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«Todespfleger von Luzern»

Stadt Luzern entschädigt Betroffenen

Text:
  • Gian Signorell
Ausgabe:
6/10

Seine Mutter war das letzte ­Opfer des «Todespflegers von Luzern». Nun hat sich Charles Anzi mit der Stadt Luzern gütlich geeinigt.

«Es war Zeit für mich, mit der Vergangenheit abzuschliessen», sagt er. Die Stadt entschädigt Anzi für Anwalts- und Prozesskosten und zahlt eine Genugtuung. «Herr Anzi hat durch den Mord an seiner Mutter enorm gelitten und durch seine Ausdauer auch zur Klärung der Vorgänge im Betagtenheim Eichhof beigetragen. Aus diesen Gründen hat sich die Stadt Luzern, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, zur Zahlung der Entschädigung entschieden», sagt Marcel Schuler von der Sozialdirektion.

Vor zehn Jahren erschütterte eine Häufung von ungewöhnlichen Todesfällen das Betagtenheim Eichhof in Luzern. Nach dem Tod von Marie Anzi verhaftet die Polizei den Pfleger Roger A. Zu diesem Zeitpunkt hat der «Todespfleger» bereits mindestens 21 Menschen ermordet.

Hätte der Tod seiner Mutter verhindert werden können, wenn die Verantwortlichen rechtzeitig eingeschritten wären? Diese Frage quält Anzi jahrelang. Er prozessiert mit Unterstützung von SOS Beobachter gegen die Heimleitung. Das Luzerner Obergericht spricht schliesslich den Heimarzt von Schuld und Strafe frei. «Todespfleger» Roger A. wird 2006 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

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© Beobachter Ausgabe 6 vom 17. Mär 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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