Fundraising
Fairplay ist anders
Die Sporthilfe geht mit unsauberen Mitteln auf Spendenjagd. Der Kanton Zürich will ihr nun auf die Finger klopfen.

(Bild: Sporthilfe)
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Die Sporthilfe versucht derzeit, die Schweizer Bevölkerung mit einem an 1,2 Millionen Haushalte versandten Faltprospekt zum Spenden zu verführen. Anreiz soll ein Gewinnspiel bieten: Wer 30 Franken spendet, hat 1'050 Chancen, einen der «tollen Preise im Gesamtwert von 240'000 Franken» zu gewinnen. Verdoppeln respektive verdreifachen kann man seine Gewinnchancen, indem man 60 oder gar 90 Franken einzahlt. Ein guter Plan, möglichst hohe Spenden hereinzuholen; wer möchte bei 3'150 möglichen Gewinnen dem Glück noch im Wege stehen?
Allerdings ist diese Lockmethode «nicht ganz legal», wie Peter Schärer, juristischer Sekretär der Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich, auf Anfrage des Beobachters bestätigt. Gleich zweifach verstösst die Stiftung gegen das Lotteriegesetz: «Zum einen wird im Internet nur ganz versteckt darauf hingewiesen, dass man auch gratis teilnehmen kann, zum andern ist die Kopplung von Gewinnchancen an die Höhe der Spende nicht erlaubt, weil die Chancen für alle Teilnehmer, ob mit oder ohne Einsatz, identisch sein müssen», sagt Schärer. Er will der Sache auf jeden Fall nachgehen.
Der zuständige Sporthilfe-Fundraiser Klaus Rütschi will derweil keine unsauberen Methoden erkennen: «Wir haben das Gewinnspiel juristisch abklären lassen. Nach unserem Wissen ist daran nichts Illegales», betont er. «Sollte sich ergeben, dass wir uns irren, werden wir uns Mühe geben, die Sache zumindest auf der Website in Ordnung zu bringen - für den Versand ist es ja schon zu spät.»
© Beobachter Ausgabe 9 vom 26. Apr 2006 - Alle Rechte vorbehalten







