Gebärmuttersenkung, Scheidensenkung

Stand: 19.03.2013, Autor: Onmeda-Ärzteteam  

Therapie

Bei einer Gebärmuttersenkung und Scheidensenkung gibt es zwei Arten der Therapie: konservative (nicht operative) und operative Therapie. Frauenärzte empfehlen die Senkung zu behandeln, sobald Beschwerden auftreten. Die Wahl des Verfahrens hängt davon ab, wie weit die Senkung bereits fortgeschritten ist. Des Weiteren beeinflussen Faktoren wie Alter der Betroffenen, Kinderwunsch und die allgemeine Operationsfähigkeit die Therapie.

Eine Operation ist bei Gebärmuttersenkung und Scheidensenkung erst dann eine Therapie-Option, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Konservative Behandlung

Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren führt der Östrogenmangel an den Harn- und Geschlechtsorganen zu einem Gewebsschwund und einer Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung. Deshalb ist eine Therapie mit östrogenhaltigen Salben oder Zäpfchen (lokale Scheidenöstrogenisierung) oft hilfreich.

Eine leichte Gebärmuttersenkung kann durch konsequentes Beckenbodentraining gebessert und am Fortschreiten gehindert werden. Auch Hilfsmittel, wie Ring- oder Würfelpessare sowie spezielle Schaumstofftampons können die Beschwerden bessern.

Pessare sind schalen-, ring- oder bügelförmig und bestehen aus Porzellan, Hartgummi oder Ähnlichem. Sie werden in die Scheide eingeführt und haben die Aufgabe, die Gebärmutter abzustützen. Das heisst, Pessare behandeln die Symptome an dem zugrunde liegenden Befund ändern sie nichts.

Operation

Bei schweren Formen der Gebärmuttersenkung beziehungsweise Scheidensenkung mit begleitender Harninkontinenz sowie bei Teil- oder Totalvorfall (Prolaps) ist die Therapie der Wahl die Operation. Ziel der verschiedenen operativen Methoden ist es, die tragenden Strukturen der weiblichen Geschlechtsorgane wiederherzustellen und zu stabilisieren.

Das Operationsverfahren richtet sich danach, welches Organ sich wie stark gesenkt hat. Wenn möglich, führt der Chirurg eine Operation ohne Unterbauchschnitt durch. Von der Scheide aus erfolgt die sogenannte vordere und/oder hintere Scheidenplastik (Scheidenraffung): Dabei bringt der Arzt die vorgefallenen Geschlechtsorgane wieder an ihren ursprünglichen Ort und rafft den Blasen- und Beckenboden. Besteht zusätzlich eine Harninkontinenz, führt der Chirurg die Operation meist über einen Unterbauchschnitt durch, um auch die Harnblase entsprechend anzuheben.

Frauen mit Gebärmuttersenkung, die keinen Kinderwunsch mehr haben, hilft oft eine Gebärmutterentfernung. Diese Therapie ist meist zuverlässiger als eine Scheidenplastik, die oft nach einigen Jahren wiederholt werden muss.