Fussball-WM
Es ist nie zu früh
Fussballfans sollten jetzt zuschlagen, wenn sie Karten für die Weltmeisterschaft 2006 ergattern wollen. Allerdings kaufen sie damit die Katze im Sack.
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Noch steht nicht einmal fest, wer an der Fussball-WM 2006 in Deutschland überhaupt spielen wird. Nichtsdestotrotz läuft bereits seit Anfang Februar der Vorverkauf für die Eintrittskarten – per Internet.
Die Fans müssen dabei weitgehend im Trüben fischen. Angeboten werden zum einen teamspezifische Tickets, mit denen die geliebte Mannschaft von den Gruppenspielen bis ins eventuelle Finale begleitet werden kann; zum andern gibt es Einzeltickets für ein bestimmtes Stadion und eine bestimmte Paarung, beispielsweise für das Spiel in Frankfurt vom 10. Juli 2006 zwischen Mannschaft B1 und B2.
Welche Mannschaften dies sein werden, ob Brasilien, England oder die Elfenbeinküste, ist noch völlig unbekannt: Die Gruppenauslosung findet erst am 9. Dezember in Leipzig statt.
Wer kauft, weiss also nicht genau, was er kriegt für sein Geld. Umgekehrt möchte das Organisationskomitee aber eine ganze Menge wissen. Noch nie mussten die Fussballfans so viel von sich preisgeben, um in die Stadien zu gelangen: Name, Wohnort, Geburtsdatum, Nationalität, Geschlecht und sogar die Nummer der Identitätskarte. Zudem sind die Eintrittskarten persönlich und nicht übertragbar. Da hat Pech gehabt, wer jetzt Tickets für sich und seine Freundin bestellt, zu Beginn der WM aber wieder Single ist: «Rückgabe oder Umtauschen ist möglich, soll aber nicht die Regel sein», sagt Jens Grittner, Sprecher des Organisationskomitees. Für einigen Wirbel sorgte auch der in die Eintrittskarte integrierte Chip. Hier gibt das Organisationskomitee jedoch Entwarnung: Darauf würden keine persönlichen Daten gespeichert, sondern nur ein Code, der dazu dient, das Ticket beim Eintritt ins Stadion zu identifizieren, vergleichbar mit einem Skilift-Ticket.
Weg wie warme Semmeln
Mehrere Gründe sprechen also gegen die Frühbuchung. Trotzdem sollten sich jene WM-Begeisterten auf den Handel einlassen, die ihre Chancen, zu Eintrittskarten zu kommen, möglichst hoch halten wollen. Im Dezember, wenn die Paarungen bekannt werden, dürfte ein grosser Teil der Tickets bereits weg sein. Diesen Schluss lässt zumindest der fulminante Start der ersten Verkaufsphase zu. Sie dauert noch bis zum 31. März, in den Verkauf gelangen 812000 Karten. Drei Tage nach dem Beginn am 1. Februar hatten Fans bereits um mehr als eine Million Karten nachgefragt. Während der laufenden zwei Monate kann man sein Kaufinteresse anmelden. Wer schliesslich wie viele Karten erhält, wird nach Ende der Verkaufsphase ausgelost.
Weitere 300000 Eintrittskarten gehen in verschiedenen Verkaufsphasen bis zum 15. Januar 2006 über den Ladentisch und das Internetportal (fifaworldcup.yahoo.com), wobei sich die einzelnen Phasen darin unterscheiden, dass die Karten alternierend mal aufgrund des Losglücks und mal nach dem Prinzip «Wer zuerst kommt, mahlt zuerst» zugeteilt werden.
Falls sich die Schweiz qualifiziert, erhält der Schweizerische Fussballverband (SFV) ein Kontingent von acht Prozent der jeweiligen Stadionkapazität zugesprochen. Diese spezifischen Tickets kann man zurückgeben, wenn die Mannschaft die Qualifikation verpasst.
Auf welchem Weg das Kartenkontingent genau vertrieben wird, steht laut Peter Gilliéron, Generalsekretär des SFV, noch nicht fest. Verschiedene Reiseveranstalter wie Hotelplan, Travelclub in Bern oder das Basler Reisebüro Tripi Travel & Tickets wollen Pauschalarrangements in ihr Angebot aufnehmen. Die Teilnahme an der ersten Verkaufsphase übers Internet bleibt jedoch der günstigste und sicherste Weg zum WM-Fussballglück.
© Beobachter Ausgabe 4 vom 17. Feb 2005 - Alle Rechte vorbehalten







