Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus)

Stand: 16.05.2012, Autor: Onmeda-Redaktion  

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus) ist für die Diagnose der Kortisolspiegel im Blut und im Urin wichtig, da ein Überangebot des Hormons Kortisol typisch für ein Cushing-Syndrom ist: Der Kortisolspiegel lässt sich mit dem Dexamethason-Kurztest messen, bei dem man ein bis zwei Milligramm Dexamethason einnimmt. Anschliessend bestimmt der Arzt den Kortisolwert im Blut. Um die Diagnose zu sichern, ermittelt der Arzt zudem die Konzentration des freien Kortisols im 24-Stunden-Urin. Sind beide Testwerte normal, liegt in der Regel kein Cushing-Syndrom vor. Darüber hinaus ist es möglich, die Kortisoltagesrhythmik zu untersuchen.

Weisen die typischen Symptome und die Ergebnisse der Blut- und Urinuntersuchungen auf ein Cushing-Syndrom hin, ermittelt der Arzt anschliessend, ob es sich um die exogene (von aussen verursachte) oder um die endogene (von innen entstandene) Form des Syndroms handelt. Dies ist wichtig, um nach der Diagnose die richtige Behandlung einleiten zu können. Da das von aussen verursachte Cushing-Syndrom durch bestimmte Medikamente entstehen kann, ist diese Form durch eine gründliche Feststellung der Krankengeschichte (Anamnese) relativ leicht zu diagnostizieren.

Um die genaue Ursache eines von innen entstandenen Cushing-Syndroms ermitteln zu können, muss der Arzt bei der Diagnose abklären, ob es sich um eine ACTH-abhängige oder eine ACTH-unabhängige Form handelt. Zu diesem Zweck lässt er die Konzentration des Hormons ACTH im Blutserum bestimmen. Bei einem niedrigen ACTH-Spiegel könnte beispielsweise ein Tumor der Nebennierenrinde die Ursache sein (adrenales Cushing-Syndrom).

Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Computertomographie, Röntgen, Angiographie oder einer Szintigraphie kann der Arzt bei der Diagnose mögliche Tumoren aufspüren und als Ursache für das Cushing-Syndrom ermitteln.