1. «Wenn man ein Erkältungsvirus einfängt, wird man sofort krank»

Vom Eindringen der Viren in den Körper bis zum ersten Kratzen im Hals oder Kribbeln in der Nase dauert es normalerweise zwei bis acht Tage.

Erkältung
Quelle: Illumueller
2. «Stress löst eine Erkältung aus»

Stress kann eine Erkältung nicht auslösen, aber begünstigen. Die Wirkung von Stress auf das Immunsystem hängt davon ab, ob es sich um kurzfristigen oder anhaltenden Stress handelt. Bei akutem Stress verstärkt der Körper seine Abwehr. Bei chronischem Stress wird das Immunsystem geschwächt.

Partnerinhalte
 
 
 
 
3. «Die Grippeimpfung hilft auch gegen Erkältungen»

Einen Impfschutz gegen Erkältungen gibt es nicht. Der Grund ist, dass Erkältungen durch Rhino- und Adenoviren ausgelöst werden, die alle unterschiedlich aufgebaut sind. Bei der echten Grippe (Influenza) dagegen gibt es pro Jahr nur wenige Typen. Diese können Forscher isolieren, um einen geeigneten Impfstoff Grippe Wie gefährlich ist sie wirklich? zu entwickeln.

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.
4. «Erkältung kommt durch Kälte»

Das stimmt nur indirekt: Eine Erkältung wird durch Viren ausgelöst, die die oberen Atemwege befallen. Die Kälte kann eine solche Infektion aber durchaus begünstigen, denn:

  • Kälte schwächt das Immunsystem.
  • Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und erhöht so das Infektionsrisiko.
  • In schlecht gelüfteten Räumen fühlen sich Erkältungsviren besonders wohl.
  • Einige Viren mögen es nasskalt.
5. «Wer sich richtig verhält, erkältet sich nicht»

Es gibt keine Massnahme und auch kein Massnahmenpaket, mit dem sich eine Erkältung mit 100-prozentiger Sicherheit vermeiden liesse. Allerdings gibt es eine Reihe von Verhaltensregeln, mit denen man das Infektionsrisiko zumindest erheblich senken kann:

  • Das Immunsystem stärken oder ihm wenigstens nicht die Arbeit erschweren.
  • Erkältungsviren bestmöglich von sich fernhalten.

Zur Stärkung des Immunsystems trägt eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung bei. Regelmässige Saunabesuche führen zu einer verstärkten Durchblutung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum und fördern so die Bildung von Abwehrzellen. Bei erhöhter Temperatur und Fieber ist die Sauna allerdings tabu! Weiter helfen regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft, Sport, genügend Schlaf. 

Man sollte in der Erkältungssaison nicht zu sehr auf Tuchfühlung gehen. In den Tröpfchen, die ein Erkrankter beim Husten und Niesen versprüht, befinden sich Viren, denen Sie aus dem Weg gehen sollten. Türgriffe oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind wahre Virenschleudern. Hände gut mit Seife waschen – auch zwischen den Fingern. Mit ungewaschenen Händen nie Nase oder Mund berühren.

Statistisch ist die Hälfte aller Erkältungen nach zehn Tagen vorbei.

6. «Eine Erkältung dauert nur kurz»

Bei einem gesunden Menschen hält eine Erkältung ein bis zwei Wochen an. Statistisch ist die Hälfte aller Erkältungen nach zehn Tagen vorbei.

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.
7. «Während einer Erkältung ist Küssen verboten»

Küssen stärkt auch das Immunsystem – damit ist es eine prima Erkältungsprävention! Denn wenn der Puls schneller geht und das Blut zirkuliert, kommt Schwung in den Stoffwechsel und den Kreislauf. Ganz zu schweigen vom ausgeschütteten Adrenalin und von den Glückshormonen, die sich positiv auf die körpereigene Abwehr auswirken.

Auch wenn man bereits erkältet ist, herrscht nicht unbedingt Kussverbot. Eine Ansteckung durchs Küssen ist äusserst selten, das haben wissenschaftliche Studien gezeigt. Der Grund ist vermutlich, dass die Viren beim Küssen mit dem Speichel in den Magen wandern, wo ihnen die Magensäure den Garaus macht.

Was ist besser, Nase hochziehen oder schnäuzen?

loading...
Den Schnodder hochziehen statt zu schnäuzen gebe eine Stirnhöhlenentzündung, sagt der Volksmund. Dabei ist es genau umgekehrt. Ärztin Claudia Twerenbold erklärt, wieso.
Quelle: Beobachter Bewegtbild
8. «Gegen eine Erkältung helfen Antibiotika»

Die Einnahme von Antibiotika ist bei einer normalen Erkältung nicht sinnvoll, da die Infektionen der oberen Atemwege meist von Viren verursacht werden. Antibiotika dagegen wirken nur gegen bakterielle Infektionen. Ob eine solche Infektion vorliegt, muss ein Arzt abklären, um gegebenenfalls ein Antibiotikum zu verschreiben.

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.
9. «Wer erkältet ist, gehört ins Bett»

Wer erkältet ist, sollte sich grundsätzlich schonen – ob im Bett oder auf der Couch ist dabei unerheblich. Solange man jedoch kein Fieber hat, darf man ruhig leichte Tätigkeiten verrichten und auch mal kurz ums Haus gehen – frische Luft ist gut für die Schleimhäute, und Tageslicht fördert die Vitamin-D-Produktion. Natürlich sollte man sich dabei ausreichend warm anziehen.

10. «Eine Erkältung verläuft immer gleich»

Es gibt über 200 verschiedene Arten von Erkältungsviren. Welche Bereiche der oberen Atemwege dabei infiziert werden und wie heftig die Infektion verläuft, ist individuell verschieden. So unterscheidet man zwischen:

  • Rhinitis: Die Entzündung der Nasenschleimhäute, man spricht meist nur von Schnupfen.
  • Sinusitis: Die medizinische Beschreibung einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, die zu Kopfschmerzen und Schmerzen im Gesichtsbereich (Augen, Kiefer, Zähne) führen kann.
  • Pharyngitis: Die Entzündung der Rachenschleimhaut führt zu Halsschmerzen und Husten.
  • Laryngitis: Wenn sich die Entzündung auf den Kehlkopf ausbreitet, äussert sich dies durch Schmerzen und Heiserkeit.
  • Bronchitis: Auch die Bronchien, also die Luftwege in der Lunge, können von Erkältungsviren befallen werden. Die Folge ist ein starker Husten. 
Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.
11. «Haustiere bekommen keine Erkältungen»

Auch Tiere sind nicht vor Virusinfektionen gefeit: So können bei unseren Haustieren Atemwegsinfektionen auftreten, die recht ähnliche Symptome aufweisen wie eine Erkältung beim Menschen. Diese Infektionen treten in der kalten Jahreszeit vermehrt auf und können auch durch Zugluft in der Wohnung begünstigt werden. Dass Tier und Mensch sich gegenseitig anstecken, ist zwar durchaus möglich, aber unwahrscheinlich.

Wissen, was dem Körper guttut.
«Wissen, was dem Körper guttut.»
Chantal Hebeisen, Redaktorin
Der Gesundheits-Newsletter