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Sterbehilfe

Regierung soll Dignitas überprüfen

Text:
  • Dominique Strebel
Bild:
  •   Keystone
Ausgabe:
14/10

Die Finanzen von Ludwig A. Minelli und dessen Verein Dignitas werfen Fragen auf. Nun reagiert die Politik.

Sterbehilfe: Regierung soll Dignitas überprüfen

Wundersame Vermögensvermehrung: Ludwig A. Minelli

Der Zürcher EVP-Kantonsrat Walter Schoch will Auskunft über die intransparenten Finanzen der Sterbehilfeorganisation Dignitas und ihres Gründers Ludwig A. Minelli. Eine entsprechende parlamentarische Anfrage hat er Anfang Woche eingereicht.

Der Beobachter hatte öffentlich gemacht, dass Minellis steuerbares Vermögen seit der Gründung des Vereins von null auf zwei Millionen Franken gestiegen ist. Sterbewillige zahlten an den Verein immer wieder Summen in fünfstelliger Höhe – einzelne spendeten sogar mehr als 100'000 Franken. Diese Beträge hat Minelli als «Zustupf» verbucht (siehe Artikel zum Thema).

Zudem erhielten Sterbewillige Einzahlungsscheine für ein Konto, das auf Minelli persönlich lautet. Es bestehe deshalb der Verdacht, dass «sich Organe von Dignitas persönlich bereichern und die Mittel für private Zwecke nutzen», begründet Kantonsrat Schoch seinen Vorstoss.

Deshalb verlangt er unter anderem Auskunft darüber, wie der Zürcher Regierungsrat bei Dignitas Transparenz schaffen und die unerklärliche Zunahme von Minellis Privatvermögen untersuchen will.

Besonderes Augenmerk gilt dabei den Steuerbehörden. Für die Jahre 1998 bis 2006 gibt es nämlich weder am damaligen Sitz in Zürich noch am Ort der Verwaltung in Maur einen Steuerregistereintrag des Vereins. So besteht der Verdacht, dass Dignitas in diesen Jahren gar keine Steuererklärung eingereicht hat. In der Regel wird in einem solchen Fall ein Nachsteuerverfahren eingeleitet. Geschah dies auch bei Dignitas? Weder Minelli noch die Steuerverwaltung wollten bisher dazu Stellung nehmen.

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