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Benzinverbrauch

«Die Autokäufer in die Pflicht nehmen»

Text:
  • Yvonne Staat
Bild:
  • Béatrice Devènes
Ausgabe:
3/07

Es sei an der Zeit, Autokäufer per Steuern zu mehr Umweltschutz zu bringen, findet Matthias Gysler, Leiter der Sektion Energiepolitik im Bundesamt für Energie.

Benzinschlucker sollen teurer werden, sparsame Autos um bis zu 3'000 Franken billiger. Bereits 2009 soll das
BonusMalusSystem, eine verbrauchsabhängige Importsteuer für Autos, eingeführt werden so will es ein Vorschlag des Bundesamts für Energie.

Beobachter: Wird es auf den Strassen bald keine Offroader mehr geben?
Matthias Gysler: Nicht die Offroader stehen im Fokus dieses Vorschlags. Die verbrauchsabhängige Autosteuer soll den Anreiz geben, ein energieeffizientes und schadstoffarmes Auto zu kaufen.

Beobachter: Offroader sind Ihnen egal?
Gysler: Aus klimapolitischer Sicht hoffen wir, dass gar keine oder viel weniger Offroader verkauft werden. Welche Wirkung die Steuer erzielen wird, können wir noch nicht sagen. Das untersucht die ETH in einer Studie, die wir in Auftrag gegeben haben.

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Beobachter: Vor allem Reiche fahren Offroader. Die kümmern ein paar tausend Franken mehr oder weniger beim Autopreis doch nicht.
Gysler: Uns interessiert die grosse Masse, der normale Autokäufer, der nicht 80'000 oder 100'000 Franken für ein neues Auto ausgeben kann.

Beobachter: Eine Studie hat ergeben: Umweltargumente ziehen beim Autokauf gar nicht.
Gysler: Aber der Preis ist den Leuten wichtig da setzen wir an. Umweltargumente ziehen vielleicht nicht, finanzielle Anreize schon.Da hat sogar der Verkäufer ein Interesse daran, schadstoffarme Autos an die Kunden zu bringen. Weil er ihnen für das gesparte Geld zusätzlich ein Navigationssystem verkaufen kann.

Beobachter: Dieselbe Studie zeigt, dass die Käufer noch viel zu wenig wissen über ökologische Autos.
Gysler: Wir haben die EnergieEtikette für Personenwagen als Informationsinstrument eingeführt. Die zeigt für jedes Auto den Treibstoffverbrauch oder den CO2Ausstoss an. Gewisse Leute sind daran interessiert, andere weniger.

Beobachter: Der Verband der Autoimporteure zeigt sich in der Frage der verbrauchsabhängigen Autosteuer kompromissbereit nach jahrelangem Widerstand. Warum?
Gysler: Ich möchte die Autoimporteure nicht in Schutz nehmen. Aber bei der Branche hat ein Umdenken stattgefunden. Die blockiert nicht mehr so wie noch vor zehn Jahren.

Beobachter: Warum?
Gysler: Die Branche kommt politisch nicht mehr an Umweltthemen vorbei, wenn sie langfristig auf dem Markt bestehen will. Man kann nicht immer nur den Autoimporteuren die Schuld geben, dass in der Schweiz so wenig schadstoffarme Autos gekauft werden. Sie haben zum Beispiel unsere EnergieEtikette umgesetzt. In jeder Garage klebt die jetzt an den Autos.

Beobachter: Wer ist dann dafür verantwortlich, dass hierzulande für umweltfreundliche Autos kaum eine Nachfrage besteht?
Gysler: Es ist an der Zeit, auch den Autokäufer in die Verantwortung zu nehmen. Er sitzt mit im Boot und trifft letztlich die Entscheidung. Bis jetzt war er zu wenig sensibilisiert. Das wollen wir mit dem Bonus-Malus-System ändern.

Beobachter: Um wie viel soll der Verkauf von schadstoffarmen Autos steigen?
Gysler: Wir rechnen mit einem Anstieg des Verkaufs um rund sechs Prozent. Aber das sind nur grobe Schätzungen. Konkrete Zahlen haben wir noch nicht, das ist Gegenstand der ETH-Studie, die im Sommer vorliegen wird.

© Beobachter Ausgabe 3 vom 31. Jan 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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