Gürtelrose (Herpes zoster)

Autor: Onmeda-Ärzteteam  

Überblick

Keine Gürtelrose (Herpes zoster) ohne Windpocken: Eine Gürtelrose können nur diejenigen entwickeln, die in der Vergangenheit eine – manchmal unbemerkte – Windpocken-Infektion durchlebt haben.

Herpes zoster hat dieselbe Ursache wie Windpocken: das Varicella-Zoster-Virus. Die Varicella-Zoster-Viren (auch Varizellen genannt) lösen in der Kindheit normalerweise Windpocken aus. Wenn diese sogenannte Kinderkrankheit ausgeheilt ist, bleiben die Viren allerdings im Körper und schlummern in bestimmten Nervenzellen des Rückenmarks weiter. Führen bestimmte Umstände zu ihrer Reaktivierung, lösen sie eine Gürtelrose aus. Dies geschieht in den meisten Fällen jenseits des 40. Lebensjahrs.

Eine Gürtelrose entsteht normalerweise nur in einer begrenzten Körperregion.
Eine Gürtelrose entsteht normalerweise nur in einer begrenzten Körperregion.

Im Gegensatz zu den Windpocken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten, zeigen sich die Symptome der Gürtelrose jedoch in der Regel nur auf einer Seite und nur auf einem begrenzten Gebiet des Körpers – und zwar entlang der Nervenbahnen, in denen sich die Viren bis dahin als «Schläfer» eingenistet haben. Doch der Hautausschlag ist häufig nicht das erste Symptom einer Gürtelrose.

  • Eine Gürtelrose macht sich zu Beginn oft durch ein allgemeines Krankheitsgefühl bemerkbar.
  • Betroffene fühlen sich müde und haben leichtes Fieber.
  • Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen auf.

 

Die Schmerzen beim Herpes zoster betreffen den Körperbereich, den der infizierte Nerv versorgt. Sie können vor dem Hautausschlag auftreten. In der Regel sind Brust- und Bauchhaut von einer Gürtelrose betroffen: Meist beginnt der Hautausschlag an der Wirbelsäule und breitet sich dann gürtelförmig um den Körper aus:

  • Die Haut schwillt dabei an,
  • färbt sich rötlich
  • und auf der Oberfläche entstehen kleine Blasen (daher auch die Bezeichnung «Gürtelrose»).

Von Menschen mit Gürtelrose geht nur eine geringe Ansteckungsgefahr aus: Anders als Windpocken ist Gürtelrose nur über den Bläscheninhalt ansteckend (also durch Schmierinfektion) – und nur für diejenigen, die noch keine Windpocken hatten. Eine solche erste Ansteckung mit Varizellen führt dann nicht zu einem Herpes zoster, sondern zu Windpocken.

Eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft ist auch kein Risiko für das Ungeborene. Aber: Windpocken stellen ein Gesundheitsrisiko für das Ungeborene dar. Deshalb ist es ratsam, dass Menschen mit Herpes zoster engen Kontakt zu Schwangeren vermeiden, wenn diese noch keine Windpocken hatten und auch nicht dagegen geimpft sind.

Normalerweise verläuft eine Gürtelrose komplikationlos und heilt spätestens nach vier Wochen wieder aus. Vor allem bei älteren Menschen und bei geschwächter Immunabwehr kann ein Herpes zoster jedoch mit Komplikationen verbunden sein.

Allgemein gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für eine Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Therapie optimal wirken kann. Umso schneller bilden sich die Symptome in der Regel wieder zurück.

Definition

Der Begriff Gürtelrose (auch Herpes zoster oder einfach Zoster genannt) bezeichnet per Definition eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion mit dem Erreger der Windpocken auftritt – dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus.

Im Gegensatz zu Windpocken ist Gürtelrose wenig ansteckend. Nach der Verkrustung der Bläschen ist keine Ansteckung mehr möglich.

Häufigkeit

Je nach Altersgruppe tritt Gürtelrose mit unterschiedlicher Häufigkeit auf: Insgesamt bekommen pro Jahr etwa 400 von 100'000 Menschen eine Gürtelrose – meist nach dem 45. Lebensjahr. Am häufigsten entwickelt sich der Herpes zoster zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch chronische Erkrankungen, HIV-Infektion, Krebs). Vereinzelt kann eine Gürtelrose aber auch bei Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen und trotz funktionsfähiger Immunabwehr auftreten.

Ursachen

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) hat ihre Ursachen in denselben Viren wie die Windpocken: den sogenannten Varicella-Zoster-Viren (VZV) oder Varizellen, die zur Gruppe der Herpes-Viren gehören. Mediziner bezeichnen den Erreger der Windpocken und der Gürtelrose auch als humanes Herpes-Virus Typ 3 (HHV 3).

Wer zum ersten Mal (meist in der Kindheit) mit dem Erreger in Kontakt kommt, entwickelt zunächst Windpocken – und keine Gürtelrose. Die Ursache für Herpes zoster ist eine erneute Aktivierung schon im Körper vorhandener Erreger:

Sind die Windpocken überstanden, wandert das Varicella-Zoster-Virus entlang der Nervenfasern zu bestimmten Nervenknoten der Wirbelsäule (sog. Spinalganglien). Das Virus kann auch bis zum Gehirn in die dortigen Nervenknoten (sog. Hirnganglien) vordringen.

  • In den Nervenknoten nistet es sich lebenslang ein und «schlummert» vor sich hin, ohne zwangsläufig eine Erkrankung zu verursachen.
  • Bestimmte Umstände können das «schlummernde» Varicella-Zoster-Virus jedoch reaktivieren – dann entwickelt sich eine Gürtelrose.

Die genaue Ursache für diese Reaktivierung und damit für den Herpes zoster ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist allerdings, dass besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel bei AIDS oder Krebserkrankungen, häufiger eine Gürtelrose bekommen. Auch bestimmte Medikamente können eine Gürtelrose auslösen: So begünstigen sogenannte TNF-Blocker, die zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen wie der rheumatoide Arthritis zum Einsatz kommen, die Entstehung von Herpes zoster.

Des Weiteren kommt Vererbung für die Gürtelrose als Ursache infrage, da in einigen Familien besonders viele Mitglieder eine Gürtelrose entwickeln. Als mögliche Ursachen für eine Gürtelrose gelten ausserdem starker Stress und seelische Belastungen.

Ansteckung

Zwar hat Gürtelrose (Herpes zoster) als Ursachen dieselben Viren wie Windpocken. Bei Gürtelrose ist das Risiko einer Ansteckung aber geringer:

 

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist – anders als  – wenig ansteckend: Die einzig möglichen Ursachen für eine Ansteckung mit den Erregern (den Varicella-Zoster-Viren o. Varizellen) sind sogenannte Schmierinfektionen, bei denen eine Übertragung des virenhaltigen Bläscheninhalts stattfindet. Dieser virenhaltige Bläscheninhalt kann aber nur die Menschen krank machen, die die Viren noch nicht in sich tragen – also noch keine Windpocken hatten. Eine solche erste Ansteckung mit Varizellen führt dann nie zu einer Gürtelrose, auch wenn die Erreger aus Gürtelrosen-Bläschen stammen: Die so infizierten Menschen entwickeln stattdessen Windpocken. Für Menschen, die bereits die Windpocken hatten, bedeutet ein Herpes zoster keine Ansteckungsgefahr.

Auch eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft stellt kein Risiko für das ungeborene Kind dar. Wenn jedoch Varizellen aus den Bläschen einer Gürtelrose auf eine Schwangere gelangen, die nicht gegen die Viren immun ist (weil sie nicht geimpft ist und noch keine Windpocken-Infektion durchgemacht hat), kann dies ein Problem für das Ungeborene sein.

Ursache hierfür ist, dass die werdende Mutter – wenn sie dadurch eine Windpocken-Infektion entwickelt – in seltenen Fällen ihr ungeborenes Kind über die Plazenta anstecken kann. Auch eine Windpocken-Infektion der Mutter kurz vor oder nach der Geburt ist ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko für das Neugeborene.

Anders als bei Windpocken, bei denen die Ansteckung auch durch Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten oder Niesen) geschieht, ist Gürtelrose nur ansteckend, wenn es zu direktem Kontakt mit dem Inhalt eines Bläschens kommt (sog. Schmierinfektion).

Allerdings kann der virenhaltige Bläscheninhalt bei Gürtelrose nur die Menschen krank machen, die sich vorher noch nie mit Varicella-Zoster-Viren (bzw. Varizellen) angesteckt haben, also noch keine Windpocken hatten.

Ausserdem verursacht eine solche erste Infektion mit Varizellen keine Gürtelrose – auch wenn die Ansteckung durch Herpes-zoster-Bläschen geschieht: Die so infizierten Menschen entwickeln stattdessen Windpocken.

Wer bereits die Windpocken hatte, muss also auch bei engem Kontakt zu Menschen mit Gürtelrose keine Ansteckung befürchten.

Auch eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft stellt kein Risiko für das ungeborene Kind dar. Wenn jedoch die Schwangere nicht immun gegen Varizellen ist (weil sie nicht geimpft ist und noch keine Windpocken-Infektion durchgemacht hat) und eine Kontaktperson eine Gürtelrose hat, kann dies die Ursache für Komplikationen beim Kind sein: Bei einer Ansteckung durch Herpes-zoster-Bläschen entwickelt die werdende Mutter Windpocken und kann dann wiederum in seltenen Fällen ihr ungeborenes Kind über die Plazenta anstecken. Besonders eine Windpocken-Infektion der Mutter kurz vor oder nach der Geburt stellt ein Gesundheitsrisiko für das Neugeborene dar.

Deshalb vermeiden Menschen mit Herpes zoster besser einen engen Kontakt zu schwangeren Frauen, um keine Ansteckung zu riskieren. Sobald die Bläschen verkrustet sind, geht von der Gürtelrose jedoch keine Ansteckungsgefahr mehr aus.

Inkubationszeit

Eine Gürtelrose entsteht nicht durch eine neue Infektion mit von aussen stammenden Erregern. Stattdessen entsteht der Herpes zoster durch Reaktivierung von schon im Körper «schlummernden» Varizellen.

Daher lässt sich für eine Gürtelrose keine Inkubationszeit, das heisst die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, angeben.

Wer sich allerdings bei einem Menschen mit Gürtelrose oder Windpocken zum ersten Mal mit Varizellen infiziert, entwickelt in der Regel nach 14 bis 16 Tagen Windpocken. Die Inkubationszeit kann aber auch nur 8 Tage oder bis zu 28 Tage dauern.

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Symptome

Anfangs treten bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) eher allgemeine Symptome auf, die wenig charakteristisch sind. Die typischen Symptome der Gürtelrose zeigen sich erst ein einige Tage später. Das liegt vor allem daran, dass es ein paar Tage dauert, bis sich die Reaktivierung der ursächlichen Varicella-Zoster-Viren (die nach einer durchgemachten Windpocken-Infektion in den Nervenbahnen «schlummern») deutlich bemerkbar macht.

  • Erstes Anzeichen einer Gürtelrose ist ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Betroffenen fühlen sich im Anfangsstadium des Herpes zoster müde und haben leichtes Fieber.
  • Nach zwei bis drei Tagen treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen in dem Körperbereich auf, den der infizierte Nerv versorgt.
  • Bald darauf treten in der Regel die für eine Gürtelrose kennzeichnenden Symptome auf: Die Varicella-Zoster-Viren lösen nach ihrer Reaktivierung einen (oft gürtelförmigen) Hautausschlag aus. Dabei schwillt die Haut in diesem Gebiet zunächst rötlich an und es bilden sich Knötchen, die gruppenförmig angeordnet sind. Im weiteren Verlauf wandeln sie sich in stecknadelkopfgrosse bis erbsengrosse Bläschen um. Diese Bläschen können eine wässrige oder blutige Flüssigkeit enthalten.

Anders als bei den Windpocken, bei denen der gesamte Körper vom Hautauschlag befallen ist, sind diese Symptome bei der Gürtelrose örtlich begrenzt: Der Ausschlag zeigt sich nur auf einer Körperseite und nur in dem Gebiet, das der betroffene Rückenmarks- oder Hirnnerv versorgt. Nur gelegentlich fehlen diese Hautveränderungen. Eine solchen Herpes zoster ohne Bläschenausschlag bezeichnen Mediziner als Zoster sine herpete.

In der Regel bildet sich eine Gürtelrose auf der Brust- und Bauchhaut: Meist beginnt der Hautausschlag an der Wirbelsäule und breitet sich dann gürtelförmig um den Körper aus. Zeigen sich die Symptome der Gürtelrose am Rumpf, können zusätzlich Lähmungen auftreten. Diese Form von Herpes zoster ist jedoch eher selten.

Gürtelrose im Gesicht

Die Gürtelrose kann auch im Gesicht auftreten.
Die Gürtelrose kann auch im Gesicht auftreten.

Bei einer Gürtelrose können die Symptome auch im Gesicht auftreten: Eine Gürtelrose im Gesicht entsteht, wenn sich die ursächlichen Varicella-Zoster-Viren in den Hirnnerven befinden. Besonders häufig ist der Gesichtsnerv (Nervus trigeminus) befallen: Dann entwickeln sich die Symptome der Gürtelrose an Auge, Nase, Stirn und behaarter Kopfhaut einer Gesichtshälfte (sog. Zoster ophthalmicus).

Wenn sich an der Hornhaut oder der Regenbogenhaut des Auges ein Geschwür bildet, kann es durch den Herpes zoster zu bleibenden Schäden bis hin zur Erblindung kommen.

Ein Herpes zoster im Bereich des Ohrs (sog. Zoster oticus) führt bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen zu einer Gesichtslähmung (sog. Fazialisparese), die sich in manchen Fällen vollständig zurückbildet. Auch wenn sich am Hals eine Gürtelrose bildet, können im Gesicht Symptome einer Muskellähmung auftreten. Auch der Kiefer kann von einer Gürtelrose betroffen sein: Zoster maxillaris.

Diagnose

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) ergibt sich die Diagnose aus der Befragung des Betroffenen zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie anhand der typischen Symptome: brennende Schmerzen und Bläschen auf der Haut in bestimmten Körperregionen.

Nur in Einzelfällen ist es bei einem Herpes zoster erforderlich, zur Diagnose den Erreger – das Varicella-Zoster-Virus (VZV) – nachzuweisen. Der Erregernachweis ist etwa dann nötig, wenn die Symptome nicht eindeutig auf eine Gürtelrose hinweisen. Oder auch wenn bei den Betroffenen gleichzeitig eine Immunschwäche, eine Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) oder eine Lungenentzündung vorliegt.

Zur Diagnose der Gürtelrose können auch eine Blutuntersuchung und eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) erfolgen: Bei einer Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus bilden sich im menschlichen Körper sogenannte Antikörper gegen das Virus. Diese erhöhte Antikörperzahl kann man im Blut feststellen. In der Hirnflüssigkeit ist eine leichte Zunahme der Zellzahl und des Eiweissgehalts nachweisbar. Diese Untersuchung ist bei unkomplizierten Herpes-Zoster-Verläufen nicht notwendig. Treten jedoch Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen auf, kann dies auf einen Gehirn- oder Rückenmarksbefall hinweisen – dann ist eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit empfehlenswert.

Da die Gürtelrose häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftritt, ist es ausserdem ratsam, die Betroffenen bei der Diagnose auf Grund- und Begleiterkrankungen zu untersuchen.

Therapie

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Normalerweise heilt die Gürtelrose dann nach spätestens vier Wochen aus.

Wenn ein Arzt einen Herpes zoster frühzeitig erkennt und zur Therapie Medikamente einsetzt, gelingt es in den meisten Fällen innerhalb weniger Stunden, die Schmerzen und die Hautrötungen zu lindern. Deswegen gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für eine Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Therapie optimal wirken kann.

Der Arzt verschreibt Ihnen zur Herpes-zoster-Therapie in der Regel Medikamente, deren Wirkstoffe gezielt gegen Herpesviren gerichtet sind: Diese sogenannten Virostatika bekämpfen die Erreger der Gürtelrose (sog. Varicella-Zoster-Viren), indem sie deren Vermehrung hemmen. So eignen sich bei Gürtelrose zur Therapie zum Beispiel die Wirkstoffe

  • Brivudin,
  • Aciclovir,
  • Famciclovir oder
  • Valaciclovir.

Gegen die brennenden Schmerzen bei Gürtelrose kommt meist eine zusätzliche Therapie mit Schmerzmitteln zum Einsatz: So können zum Beispiel nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac die mit Herpes zoster verbundenen Schmerzen lindern.

Neben der ärztlichen Herpes-zoster-Therapie gibt es aber auch einiges, was Sie selbst gegen Gürtelrose tun können:

  • In erster Linie ist es wichtig, dass Sie sich ausruhen und Ihrem Körper eine Ruhepause gönnen.
  • Ausserdem ist es ratsam, die entzündete Haut sorgfältig zu pflegen.
  • Es stehen auch verschiedene Puder und Lösungen zur Verfügung, mit denen Sie Ihre Beschwerden lindern können.

Fragen Sie am besten Ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker: Sie können Ihnen entsprechende Mittel empfehlen.

Verlauf

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) zeigt in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf mit guter Prognose: Zwei Drittel der Fälle heilen folgenlos ab. Auch ohne Behandlung bildet sich eine Gürtelrose meist nach einer Dauer von zwei bis vier Wochen wieder zurück.

Der Verlauf einer Gürtelrose hängt allerdings vom Alter der Betroffenen ab: Während bei Kindern ein Herpes zoster in der Regel unkompliziert verläuft, können bei Erwachsenen zum Teil starke Schmerzen auftreten.

Der für eine Gürtelrose typische Hautausschlag kann auch nach dem Abklingen Spuren hinterlassen: Nach der Heilung bleiben häufig pigmentierte Hautbereiche zurück. Die betroffene Haut ist dann entweder stärker gebräunt oder hat ihre Tönung verloren.

Komplikationen

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kann in ihrem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So kann es in seltenen Fällen zu bleibenden Lähmungen kommen, die zum Beispiel das Gesicht, aber auch das Zwerchfell betreffen können. Weitere mögliche Komplikationen einer Gürtelrose sind:

  • Zoster-Enzephalitis, wenn das Gehirn (Encephalon) beteiligt ist
  • Zoster-Meningitis: wenn die Gehirnhäute (Meningen) beteiligt sind
  • Zoster-Myelitis: wenn das Rückenmark beteiligt ist

 

Wenn bei einem Herpes zoster die Nervenwurzeln oder Nerven mitbeteiligt sind, kann sich eine Polyneuropathie oder ein Guillain-Barré-Syndrom entwickeln. Bei Letzterem treten oft Muskelschwächen auf, die von den Beinen aufsteigen und in ihrem Verlauf bis zu einer Lähmung der Arme und Beine führen können. In seltenen Fällen kann auch das Zwerchfell mitbeteiligt sein und die Atmung ausfallen – dies macht eine Beatmung der Betroffenen notwendig.

Treten bei einer Gürtelrose Komplikationen in Gehirn und Rückenmark mit Halbseiten- oder mit Querschnittsyndromen auf, kann die Erkrankung zu einem ernsthaften Zustand führen – die Betroffenen benötigen dann eine intensivmedizinische Behandlung.

In seltenen Fällen kann sich ein Herpes zoster auch auf den ganzen Körper und die inneren Organe ausbreiten (sog. Zoster generalisatus) – dabei handelt es sich ebenfalls um eine lebensbedrohliche Komplikation. Ein solch schwerwiegender Verlauf ist besonders bei Menschen möglich, die eine Immunschwäche haben oder deren Immunsystem durch Medikamente (Immunsuppressiva) unterdrückt ist.

In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle können die mit einer Gürtelrose einhergehenden Nervenschmerzen über eine längere Zeit anhalten (sog. Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie) – bei Menschen, die über 60 Jahre alt sind, ist jeder zweite von diesem langwierigen Verlauf betroffen. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann Monate bis Jahre andauern. Eine rechtzeitige Schmerzbehandlung kann dazu beitragen, weitere Komplikationen zu verhindern. Eine besonders wirksame Schmerztherapie besteht in der Kombination aus Schmerzmitteln (Analgetika) und bestimmten Arzneimitteln gegen psychische Erkrankungen, die auch bei Gürtelrose wirken (sog. trizyklische Antidepressiva).

Vorbeugen

Seit Kurzem ist ein Impfstoff verfügbar, mit dem man einer Gürtelrose (Herpes zoster) in gewissen Mass vorbeugen kann.

Der bei der Impfung gegen Gürtelrose verwendete Impfstoff ist viel höher konzentriert als der gegen Windpocken. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Lassen sich Menschen ab dem 60. Lebensjahr impfen, sinkt ihr Risiko für eine Gürtelrose um mehr als die Hälfte. Tritt trotz der Impfung ein Herpes zoster auf, verläuft die Erkrankung wesentlich harmloser als bei ungeimpften Menschen. Außerdem sinkt das Risiko für eine Post-Zoster-Neuralgie um das Dreifache.

Allgemein gilt

Doch egal, ob Sie geimpft sind oder nicht – allgemein gilt: Sollten Sie Anzeichen für eine Gürtelrose an sich entdecken, gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt. Denn je früher man einen Herpes zoster behandelt, umso schneller heilt er auch wieder ab. So können Sie auch möglichen Komplikationen einer Gürtelrose weitgehend vorbeugen.

Wenn Sie bereits eine Gürtelrose haben, ist in der Regel keine besondere Verhaltensregel zum Vorbeugen einer Ansteckung Ihrer Mitmenschen nötig, da Herpes zoster wenig ansteckend ist.

Eine Ausnahme gilt im Umgang mit Schwangeren: Hier ist es wichtig, dass Sie Sie einer Gefährdung der Ungeborenen durch Ihre Gürtelrose vorbeugen. Vermeiden Sie also engen Kontakt zu schwangeren Frauen! Der Grund: Wer nicht gegen die Erreger der Gürtelrose und Windpocken immun ist (weil nie eine Windpocken-Infektion bestand und auch kein Impfschutz besteht), kann sich über den Inhalt der Herpes-zoster-Bläschen anstecken und Windpocken entwickeln. Passiert dies einer Frau während der Schwangerschaft, kann sie in seltenen Fällen die Erreger auf das Ungeborene übertragen; geschieht dies kurz vor oder nach der Geburt des Kindes, besteht auch für das Neugeborene ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko.