Hautausschlag

Autor: Onmeda-Ärzteteam  

Definition

Manchmal hat man sich nur an einer Brennnessel verbrannt, manchmal steckt eine Erkrankung dahinter: ein Hautausschlag. Ein plötzlich auftretender Hautausschlag wird fachsprachlich auch als Exanthem bezeichnet.

 

 

Exantheme können

  • viele Ursachen haben,

  • sehr unterschiedlich aussehen

  • und an verschiedenen Stellen des Körpers vorkommen.


In einigen Fällen betriff der Hautausschlag nur einzelne Körperregionen, zum Beispiel bei einem Hautausschlag im Gesicht. Manchmal tritt ein Hautausschlag aber auch am ganzen Körper auf. Darüber hinaus kann sich ein Exanthem langsam immer mehr ausbreiten oder auch von einer Körperstelle zur nächsten «wandern».

Häufige Ursachen für einen Hautausschlag sind zum Beispiel:



Oft sind bei einem Hautausschlag rote Flecken auf der Haut erkennbar. Je nach Ursache kann der Hautausschlag aber auch andere Formen annehmen, etwa Pusteln, Quaddeln oder Bläschen. Manchmal ist die Haut an den betroffenen Stellen auch trocken und schuppt ab.

Die einzelnen Hautveränderungen bei einem Hautausschlag heissen in der Fachsprache Effloreszenzen. Die sogenannten Primäreffloreszenzen sind dabei die Veränderungen, die direkt infolge einer Erkrankung auftreten – zum Beispiel rote Pünktchen oder Quaddeln.

Im Verlauf können sich diese Hauterscheinung aber ändern – man spricht dann von Sekundäreffloreszenzen. Dazu ein Beispiel:

  • Ein beginnender Hautausschlag kann durch rote Flecken (Primäreffloreszenz) auffallen.

  • Zunächst tritt das Exanthem nur im Gesicht auf.

  • Nach wenigen Stunden haben sich die Flecken über den gesamten Körper ausgebreitet.

  • Der Hautausschlag ist mit Juckreiz verbunden. Durch Aufkratzen bildet sich eine Blutkruste auf den Flecken, die nun als Sekundäreffloreszenz gilt, da sie sich aus der ersten Hautveränderung entwickelt hat.



Zu Primäreffloreszenzen zählen (in Klammern je der Fachbegriff):

  • Fleck (Macula)

  • Knötchen (Papel)

  • Knoten (Nodus)

  • Bläschen (Vesikel)

  • Blase (Bulla)

  • Pustel (Pustula)

  • Quaddel (Urtica)


Sekundäreffloreszenzen
sind:

  • Schuppe (Squama)

  • Kruste (Crusta)

  • Schorf

  • Haut- und Gewebedefekte, Abschürfungen (Erosion und Exkoriation)

  • Geschwür (Ulkus)

  • Plaque (flächig erhabene Hautveränderung)

  • Narbe (Ciatrix)

  • Hauteinrisse (Rhagaden und Fissuren)


Je nach Ursache können unterschiedliche Symptome einen Hautausschlag begleiten. Juckreiz ist häufig, aber auch Schmerzen oder Fieber können zusammen mit dem Exanthem auftreten.

Nicht bei jedem Hautausschlag tritt Juckreiz auf. Juckende Hautausschläge werden in der Medizin oft als Ekzem bezeichnet. Ein akutes (also plötzlich aufgetretenes) Ekzem äussert sich durch brennende oder juckende Haut, die teilweise auch nässt.

Juckender Hautausschlag geht meist mit einer Hautrötung einher – die betroffenen Hautstellen sind überwärmt. Bei einem chronischen (also anhaltenden) Ekzem verändert sich oft die Struktur der Haut – sie wird ledrig und beginnt zu schuppen. Die Haut ist allerdings weniger gerötet.

Die Therapie bei Hautausschlag richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Infektionen behandelt der Arzt zum Beispiel mit

  • Antibiotika,

  • antiviralen Medikamenten,

  • Arzneimitteln gegen Pilze (Antimykotika) oder

  • gegen Parasiten (Antiparasitika).


Allergische Reaktionen lassen sich mit Antihistaminika und kortisonhaltigen Präparaten lindern. Der Hautausschlag beziehungsweise das Exanthem verschwindet oftmals von alleine, sobald die Grunderkrankung behandelt wird. Unterstützend kann der Arzt aber auch spezielle Salben und Cremes verschreiben, die den Heilungsprozess fördern.

Ursachen

Ein Hautausschlag (Exanthem) kann verschiedene Ursachen haben. Oft stecken Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten hinter den Hautveränderungen. Neben eigenständigen Hautkrankheiten sind Exantheme auch typisch für Kinderkrankheiten sowie für Allergien und einige Geschlechtskrankheiten (wie Syphilis). Aber auch systemische, innere Krankheiten gehen häufig mit einem Hautausschlag einher.


Mögliche Hautausschlag-Ursachen sind unter anderem:

Eine relative seltene Ursache von Hautausschlag ist eine HIV-Infektion. Das HI-Virus schwächt das Abwehrsystem. Dadurch können sich zum Beispiel leichter Pilze, Bakterien oder Viren auf der Haut ansiedeln beziehungsweise in den Körper eindringen. Manche Formen von Hautausschlag kommen daher bei HIV-Infektionen häufiger vor, zum Beispiel Soor und Gürtelrose.

 

Hautausschlag bei Kindern

Bereits bei Kindern tritt häufig Hautausschlag auf. Ursachen hierfür sind meist verschiedene typische Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln. Auch die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist ein Hautausschlag, der besonders häufig bei Kindern auftritt. Bei vielen Kindern verschwindet diese Hautkrankheit aber wieder von selbst.
Wissenswertes
Erwachsene sind sehr viel seltener von der atopischen Dermatitis betroffen als Kinder. Während bei 10 bis 15 Prozent der Vorschulkinder in Europa zumindest zeitweilig dieser Hautausschlag auftritt, sind es unter den Erwachsenen nur noch zwei von hundert.

Die sogenannte «Windeldermatitis» ist ein Hautausschlag, der vor allem bei kleinen Kindern und Säuglingen vorkommt. Die Nässe weicht die Haut auf. Reibt dann die Windel an der Haut, kann ein Exanthem entstehen. Die gereizte Haut ist zudem anfälliger für Infektionen, zum Beispiel mit dem Pilz Candida albicans.

Diagnose

Bei Hautausschlag (Exanthem) ist eine rasche Diagnose der Ursache sinnvoll, um schnell mit der am ehesten geeigneten Behandlung zu beginnen. Darum empfiehlt es sich, den Hausarzt, einen Hautarzt oder bei Kindern den Kinderarzt aufzusuchen.

Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, wann und an welcher Körperstelle der Hautausschlag zuerst aufgetreten ist.


Für eine genaue Diagnose ist ausserdem wichtig:

  • ob weitere Beschwerden vorliegen, z.B. Juckreiz, Fieber, Übelkeit, Husten oder Schnupfen

  • ob Vorerkrankungen oder Allergien bestehen

  • ob bestimmte Medikamente eingenommen werden oder

  • ob Kontakt zu erkrankten Personen bestand – beispielsweise im Kindergarten zu an Windpocken erkrankten Kindern.

Je nach vermuteter Ursache können sich noch weitere Fragen ergeben.

Anschliessend untersucht der Arzt den Betroffenen gründlich und sieht sich den Hautausschlag genau an. Dafür benutzt er eine Vergrösserungslupe, einen Holz- oder Glasspatel und gegebenenfalls weitere optische Geräte. Zudem tastet der Arzt häufig die Lymphknoten ab, wirft einen Blick in den Hals und misst die Körpertemperatur. 

Um festzustellen, was genau den Hautausschlag verursacht hat, sind – je nach Befund – weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

  • Abstriche,

  • eine Biopsie (Gewebeentnahme aus der Hautveränderung),

  • Blutentnahmen und

  • Allergietests.

 

Bei manchen Arten von Hautausschlag gibt bereits die Körperstelle, an der das Exanthem vorwiegend auftritt, einen Hinweis auf die Diagnose. Manche Hauterkrankungen, die sich durch Hautausschlag äussern, betreffen den ganzen Körper. In anderen Fällen dagegen kommt der Ausschlag hauptsächlich im Gesicht, am Hals oder am Bauch vor oder beginnt dort und breitet sich dann weiter aus.

  • Hautausschlag im Gesicht und am Hals:
    Exantheme, die durch eine Virusinfektion hervorgerufen werden, beginnen häufig am Kopf. Zunächst tritt der Hautausschlag oft im Gesicht auf und breitet sich dann über den Hals weiter aus. Zum Teil haben Betroffene dann Hautausschlag am ganzen Körper. Zu den sogenannten Virusexanthemen zählen z.B. Masern und Röteln.

    Auch das sogenannte seborrhoische Ekzem äussert sich vor allem durch Hautausschlag im Gesicht. Es tritt an Stellen auf, an denen viele Talgdrüsen in der Haut liegen, etwa an der Stirn und den Wangen.

  • Hautausschlag am Bauch:
    Hautausschlag als Nebenwirkung von Arzneimitteln (sog. Arzneimittelexanthem) beginnt meist am Bauch, an der Brust und am Rücken. Von dort breitet sich der Hautausschlag auf den ganzen Körper aus. Medikamente, die häufig zu einem Arzneimittelexanthem führen, sind zum Beispiel Penicillin, Carbamazepin und Allopurinol. Auch bestimmte Schmerzmittel können Hautausschlag verursachen, etwa Wirkstoffe aus der Wirkstoffgruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen).

Therapie

Bei Hautausschlag (Exanthem) richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. So verschwindet der Ausschlag beispielsweise bei einer Kontaktallergie, wenn Sie das Allergen (z.B. das Tragen einer Nickel-Armbanduhr bei Nickelallergie) vermeiden.

Kinderkrankheiten wie Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Nach überstandener Krankheit verschwindet auch der Ausschlag. Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte erfordern eine spezielle Therapie, angefangen von der lokalen Behandlung mit Wirkstoffen wie Salizylsäure und Retinoiden, über Vitamin-D- und Kortisonpräparate bis hin zu Phototherapie und Laserbehandlung.

Tritt bei Hautausschlag Juckreiz auf, kommen oftmals Salben und Cremes zum Einsatz, die die juckende Haut pflegen und den ersten Juckreiz lindern sollen. Bei einem Ekzem – also einer Entzündung der Haut – verschreiben Ärzte zur Behandlung häufig Salben mit Glukokortikoiden (auch als «Kortison» bezeichnet). Diese Salben müssen die Betroffenen örtlich auf die erkrankte Hautstellen auftragen – man spricht auch von einer lokalen Therapie. In schweren Fällen nehmen betroffene Personen auch manchmal Tabletten ein, die Glukokortikoide enthalten. Dann spricht man von einer sogenannten systemischen Therapie.

Wichtig: Behandeln Sie sich nicht selbst!
Wenden Sie Cremes, Salben und Lotionen bei einem Hautausschlag bitte nur in Rücksprache mit dem Arzt an, da die Mittel die Haut noch zusätzlich reizen könnten. Welche Salbe bei welchem Hautausschlag zur Therapie geeignet ist, besprechen Sie am besten im Einzelfall mit Ihrem behandelnden Arzt.