Versicherung Als Hausbesitzer auf der sicheren Seite

Hausbrand
Wenn ein Blitz in den Dachstuhl eines Hauses einschlägt und einen Brand auslöst, kommt die Gebäudeversicherung für den Schaden auf.

Wenn der Feuerteufel im Dachstock wütet oder eine lecke Wasserleitung die Böden durchfeuchtet, kann das teuer werden. Mit den richtigen Versicherungen hält sich der finanzielle Schaden in Grenzen.

aktualisiert am 23. Feb 2016 14:31

Schäden an Haus und Mobiliar können schnell einmal Kosten von Tausenden von Franken nach sich ziehen. Oft sind es die Folgeschäden, die hohe Kosten verursachen. Deshalb tun Hausbesitzer gut daran, sich gründlich über die verschiedenen Versicherungsangebote zu informieren und ein individuelles, auf ihre eigenen Bedürfnisse abgestimmtes Versicherungsportefeuille zusammenzustellen. Über folgende Versicherungen sollte man sich informieren:

Gebäudeversicherung

(Feuer- und Elementarschadenversicherung): Wenn während eines Gewitters ein Blitz in den Dachstuhl eines Hauses einschlägt und einen Brand auslöst, kommt die Gebäudeversicherung für den entstandenen Schaden auf. Sie übernimmt auch die Kosten für Schäden, die durch Feuer, Hochwasser, Überschwemmungen, Lawinen, Schneedruck, Steinschlag, Erdrutsch, Felssturz, Sturm und Hagel entstehen.

Ausser in den Kantonen Wallis, Genf, Tessin und Appenzell Innerrhoden (mit Ausnahme des Bezirks Oberegg) ist die Gebäudeversicherung obligatorisch. In den meisten Kantonen mit Obligatorium muss die Versicherung bei der kantonalen Gebäudeversicherung abgeschlossen werden. Lediglich in den Kantonen Schwyz, Obwalden und Uri und im Bezirk Oberegg AI haben sich Hausbesitzer an einen privaten Versicherer zu wenden.

Erdbebenversicherung

Die Erdbebenversicherung kommt zum Zug, wenn ein Erdbeben eine Hauswand zum Einsturz bringt und die Folgekosten nicht aus dem Erdbebenpool (von den kantonalen Gebäudeversicherungen für freiwillige Zusatzleistungen bereitgestellte Gelder) gedeckt werden können.

Allerdings bieten nur wenige Versicherer eine Erdbebenversicherung an – und immer mit einem hohen Selbstbehalt. Der Schweizerische Versicherungsverband und das Bundesamt für Privatversicherungen verhandeln über die Einführung einer landesweit obligatorischen Erdbebenversicherung.

Privathaftpflichtversicherung

Wenn auf dem vereisten Gartenweg eine Besucherin stürzt und sich ein Bein bricht, ist der Hausbesitzer haftbar. Die Privathaftpflichtversicherung kommt zum Zug. Sie übernimmt Schäden an Personen oder Sachen, die gegenüber Dritten verursacht wurden. Allerdings gilt das nur für Einfamilienhäuser, die vom Eigentümer bewohnt werden, und für Mehrfamilienhäuser ohne Gewerberäume und mit maximal drei Wohnungen, von denen eine der Besitzer bewohnt.

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Privathaftpflicht-, Hausrat-, Gebäude- oder Teilkaskoversicherung? Wenn es um Privatversicherungen geht, verliert man schnell einmal den Überblick. Welche sind sinnvoll, welche braucht es und was wird von ihnen abgedeckt? Ermitteln Sie als Guider-Mitglied mithilfe der Checkliste die für Sie wichtigen Versicherungen.

Hausratversicherung: Was ist gedeckt?
Haftpflichtversicherung: Welche Schäden sind nicht gedeckt?
Haftpflichtversicherung bei geliehenen oder gemieteten Sachen
Obligatorische Gebäudeversicherung
Auto: Teilkaskoversicherung
Auto: Insassenversicherung
Wann ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Gebäudehaftpflichtversicherung

Diese Versicherung schützt Vermieter von Einfamilienhäusern und Besitzer von Liegenschaften mit Gewerberäumen oder mehr als drei Wohnungen vor Ansprüchen von Dritten, die in Zusammenhang mit ihrem Grundstück oder Gebäude zu Schaden gekommen sind.

Gebäudewasserversicherung

Läuft aus einer defekten Waschmaschine Wasser aus, das den Kellerboden unterspült, ist dies ein Fall für die Gebäudewasserversicherung. Sie deckt die Folgeschäden, die durch Wasser entstehen – aufgrund von lecken Leitungen, Aquarien und Badewannen oder durch Regen, Schnee oder Schmelzwasser, die durch ein undichtes Dach eindringen.

Die Behebung der Schadenursache hingegen bezahlt sie nicht – wie aus dem eingangs beschriebenen Beispiel ersichtlich ist –, da aus Sicht der Versicherung der Besitzer für den Unterhalt seines Hauses selbst verantwortlich ist.

Der Abschluss einer Gebäudewasserversicherung ist sinnvoll, da Wasserschäden hohe Kosten verursachen können. In manchen Kantonen kann sie in die Gebäudeversicherung eingeschlossen werden.

Hausratversicherung

Werden bei einem Wohnzimmerbrand das Sofa und die Bücherwand zerstört, kommt die Hausratversicherung für den entstandenen Schaden auf. Im Rahmen der versicherten Summe übernimmt die Hausratversicherung auch Schäden, die durch Wasser, Elementarereignisse und Diebstahl entstehen.

Glasbruchversicherung

Geht ein Fenster zu Bruch, übernimmt die Glasbruchversicherung die Kosten für das Auswechseln der Scheibe. Gegen Bruchschäden gedeckt sind die in der Police aufgeführten Gläser (Einzelversicherung) oder sämtliche Verglasungen (Pauschalversicherung). Versicherbar ist sowohl Gebäude- als auch Mobiliarglas. Man beachte: Im Normalfall ist es vorteilhafter, Glasbruch über einen Zusatz in der Hausratversicherung zu decken.

Weitere Versicherungen

Neben diesen gebräuchlichsten Versicherungen haben Hausbesitzer die Möglichkeit, sich gegen Mietzinsausfall, Einbruchdiebstahl und Schäden auf dem Grundstück zu versichern oder eine Rechtsschutzversicherung abzuschliessen.

Wenn Ihnen nun angesichts dieser Fülle von Angeboten der Kopf raucht, dann sollten Sie die Hilfe eines unabhängigen Versicherungsberaters in Anspruch nehmen.

Preise vergleichen

Aufschlussreich ist ein Besuch auf der Internetseite www.comparis.ch, wo man Hausrat-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen miteinander vergleichen kann. Wer es gern übersichtlich hat, schliesst sämtliche Versicherungen bei demselben Anbieter ab. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Policen perfekt aufeinander abgestimmt werden – denn schliesslich kann auch Überversicherung den Geldbeutel unnötig belasten.

Mieter: Minimum an Versicherung muss sein

Die Klärung der Versicherungsfrage ist für Mieter deutlich einfacher als für Hauseigen­tümer. Im Allgemeinen genügt für sie der ­Abschluss einer Privathaftpflicht- und einer Hausratversicherung.

Generell gilt für jeden Mietvertrag: Beschädigt ein Mieter seine Wohnung, muss er in der Höhe des Zeitwerts für den entstandenen Schaden aufkommen. Davor schützt die ­private Haftpflichtversicherung.

Nicht haftbar gemacht werden kann er für die normale ­Abnutzung der Wohnung. Informationen dazu erhält man beim Mieterinnen- und Mieter­verband (www.mieterverband.ch), beim Hauseigentümerverband (www.hev-schweiz.ch) oder auf www.beobachter.ch/wohnen/miete.

Hab und Gut versichern auch Mieter ­idealerweise mit einer Hausratversicherung. Je mehr man besitzt und je wertvoller diese ­Gegenstände sind, desto eher lohnt sich dieser Abschluss.

Autor:
  • Evelyne Owa
Bild:
  • Thinkstock Kollektion