Coop hat Hunderte von Produkten verbilligt, listet sie aber nirgends auf. Ein Vergleich bei knapp 50 Produkten des täglichen Bedarfs bringt eine unerwartet magere Ersparnis an den Tag.
Der Neujahrs-PR-Coup ist gelungen: Mit dem «grössten Preisabschlag aller Zeiten» senkt Coop eigenen Angaben zufolge bei «600 umsatzstarken Markenprodukten» den Preis.
Doch welche Produkte wie viel billiger werden, will Coop nicht verraten: Der Grossverteiler hält die entsprechende Liste unter Verschluss. Die Verantwortlichen werden aber nicht müde zu betonen, die Preissenkung koste Coop 100 Millionen Franken im Jahr.
Ein Vergleich bei knapp 50 Frischprodukten des täglichen Bedarfs zeigt jedoch: Beim Einkauf spüren die Konsumenten von der vollmundig beworbenen Aktion wenig. Der Beobachter bezahlte für diese Produkte (von Bohnen bis zu Pouletgeschnetzeltem) Fr. 234.35. Als die Zeitschrift «K-Tipp» im Januar 2008 genau diesen Warenkorb zusammenstellte, kostete er noch Fr. 237.10. Unterm Strich liegt die Ersparnis also gerade einmal bei Fr. 2.75, was rund 1,2 Prozent entspricht. Vor einem Jahr waren gemäss der «K-Tipp»-Erhebung die Preise im Vergleich zum Januar 2007 noch wesentlich stärker gesunken (um 4,1 Prozent) als mit der jetzigen Aktion.
Ein Blick auf die Coop-Werbung zeigt zudem: Günstiger werden jetzt nicht primär Produkte des täglichen Bedarfs oder gesunde Nahrungsmittel. Im Gegenteil, die aktuelle Reklame setzt bei Lebensmitteln vor allem auf fetthaltige und kalorienschwere Produkte. «Enttäuschend. Für gesundheitsbewusste Eltern hält sich der Spareffekt deshalb in Grenzen», bilanziert Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.
Coop
Spärlicher Preisabschlag
Coop hat Hunderte von Produkten verbilligt, listet sie aber nirgends auf. Ein Vergleich bei knapp 50 Produkten des täglichen Bedarfs bringt eine unerwartet magere Ersparnis an den Tag.
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Der Neujahrs-PR-Coup ist gelungen: Mit dem «grössten Preisabschlag aller Zeiten» senkt Coop eigenen Angaben zufolge bei «600 umsatzstarken Markenprodukten» den Preis.
Doch welche Produkte wie viel billiger werden, will Coop nicht verraten: Der Grossverteiler hält die entsprechende Liste unter Verschluss. Die Verantwortlichen werden aber nicht müde zu betonen, die Preissenkung koste Coop 100 Millionen Franken im Jahr.
Ein Vergleich bei knapp 50 Frischprodukten des täglichen Bedarfs zeigt jedoch: Beim Einkauf spüren die Konsumenten von der vollmundig beworbenen Aktion wenig. Der Beobachter bezahlte für diese Produkte (von Bohnen bis zu Pouletgeschnetzeltem) Fr. 234.35. Als die Zeitschrift «K-Tipp» im Januar 2008 genau diesen Warenkorb zusammenstellte, kostete er noch Fr. 237.10. Unterm Strich liegt die Ersparnis also gerade einmal bei Fr. 2.75, was rund 1,2 Prozent entspricht. Vor einem Jahr waren gemäss der «K-Tipp»-Erhebung die Preise im Vergleich zum Januar 2007 noch wesentlich stärker gesunken (um 4,1 Prozent) als mit der jetzigen Aktion.
Ein Blick auf die Coop-Werbung zeigt zudem: Günstiger werden jetzt nicht primär Produkte des täglichen Bedarfs oder gesunde Nahrungsmittel. Im Gegenteil, die aktuelle Reklame setzt bei Lebensmitteln vor allem auf fetthaltige und kalorienschwere Produkte. «Enttäuschend. Für gesundheitsbewusste Eltern hält sich der Spareffekt deshalb in Grenzen», bilanziert Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.
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© Beobachter Ausgabe 2 vom 22. Jan 2009 - Alle Rechte vorbehalten