Medienpreis
Auszeichnung für Beobachter-Redaktor
- Text:
- Ausgabe:
- 13/09
Der Schweizerische Anwaltsverband hat den Beobachter-Redaktor Dominique Strebel mit dem Hauptgewinn seines diesjährigen Medienpreises geehrt – weil er Justizopfern eine Stimme verliehen hat, wie es in der Begründung heisst.

Mit dem Medienpreis des Anwaltsverbands geehrt: Regula Zehnder (DRS 1), Dominique Strebel (Beobachter), Elvira Stadelmann (SF) (von links)
In zwei Artikeln hatte der Jurist Strebel die Geschichte von Frauen aufgearbeitet, die in ihrer Jugend Opfer von Behördenwillkür geworden sind und zu Erziehungszwecken in eine Strafanstalt eingewiesen worden sind, ohne eine Straftat begangen zu haben. Sie waren in den sechziger Jahren als «unbequeme Jugendliche» zuerst bevormundet, dann in Erziehungsheime gesteckt und zuletzt in die Strafanstalt Hindelbank verfrachtet worden.
Der Beobachter beschrieb auch die Bemühungen der Betroffenen um eine Wiedergutmachung, und er recherchierte, was ehemalige Vormundschafts-, Justiz- und Strafvollzugsbeamte heute über das damalige Vorgehen denken. Das Schweizer Fernsehen und verschiedene Tageszeitungen griffen die Problematik auf. Im Parlament hat SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr mit einer Interpellation den Bundesrat zur Stellungnahme aufgefordert.
Die betroffenen Frauen verlangten von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren zumindest eine moralische Wiedergutmachung, etwa in Form einer offiziellen Entschuldigung – an einer finanziellen Entschädigung sind sie nicht interessiert. Doch die Sozialdirektorenkonferenz erklärte, sie könne nicht vergangenes Recht zu Unrecht erklären.
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© Beobachter Ausgabe 13 vom 25. Jun 2009 - Alle Rechte vorbehalten
Medienpreis
Auszeichnung für Beobachter-Redaktor
Der Schweizerische Anwaltsverband hat den Beobachter-Redaktor Dominique Strebel mit dem Hauptgewinn seines diesjährigen Medienpreises geehrt – weil er Justizopfern eine Stimme verliehen hat, wie es in der Begründung heisst.
Mit dem Medienpreis des Anwaltsverbands geehrt: Regula Zehnder (DRS 1), Dominique Strebel (Beobachter), Elvira Stadelmann (SF) (von links)
In zwei Artikeln hatte der Jurist Strebel die Geschichte von Frauen aufgearbeitet, die in ihrer Jugend Opfer von Behördenwillkür geworden sind und zu Erziehungszwecken in eine Strafanstalt eingewiesen worden sind, ohne eine Straftat begangen zu haben. Sie waren in den sechziger Jahren als «unbequeme Jugendliche» zuerst bevormundet, dann in Erziehungsheime gesteckt und zuletzt in die Strafanstalt Hindelbank verfrachtet worden.
Der Beobachter beschrieb auch die Bemühungen der Betroffenen um eine Wiedergutmachung, und er recherchierte, was ehemalige Vormundschafts-, Justiz- und Strafvollzugsbeamte heute über das damalige Vorgehen denken. Das Schweizer Fernsehen und verschiedene Tageszeitungen griffen die Problematik auf. Im Parlament hat SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr mit einer Interpellation den Bundesrat zur Stellungnahme aufgefordert.
Die betroffenen Frauen verlangten von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren zumindest eine moralische Wiedergutmachung, etwa in Form einer offiziellen Entschuldigung – an einer finanziellen Entschädigung sind sie nicht interessiert. Doch die Sozialdirektorenkonferenz erklärte, sie könne nicht vergangenes Recht zu Unrecht erklären.
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