Cablecom: Kostspieliges Kabel
Netzbetreiber Cablecom darf die Tarife nur minim erhöhen – sagt der Preisüberwacher. Doch keine Regel ohne Ausnahme.

«Wir haben eingesehen, dass vor allem in Bern und Zürich die Erhöhung zu massiv gewesen wäre», räumt Cablecom-Sprecher Ingo Buse ein. Das Kabelfernsehunternehmen gab allerdings der Kritik von Mieterinnen und Mietern sowie Hauseigentümerverbänden (Beobachter 19/99) nur unter Druck nach: Preisüberwacher Werner Marti stellte fest, dass die happige Gebührenerhöhung auf landesweit 24 Franken nicht gerechtfertigt sei und dass Cablecom, verglichen mit anderen Kabelfernsehbetreibern, zu hohe Preise verrechnet.
Wo der Abopreis fürs Kabelfernsehen bisher unter 17 Franken pro Monat lag, darf die Cablecom deshalb nur auf 17 Franken erhöhen; Tarife über 22 Franken muss sie auf diesen Betrag reduzieren. Alle Preise dazwischen bleiben abgesehen von kleinen Aufrundungen bis Ende 2001 unverändert. Dazu kommen zwei bis drei Franken Aufpreis, wenn Cablecom den Service nicht nur bis zum Haus, sondern bis zur Steckdose übernehmen soll.
Das gilt nicht überall: In rund 50 kleineren und mittleren Gemeinden steigen die Gebühren trotzdem auf 22 respektive 24 Franken (mit Vollservice). «Das ist ungerecht», findet Beobachter-Leserin Helene Appel aus Untersiggenthal AG. Sie habe zwar Recht, meint Rafael Corazza, Geschäftsführer der Preisüberwachung, doch sei die Regelung Bestandteil des Kompromisses. Dieser beruhe auf «besonderen lokalen Verhältnissen» wie Abmachungen mit den Gemeinden oder neuste Investitionen. Betroffen seien aber weniger als fünf Prozent der 1,3 Millionen Cablecom-Kunden. Für jene, die es trifft, ein schwacher Trost: Sie zahlen mehr ohne zusätzliche Leistungen.
© Beobachter Ausgabe 25 vom 10. Dez 1999 - Alle Rechte vorbehalten







