der Kinder von Sozialhilfeempfängern.
Anzeige:
Zurück
© Beobachter Ausgabe 21 vom 15. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten