Armee-Test
Mit den Waffen eines Mannes
Nach der grossen Reform ist in der Schweizer Armee nichts mehr, wie es einmal war. Oder doch? Antreten zum Test!

(Bild: Martin Ruetschi)
Nebenartikel
Das Militär: Ob geliebt oder gehasst – jeder Schweizer Mann muss sich damit auseinander setzen. Kaum ist er 16 Jahre alt, streckt die Armee die Fühler nach ihm aus. Mit 18 wird er zum Orientierungstag eingeladen, dann zur Rekrutierung, wo sich sein militärischer Weg entscheidet. Wird er in die Armee eingeteilt? Macht er Gewissenskonflikte geltend, die es ihm ermöglichen, seine Bürgerpflicht im Zivildienst zu leisten? Oder wird er als dienstuntauglich eingestuft und zu einem Einsatz im Zivilschutz vorgesehen?
Die grösste Reform der Schweizer Armee seit ihrem Bestehen liegt gerade hinter uns: Im Mai 2003 hat das Volk das neue Militärgesetz mit 76 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Eine Entschlackung, Verkleinerung und völlige Umstrukturierung der Armee war die Folge. Mit emsiger Betriebsamkeit, nicht immer überzeugend in der Eile, wurde die Reform umgesetzt und die Armee von einer Grösse von rund 380'000 Angehörigen auf 220'000 reduziert: 120'000 Aktive, 20'000 Rekruten und 80'000 Reserve. Die vielen Änderungen haben nicht nur bei Aussenstehenden, sondern auch innerhalb der Armee für Verwirrung und Kopfzerbrechen gesorgt. Deshalb dieser Test: Wie gut kennen Sie die neuen Strukturen und Verfahren?
1. Wie heisst die grösste Reform der Schweizer Armee?
- Armee Nova
- Superarmy
- Armee XXI
2. Wie viele Rekrutenschulen finden jährlich statt?
- Eine RS pro Jahr, Beginn Mitte März
- Zwei RS pro Jahr, Beginn Mitte März und Mitte Juli
- Drei RS pro Jahr, Beginn Mitte März, Anfang Juli und Anfang November
3. AdA — was bedeutet das?
- Die armeeinterne Währungseinheit: der «Armeedienst-Ausgehbatzen»
- Das neue Modewort im Militär: «Angehöriger der Armee». Alle Militär- und Zivildienstleistenden sind AdA
- Grusswort in der Armee: statt Adieu («à Dieu», zu Gott) heisst es AdA («Auf die Armee!»)
4. Wie heisst der Chef der Armee?
- Christophe Keckeis
- Christoph Blocher
- Samuel Schmid
5. Wie lange dauert die Rekrutenschule?
- 15 Wochen
- 16 Wochen
- Je nach Truppengattung 18 oder 21 Wochen, in Ausnahmefällen länger
6. Was ist eine fraktionierte RS?
- Die RS jener Rekruten, die Sanitätsdienst leisten
- Eine RS, die unterbrochen wird, weil der Rekrut wegen eines Arm- oder Beinbruchs keinen Dienst leisten kann
- Eine RS, die nach 13 Wochen unterbrochen und später fortgesetzt wird
7. Ein Durchdiener – was ist das?
- Ein besonders gehorsamer Soldat, der mit der Bezeichnung «Durchdiener» ausgezeichnet wird
- Ein Militärdienstpflichtiger, der 300 Tage Dienst in einem Stück absolviert und danach während zehn Jahren als Angehöriger der Reserve nur noch das jährliche obligatorische Schiessen absolvieren muss
- Ein Rekrut, der einem Offizier mit Aufräum- und Büroarbeiten dient
8. Müssen die Haare im Militär raspelkurz geschnitten sein?
- Nein, die Haarlänge ist egal
- Die Haare dürfen im Nacken höchstens einen Zentimeter, am Oberkopf höchstens vier Zentimeter lang sein
- Die Haare dürfen bei aufrechter Kopfhaltung im Stehen den Kragen nicht berühren. Lange Haare sind erlaubt, müssen aber hochgesteckt werden
9. Ist ein Rekrut, der den Vorschlag erhält, verpflichtet zum Weitermachen?
- Nein, seit der Armeereform kann jeder Rekrut selber entscheiden, ob er weitermachen will oder nicht
- Ja, wer den Vorschlag erhält, muss weitermachen. Eine erste Vorauswahl erfolgt bereits bei der Rekrutierung. Der endgültige Entscheid fällt nach der siebten RS-Woche
- Die Rekruten wählen in einem internen Abstimmungsverfahren einen Vertreter, der weitermachen muss
10. Ist Militärdienst ohne Waffe möglich?
- Ja, wer Dienst ohne Waffe leisten will, kann ein Gesuch um «waffenlosen Militärdienst aus Gewissensgründen» stellen, in dem er seinen Gewissenskonflikt darlegen muss. Eine Kommission entscheidet über das Gesuch
- Nein, zum Militärdienst gehört der Gebrauch der Waffe. Nur wer zu schiessen weiss, ist ein richtiger Soldat
- Wer ein «Gesuch um waffenlosen Militärdienst» stellt, wird ausgemustert und für den Zivilschutz vorgesehen
11. Frauen können sich freiwillig zum Militärdienst melden. Dürfen Frauen in der Armee Waffen tragen?
- Nein, man setzt Frauen für Hilfsdienste in der Küche und der Sanität ein
- Frauen sind seit dem 1. Januar 2004 auch zur Kampfausbildung mit dem Sturmgewehr zugelassen, falls sie die Rekrutierung bestehen
- Jede Frau, die freiwillig Militärdienst leistet, erhält ein Sturmgewehr
12. Wer kann sich zum Zivildienst melden?
- Nur wer bei der Rekrutierung als militärdiensttauglich eingestuft wird, kann ein Gesuch um Zulassung zum Zivildienst aus Gewissensgründen stellen
- Jeder Schweizer kann mit 19 Jahren wählen, ob er Militär- oder Zivildienst leisten will
- Nur als untauglich Ausgemusterte dürfen Zivildienst leisten
13. Wie lange dauert der Zivildienst?
- Gleich lang wie der Militärdienst
- In der Regel anderthalbmal so lang wie der Militärdienst. Die Dauer hängt ab vom Dienstgrad und der Dauer der noch zu leistenden Militärdiensttage
- Die Dauer variiert – sie hängt ab von der Art des Zivildiensteinsatzes
14. Zeitmilitär – was ist das?
- Bezeichnung für jene Militärangehörige, die für die pünktliche Einhaltung des Tagesprogramms zuständig sind
- Zeitoffiziere, Zeitunteroffiziere und Zeitsoldaten, die mit einem zeitlich befristeten Arbeitsvertrag eine vollamtliche Dienstverpflichtung eingehen
- Militärinterne Bezeichnung für die Armee, deren Weiterbestand nach einigen Äusserungen des Departementschefs als zeitlich befristet gilt
© Beobachter Ausgabe 21 vom 14. Okt 2004 - Alle Rechte vorbehalten

