Auslandaufenthalt Vergessen Sie nicht, den Behörden Adieu zu sagen

Auswandern
Wenn Sie eine längere Reise planen, erkundigen Sie sich frühzeitig bei der örtlichen Einwohnerkontrolle nach dem richtigen Vorgehen und den benötigten Unterlagen.

Wer eine längere Reise in die Ferne plant oder gar auswandern möchte, muss sich hier abmelden. Das will gut vorbereitet sein – damit der Behördengang nicht zum Spiessrutenlauf wird.

aktualisiert am 16. Nov 2015 10:54

Wenn es Sie für längere Zeit in die Ferne zieht, aufgepasst: Bevor Sie Ihren Auslands­aufenthalt geniessen können, müssen Sie sich in der Schweiz womöglich abmelden. Nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter. Denn wenn Sie Fristen verpassen oder nicht alle Unterlagen zusammenhaben, könnte sich Ihr Projekt verzögern.

Jede Gemeinde hat andere Regeln

Im An- und Abmeldewesen ist die Schweiz an Föderalismus nicht zu überbieten. Die Modalitäten können von Kanton zu Kanton variieren – ja sogar von Gemeinde zu Gemeinde. So ist es durchaus möglich, dass Sie sich an Ihrem Wohnort für einen Job im Ausland abmelden müssten, während jemand im Nachbardorf ohne Abmeldung sogar noch eine sechsmonatige Rundreise anhängen könnte. Es ist deshalb wichtig, dass Sie frühzeitig abklären, ob Ihr Vorhaben eine Abmeldung erfordert. Denn diese hat Folgen: Insbesondere sind Sie in der Schweiz nicht mehr steuerpflichtig, können dafür aber auch nicht bei Ihrer hiesigen Krankenkasse versichert bleiben.

Nur ein Fall zieht überall zwingend eine Abmeldung nach sich: Wenn man die Schweiz definitiv verlassen will und also hier seinen Wohnsitz aufgibt. Aufgrund dieser Abmeldung schickt die bisherige Wohngemeinde den Heimatschein an jenen Heimatort, der den Schein ausgestellt hat. Viel mehr geschieht nicht – ausser es sind noch Steuerschulden offen. In vielen Gemeinden kann es dann Probleme geben: Die Behörde weigert sich, die Abmeldung vorzunehmen, solange nicht alle Steuern bezahlt sind. Steuerrechtlich ist das zwar nicht zulässig, trotzdem kommt es in der Praxis regelmässig vor.

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Wer einen längeren Auslandaufenthalt plant oder öfters im Jahr verreist, wird sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen, welche Reiseversicherungen er braucht. Guider informiert seine Mitglieder unter anderem darüber, ob sich eine Annullierungskostenversicherung lohnt und was durch den ETI-Schutzbrief gedeckt ist.

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Keinen Verhandlungsspielraum gibt es – Auslandsjob hin oder her – bei den Militärbehörden: Alle wehrpflichtigen Männer sowie alle weiblichen Angehörigen der Armee sollten sich vor einem geplanten Auslandsurlaub beim zuständigen Kreiskommando melden.

Dauert der Aufenthalt länger als ein Jahr, müssen Sie rechtzeitig ein Urlaubsgesuch einreichen, in der Regel zwei Monate vor der Abreise. Bei kürzeren Auslandsaufenthalten ist ein Urlaubsgesuch nicht vorgeschrieben, aber dennoch sehr empfehlenswert. Denn wird dieses Gesuch bewilligt, sind Sie von den militärischen Pflichten – etwa dem «Obligatorischen» oder einem Wiederholungskurs – befreit. Aber aufgepasst: Wenn Sie bereits den Marschbefehl für einen WK erhalten haben, hat Ihr Urlaubsgesuch keine Chance. Es wird nur bewilligt, wenn Sie alle bis zur Ausreise fälligen Militärpflichten erfüllt haben.

Wieder zu Hause? Anmelden!

Wiedersehen macht Freude – nicht nur mit Freunden und Bekannten, sondern auch bei der Einwohnerkontrolle. Wenn Sie sich nach der Rückkehr in der Schweiz an Ihrem vorherigen oder an einem neuen Ort mit der Absicht niederlassen, dort für längere Zeit wohnen zu bleiben, müssen Sie sich anmelden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie keine Fristen verpassen: Je nach Kanton und Gemeinde muss die Anmeldung innert 8 bis 14 Tagen erfolgen.

Im Unterlassungsfall drohen Sanktionen. Bei den zivilen Behörden sind das in der Regel «nur» Bussen. Doch wer wegen seines Auslandsaufenthalts auch militärische Pflichten verpasst hat, muss vor dem Militärgericht antraben und dort mit einer gröberen Geldstrafe rechnen. Da kann man sich leider nicht herausreden, indem man argumentiert, man komme gerade aus dem Ausland und dort sei alles viel lockerer.

An- und abmelden: So gehts

Sich frühzeitig informieren: Bei der örtlichen Einwohnerkontrolle sich nach dem richtigen Vorgehen und den benötigten Unterlagen erkundigen.

Unterlagen bereithalten: Sofern vorhanden, sollten Sie diese Dokumente parat haben: Heimat- oder Schriftenempfangsschein, Pass, ID oder Ausländerausweis, Familien-, Dienst- oder Zivilschutzbüchlein, Mietvertrag oder Wochenaufenthaltsbewilligung.

Persönlich erscheinen: In den meisten Gemeinden reicht es nicht, sich per Telefon oder E-Mail an- oder abzumelden.

Steuern in Ordnung bringen: Kontaktieren Sie frühzeitig das Steueramt.

Abmeldebescheinigung verlangen: Wenn Sie den Wohnsitz in der Schweiz definitiv aufgeben, brauchen Sie diese zum Beispiel für die Zollabfertigung.

Vom Militär beurlauben lassen: Das Kreiskommando ist zuständig. Auch bei langen Auslandsaufenthalten empfohlen, während deren Sie angemeldet bleiben.

Weitere Konsequenzen abklären: Was bedeutet Ihre Abmeldung bezüglich Versicherungsschutz und Vorsorge?

Vor der Rückkehr in die Schweiz: Melden Sie sich bei der Auslandsvertretung ab, falls Sie dort registriert sind.

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Autor:
  • Daniel Leiser
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