Borreliose (Lyme-Borreliose)

Autor: Onmeda-Ärzteteam  

Überblick

Borreliose (Lyme-Borreliose) ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Auslöser sind bestimmte Bakterien, sogenannte Borrelien.

Mit Borrelien befallene Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der ganzen Schweiz bis auf einer Höhe von zirka 1500 Meter über Meer vor. Das Risiko nach einem Zeckenbiss (richtiger: Zeckenstich) an Lyme-Borreliose zu erkranken, ist jedoch eher gering: Von allen Personen mit Zeckenstich infizieren sich lediglich 1,5 bis 6 Prozent mit dem Erreger. Aber nicht alle Infizierten erkranken dadurch: Nur 0,3 bis 1,4 Prozent der Gestochenen entwickeln Symptome eine Borreliose.

Eine Borreliose verläuft schleichend und in verschiedenen Stadien: Als typisches Zeichen tritt kurz nach der Infektion eine meist etwa handtellergrosse Rötung im Bereich der Stichstelle auf, wobei die Grösse durchaus stark schwanken kann. Diese sogenannte Wanderröte heisst in der Fachsprache Erythema (chronicum) migrans.

Eine unbehandelte Lyme-Borreliose kann im weiteren Verlauf nach Wochen, Monaten oder Jahren verschiedene Gewebe und Organe befallen, etwa:

  • Gelenke

  • Nerven

  • Hirnhäute

  • Herz

  • Auge

  • Haut


In den meisten Fällen tritt jedoch nur das erste Borreliose-Stadium mit der typischen Hautrötung auf. Eine Antibiotika-Therapie im frühen Stadium verspricht am meisten Erfolg und trägt dazu bei, spätere Komplikationen zu verhindern. Beispiele für solche Komplikationen sind die bakterielle Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) und der Befall des Nervensystems (Neuroborreliose). Diese treten in den Borreliose-Stadien II und III auf. Auch in den späteren Stadien wird die Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt.

Bei einer Borreliose stellt der Arzt die Diagnose in erster Linie mithilfe der Krankengeschichte und der typischen Beschwerden. Weist die entzündliche Rötung der Haut eindeutig auf eine Borreliose hin, ist eine Blutuntersuchung oft nicht erforderlich. Bei Verdacht auf eine Lyme-Borreliose gehört eine Blutuntersuchung jedoch häufig zur Routinediagnostik dazu. Mit ihr lassen sich Antikörper gegen die auslösenden Borrelien im Blut nachweisen.

Definition

Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine Infektionskrankheit. Sie wird durch sogenannte Borrelien verursacht – Bakterien, die durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen werden können. Borrelien lassen sich in zahlreiche Arten einteilen. Die Borreliose hervorrufenden Arten zählen zum sogenannten «Borrelia-burgdorferi-Komplex» und heissen:

  • Borrelia burgdorferi

  • Borrelia garinii

  • Borrelia afzelii

  • Borrelia spielmanii


Mediziner bezeichnen die Borreliose als Multisystemerkrankung, weil sie verschiedene Organe (auch gleichzeitig) befallen kann, zum Beispiel:

  • Haut

  • Gelenke (sog. Lyme-Arthritis)

  • Nervensystem (sog. Neuroborreliose)

  • Augen

  • Herz

Die Bezeichnung Lyme-Borreliose geht auf die US-amerikanischen Orte Lyme und Old-Lyme in Connecticut zurück. Dort fiel in den Jahren 1974 / 1975 erstmals der Zusammenhang zwischen entzündlichen Gelenkerkrankungen bei Kindern und Zeckenstichen auf.

Häufigkeit

Man geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich 10'000 Personen an einer Borreliose erkranken. Für die Lyme-Borreliose besteht keine Meldepflicht.

Das Borreliose-Risiko ist besonders in solchen Gebieten hoch, in denen viele mit Borrelien infizierte Zecken leben (sog. Endemiegebiete). Man führt die hohen Erkrankungszahlen unter anderem auf das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung zurück. Das gestiegene Bewusstsein für die Erkrankung und die verbesserten Diagnosemethoden führen zudem dazu, dass mehr Borreliosefälle entdeckt werden.

Nicht nur in verschiedenen Regionen ist das Borreliose-Risiko unterschiedlich hoch, auch bei der Altersverteilung zeigen sich zwei Risikogruppen:

  • Kinder zwischen 5 und 9 Jahren

  • ältere Erwachsene zwischen 60 und 64 Jahren


Inwieweit man diese Verteilung auf typische Freizeitgestaltung dieser Altersgruppen (z.B. Spielen im Freien bzw. Spaziergänge, Gartenarbeit) zurückführen kann, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektion in Nordamerika, Europa und Asien. Rund 5 bis 30 Prozent (stellenweise bis 50 Prozent) der Zecken in der Schweiz sind mit Borrelia burgdorferi infiziert.

Zu den meisten Infektionen kommt es in den Monaten März bis Oktober, insbesondere von Juni bis August, da Zecken dann besonders aktiv sind.

Ursachen

Ursache einer Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine Infektion mit bestimmten Bakterien: den Borrelien. Es gibt vier verschiedene Arten, die eine Borreliose auslösen können – sie zählen zum sogenannten Borrelia-burgdorferi-(sensu lato)-Komplex, bestehend aus:

  • Borrelia burgdorferi

  • Borrelia garinii

  • Borrelia afzelii

  • Borrelia spielmanii


Borrelien sind spiralige Bakterien, die mit Flagellenbündeln besetzt sind. Dank der Flagellen (haarähnlichen Gebilden) können sie sich rotierend fortbewegen. Borrelien findet man häufig bei Vögeln oder kleinen Nagetieren wie Mäusen – sie sind das hauptsächliche Erregerreservoir dieser Bakterien. Zecken infizieren sich beim Blutsaugen bei befallenen Tieren und können so die Borrelien bei der nächsten Blutmahlzeit auf weitere Tiere oder Menschen übertragen.

In der Zecke findet man die Borrelien vor allem im Darm. Hat die Zecke einen neuen Wirt gefunden und beginnt damit, Blut zu saugen, wandern die Borrelien in die Speicheldrüse der Zecke. Da bei einem Zeckenstich auch immer Speichel mit in die Haut abgegeben wird, können die Borrelien so ins Blut gelangen.

Symptome

Bei einer Borreliose (Lyme-Borreliose) treten verschiedene Symptome auf. Die Beschwerden sind vielfältig und betreffen viele Organe (teilweise gleichzeitig). Man unterscheidet drei Stadien der Erkrankung.

Borreliose-Stadium I

Infiziert man sich durch einen Zeckenstich mit Borrelien aus dem Borrelia-burgdorferi-Komplex, kann nach wenigen Tagen und Wochen eine kreis- oder ringförmige, rote Hauterscheinung auftreten, deren Grösse von Fall zu Fall stark variieren kann (von etwa handtellergross bis zu einem Durchmesser von 65 cm).

Diese sogenannte Wanderröte, fachsprachlich als Erythema (chronicum) migrans bezeichnet, ist scharf abgegrenzt und schmerzt oder juckt nicht. In ihrer Mitte ist sie oft aufgehellt. Die Wanderröte breitet sich allmählich von der Zeckenstichstelle aus und verschwindet meist spontan wieder.

In manchen Fällen von Borreliose tritt die Wanderröte wiederkehrend zu anderen Symptomen auf, dann aber oft nicht mit dem kompletten Ring, sondern nur mit Abschnitten. Die Wanderröte ist für die Lyme-Borreliose so typisch, dass Ärzte anhand des Anblicks ziemlich sicher andere Erkrankungen ausschliessen können.

Die Wanderröte ist nicht zu verwechseln mit der harmlosen Rötung, die sich oft direkt an der Stelle des Zeckenstichs bildet und circa ein bis zwei Zentimeter gross ist. Diese harmlose Rötung juckt meist stark und verschwindet nach einigen Tagen oder spätestens einer Woche wieder. Zudem fehlen die Anzeichen einer Infektion.

Im Borreliose-Stadium I können ausserdem allgemeine Symptome auftreten, wie:

Borreliose-Stadium II

Das Borreliose-Stadium II stellt sich wenige Monate nach dem Zeckenstich ein. Während dieses Stadiums treten oft grippeähnliche Symptome auf. Die Infektion betrifft nun neben der Haut auch weitere Organe.

Erkrankt das Nervensystem, spricht man auch von einer Neuroborreliose. Die Beteiligung des Nervensystems verläuft in Form einer Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündung (sog. Meningopolyneuritis oder Bannwarth-Syndrom). Bei einer Neuroborreliose können Symptome wie Schmerzen, Lähmungen und neurologische Ausfälle auftreten, die von den Nerven im Rückenmark ausgehen. In manchen Fällen ist auch ein einzelner Körpernerv entzündet (sog. periphere Neuropathie). Die Entzündung kann aber zum Beispiel auch den Gesichtsnerv lähmen (sog. Fazialisparese). Ein typisches Symptom für eine solche Lähmung ist ein einseitig herabhängender Mundwinkel.

Darüber hinaus kann die Lyme-Borreliose das Herz befallen. Sie führt dann zu einer Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung und löst typische Herzrhythmusstörungen aus. Auch Teile der Augen können sich entzünden, etwa die mittlere Augenhaut (sog. Uveitis).

Im Borreliose-Stadium II kann zusätzlich zu den anderen Symptomen eine seltenere Hauterscheinung auftreten: die sogenannte Lymphadenosis cutis benigna. Dabei schwillt die Haut an und bildet mehrere zentimetergrosse, rot-bläuliche Flecken. Sie tritt vor allem an den Ohrläppchen, den Brustwarzen und am Hodensack auf.

Borreliose-Stadium III

Das Borreliose-Stadium III tritt Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich ein. Dieses sehr schwere Borreliose-Stadium ist unter anderem durch die sogenannte Lyme-Arthritis und eine zusätzliche Beteiligung des Nervensystems gekennzeichnet.

Bei der Lyme-Arthritis handelt es sich um eine schubweise oder chronisch verlaufende Gelenkentzündung – dabei können ein einzelnes Gelenk (Monoarthritis) oder gleichzeitig mehrere Gelenke betroffen sein (Oligoarthritis). Besonders häufig sind die Kniegelenke entzündet. Schmerzen der Sehnen und Muskeln können vorkommen, lassen sich aber oft nur schwer von anderen Erkrankungen unterscheiden.

Im Stadium III der Lyme-Borreliose wird mitunter die Haut an den Händen und Füssen sehr dünn und bläulich (sog. Acrodermatitis atrophicans Herxheimer).

Auch die Nerven können weiteren Schaden nehmen. Selten verläuft das Stadium III der Borreliose so schwer, dass Teile des Körpers gelähmt sind (Paresen).

Diagnose

Bei einer Borreliose (Lyme-Borreliose) kann der Arzt die Diagnose meist bereits ohne viele Untersuchungen stellen: Krankengeschichte und Befund (z.B. Wanderröte oder akute Neuroborreliose) sind so typisch, dass sie für eine Diagnose ausreichen.

Bei einer Borreliose sind allgemeine Beschwerden wie Kopf- und Muskelschmerzen zu erwarten. Liegt zwar ein Zeckenstich vor, fehlen aber weitere Beschwerden, ist eine Lyme-Borreliose dagegen eher unwahrscheinlich. Die Diagnose kann der Arzt bei unklaren Fällen aber mit verschiedenen Verfahren sichern.

Antikörpernachweis

Hatte der Betroffene Kontakt zu Borrelien, liegen Antikörper gegen den Erreger im Blut vor. Der Nachweis von Antikörpern im Blut zeigt, dass sich das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) mit den Erregern auseinandergesetzt hat. Das heisst jedoch nicht automatisch, dass der Betroffene auch an Lyme-Borreliose erkrankt ist – das kann die Blutuntersuchung nicht zeigen. Eine Erkrankung besteht, wenn zusätzlich zu dem Laborergebnis typische Symptome wie die Wanderröte und allgemeine Beschwerden wie etwa Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber oder Lymphknotenschwellungen vorhanden sind. Die Borreliose kann sehr vielgestaltig ablaufen – dies erschwert es manchmal, sie als solche zu erkennen.

Bei den Antikörpernachweisen gibt es die einfacheren Suchtests wie den ELISA-Test (ELISA = Enzyme-Linked Immunosorbent Assay). Daneben sind auch kompliziertere Bestätigungstests wie der Immuno-Blot oder der Western-Blot möglich. Die Bestätigungstests garantieren, dass ein Suchtest nicht falsch-positiv war. Das heisst, um eine aktuelle oder durchlaufende Borrelien-Infektion sicher festzustellen, führt der Arzt bei einem positiven Suchtest am gleichen Tag einen Bestätigungstest durch.

Neben dem Antikörpernachweis im Blut kann der Arzt nach Antikörpern im Nervenwasser (Liquor) suchen. Dies bietet sich an, wenn das Gehirn oder das Rückenmark von der Borreliose betroffen sind (Neuroborreliose). Besteht der Verdacht auf eine Neuroborreliose, entnimmt der Arzt dem Betroffenen Nervenwasser (Liquorpunktion). Um die Flüssigkeit zu gewinnen, sticht der Arzt im Bereich der Lendenwirbelsäule zwischen zwei Wirbeln mit einer langen Nadel ein. Er schiebt die Nadel vorsichtig so weit vor, bis er die Flüssigkeit erreicht, die das Rückenmark umgibt. Dort entnimmt er kleine Mengen des Nervenwassers.

Erregernachweis

Der Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Blut bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Betroffene an einer Borreliose erkrankt ist. Denn nicht jede Borrelien-Infektion (z.B. mit Borrelia burgdorferi) führt zu Beschwerden. Liegt lediglich ein Antikörpernachweis vor, ohne dass Beschwerden bestehen, bedarf es keiner Behandlung.

Auch der umgekehrte Fall tritt auf: Dauert die Krankheit erst sehr kurz an, sind eventuell noch keine Antikörper nachweisbar. Der Arzt kann die Infektion dann nur sicher feststellen, wenn es ihm gelingt, den Erreger aufzuspüren. Da ein direkter mikroskopischer Nachweis der Borrelien nicht möglich ist, setzt man oft ein anderes Verfahren ein: die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Sie weist das genetische Material des Erregers nach. Eine weitere, allerdings sehr arbeits- und zeitaufwändige Möglichkeit besteht darin, die Bakterien anzuzüchten.

Therapie

Liegt eine Borreliose (Lyme-Borreliose) vor, ist eine frühzeitige Therapie äusserst wichtig.

Je früher bei einer Borreliose mit einer Therapie begonnen werden kann, desto eher lassen sich schwere Krankheitsverläufe verhindern.

In der Frühphase der Borreliose ist eine zweiwöchige Antibiotika-Therapie am wirksamsten. Mittel der Wahl sind zum Beispiel Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim. Verträgt der Patient diese Antibiotika nicht, hilft der Wirkstoff Azithromycin weiter.

In fortgeschrittenen Borreliose-Stadien und bei Neuroborreliose kommen besonders Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Cephalosporine (z.B. Ceftriaxon, Cefotaxim) zum Einsatz und werden vom Arzt intravenös verabreicht. Die Therapie dauert zu diesem Zeitpunkt in der Regel drei bis vier Wochen.

Verlauf

Bei einer Borreliose (Lyme-Borreliose) hängt der Verlauf von einer rechtzeitigen Antibiotika-Therapie ab. Man unterscheidet drei Stadien der Erkrankung. In den meisten Fällen beschränkt sich die Lyme-Borreliose auf das erste Stadium, in dem die typische Hautrötung im Bereich des Zeckenstichs (Wanderröte bzw. Erythema migrans) auftritt.

Je früher bei einer Borreliose die Therapie einsetzt, umso sicherer kann sie spätere Komplikationen wie eine bakterielle Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) und den Befall des Nervensystems (Neuroborreliose) in den Stadien II und III verhindern. Diese Komplikationen führen zu schweren, teilweise lebensbedrohlichen Schäden.

Vorbeugen

Einer Borreliose (Lyme-Borreliose) können Sie nicht direkt vorbeugen. Eine Impfung oder vorbeugende Medikamente gibt es bislang nicht. Am besten schützen Sie sich daher vor einer Lyme-Borreliose, indem Sie Zeckenstiche vermeiden.

Zecken sitzen vor allem in hohem Gras, Farnen, Sträuchern und niedrig hängenden Zweigen bis zu einer Höhe von etwa einem Meter.

Von Bäumen lassen sie sich dagegen nicht fallen, auch wenn viele dies vermuten. Meist erwischen einen Zecken deshalb an den Beinen und krabbeln von dort weiter – mit Vorliebe in Richtung warmfeuchte Körperbereiche wie Achseln, Leistengegend oder Brüste.

Wenn Sie in der Natur unterwegs sind, tragen Sie am besten lange Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt – so können Sie einem Zeckenstich vorbeugen. Zecken können aber auch bei langen Hosen von unten durch die Hosenbeine auf die Haut gelangen – ideal sind daher Hosen mit geschlossenen Bündchen. Wer durchs Gelände streift, kann sich aber auch einfach vorrübergehend die Hosenbeine in die Socken stecken. Für die Dauer von etwa zwei Stunden können Insektenschutzmittel vor Zecken schützen.

Zeckenstiche werden nicht immer wahrgenommen: Etwa jeder zweite wird gar nicht bemerkt.

Suchen Sie deshalb nach Aufenthalten in der Natur vorsichtshalber den gesamten Körper sorgfältig nach Zecken ab – insbesondere bei Kindern. Achten Sie dabei auch auf die Kniekehlen und überprüfen Sie bei Kindern speziell den Haaransatz auf Zecken.

 

 

Zecken vorbeugen – Tipps:

  • Zecken halten sich mit Vorliebe im hohen Gras, Sträuchern und im Laub auf. Bleiben Sie bei Waldspaziergängen auf festen Wegen.

  • Tragen Sie in Zeckengebieten am besten lange Kleidung, die den gesamten Körper bedeckt. Stecken Sie Hosenbeine in die Socken, um zu verhindern, dass Zecken von unten in die Hosen krabbeln.

  • Tragen Sie vorzugsweise helle Kleidung – hierauf lassen sich Zecken leichter auffinden.

  • Verwenden Sie Insektenschutzmittel, denken Sie jedoch daran, dass diese nur für eine begrenzte Dauer vor Zecken schützen.

  • Suchen Sie nach einem Aufenthalt im Wald Ihren Körper sorgfältig nach Zecken ab.

Zecken entfernen

Falls eine Zecke Sie gestochen hat, sollten Sie diese so rasch wie möglich entfernen. Je länger die Zecke die Möglichkeit hat, Blut zu saugen, desto mehr steigt Risiko, dass krankheitserregende Borrelien (sofern vorhanden) von der Zecke übertragen werden.

Ab dem Moment, in dem die Zecke beginnt, Blut zu saugen, dauert es im Durchschnitt zwischen 24 bis 72 Stunden, bis die Bakterien mit dem Speichel der Zecke in die Haut gelangen. Wenn Sie die Zecke also frühzeitig und vorsichtig entfernen, können Sie das Risiko einer Borreliose-Infektion deutlich senken.

Um die Zecke zu entfernen, packen Sie diese möglichst nah über der Haut und ziehen sie langsam aus der Haut heraus – zum Beispiel mit einer (Zecken-)Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte.

Haben Sie kein Hilfsmittel dieser Art zur Hand, genügen notfalls auch die eigenen Fingernägel. Leichtes Rütteln oder vorsichtiges Hin- und Herbewegen erleichtern das Herausziehen.

Wichtig: Drehen Sie die Zecke beim Herausziehen nicht – denn dabei kann der Stechrüssel abreissen und in der Haut verbleiben. Überprüfen Sie deshalb den Zeckenkopf auf seine Vollständigkeit, nachdem Sie das Tier entfernt haben. Es ist ausserdem wichtig, den Zeckenkörper beim Entfernen nicht zu quetschen, damit Sie die Borrelien aus der Zecke nicht über den Stechrüssel ins Blut pressen.

Ist die Zecke entfernt, desinfizieren Sie die Einstichstelle und vergewissern Sie sich, dass keine Zeckenreste zurückgeblieben sind. Sind Zeckenreste in der Einstichstelle sichtbar, sollten Sie damit einen Arzt aufsuchen; dieser kann die Reste mit einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernen.

Auf Öl, Klebstoff, Alkohol & Co. verzichten

Träufeln Sie keinesfalls Öl, Klebstoff, Alkohol oder andere vermeintliche Hausmittel auf die Zecke! Das kann dazu führen, dass die Zecke verstärkt ihren erregerhaltigen Speichel ausstösst. Derartige Manöver erhöhen die Infektionsgefahr eher als dass sie helfen.

FSME-Impfung

Zwar gibt es derzeit keine Borreliose-Impfung. Allerdings existiert eine Impfung gegen eine andere Erkrankung, die ebenfalls von Zecken übertragen wird: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese ist für alle Personen empfohlen (im Allgemeinen ab dem Alter von sechs Jahren), welche in Gegenden mit Naturherden (Endemiegebieten, vgl. entsprechende Veröffentlichungen) wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Erreger dieser Erkrankung sind die FSME-Viren. Sie befallen das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und lösen dort eine Entzündung aus.