Jeder kennt mindestens einen Vollzeit-Elternteil, der von sich behauptet, sein Job sei bezüglich Stress und Belastung vergleichbar mit der Arbeit eines Managers. Was auch alle wissen: Wenn man keine Lust auf eine längere Diskussion hat, nickt man am besten ganz zustimmend nach einer solchen Behauptung - auch wenn man sie für Humbug hält. Halten muss, denn Vollzeitmutter oder Vollzeitvater - das steht für Heimeligkeit, Freude, Kinderlachen und Geburtstagskuchen. Und Manager? Da denkt man an Konkurrenzkämpfe, tonnenschwere Verantwortung und viel zu lange Arbeitstage.

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Auf den Puls gefühlt
Eine Studie bringt nun unsere Vorstellungen gehörig ins Wanken. Es ist nämlich genau umgekehrt, Berufstätige schieben im Vergleich zu Müttern von Kleinkindern eine ruhige Kugel. 24 Stunden lang zeichnete der Londoner Herzspezialist Mike Scott in seinem Labor die Herzfrequenz von Müttern von Kleinkindern auf und verglich sie mit der Stressbelastung von Berufstätigen. Das Ergebnis: Mütter hatten eine Frequenz von über 100, während Berufstätige an ihrem Arbeitsplatz knapp auf einen Puls von 80 kamen. Den konstant hohen Mutterpuls erklärte Scott sich so: Mütter sind rund um die Uhr im Einsatz, müssen jede Sekunde die Kinder im Blick haben, erfüllen nach Feierabend weitere Pflichten im Haushalt und können selbst nachts nicht richtig entspannen und durchschlafen. Ihr Körper ist, vor allem wenn die Kinder noch klein sind, immer in Alarmbereitschaft.

Diese Sache muss man einmal ganz zu Ende denken. Vielleicht sind wir bald von Managern umzingelt, die von sich behaupten, ihre Arbeit sei bezüglich Stress und Belastung vergleichbar mit der einer Mutter. Sie werden nur ein müdes Kopfschütteln ernten.