Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris)

(Stand: 08.06.2012)
Autor: Onmeda-Redaktion  

Definition

Bei der Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris) lässt sich zwischen der akuten und der chronischen Mandelentzündung unterscheiden:

Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta) ist meist eine bakteriell verursachte, plötzlich einsetzende Entzündung der Gaumenmandeln. Eine chronische Mandelentzündung (Tonsillitis chronica) bedeutet dagegen, dass die Gaumenmandeln dauerhaft durch Bakterien entzündet sind. Sie verursacht in der Regel nur wenige oder keine Beschwerden. Die akute Mandelentzündung tritt vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auf.

Anatomie

Die Gaumenmandeln liegen am Übergang von der Mundhöhle zum Rachen zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen. Sie sind, neben anderen Organen und Geweben des Körpers, dafür zuständig, das Immunsystem in den ersten Lebensjahren auszubilden. Der Körper lernt dabei, körperfremde und schädliche Stoffe abzuwehren. Hierzu gehören vor allem Viren und Bakterien.

Die Mandeln (Tonsillen) werden vom ersten bis zum dritten Lebensjahr immer grösser. Mit Beginn der Pubertät bilden sie sich allmählich wieder zurück. Danach üben die Mandeln keine entscheidende Funktion mehr aus. Im Falle einer chronischen Mandelentzündung bewirken sie bereits im Vorschulalter wenig für den Immunschutz. Im Gegenteil: Sie stellen einen idealen Nährboden für die Keimbesiedlung und chronische Infektion dar. In diesem Stadium ist es mitunter sinnvoll, die Mandeln entfernen zu lassen. Dies zieht meist keine Beschwerden nach sich.

 

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