Global einkaufen

Das Internet machts möglich

Text:
  • Michael Krampf
Bild:
  • Jupiterimages Stock-Kollektion
Ausgabe:
9/08

Im Ausland billig einkaufen ist das eine. Doch wohin sich wenden, wenn das Angebot nicht hält, was der Anbieter versprochen hat?

Online-Shopping: Das Internet machts möglich

Ein Wasserbett aus Deutschland oder Ferien im Zillertal: Das Internet macht es möglich, dass man derlei Angebote direkt beim Anbieter bestellt beziehungsweise bucht - und damit meist Geld spart. Doch wer hilft den grenzüberschreitenden «Schnäppchenjägern», wenn das Wasserbett seinen Inhalt verliert oder das Zillertaler Hotelzimmer mit Kakerlaken geteilt werden muss?

Beim nördlichen Nachbarn herrscht diesbezüglich deutsche Gründlichkeit - im positiven Sinn. In jedem Bundesland - zusammengeschlossen im «Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.» - kümmern sich bis zu 16 Beratungsstellen um die Belange der Konsumenten (siehe Box «Konsumentenschutz: Anlaufstellen im Ausland»). Sie beraten schriftlich, telefonisch, persönlich oder per E-Mail und intervenieren auch mal bei einem fehlbaren Anbieter.

 

Allerdings funktioniert von der Schweiz aus weder das für ganz Deutschland eingerichtete E-Mail-Angebot noch die landesweite kostenpflichtige Telefonberatung. Ratsuchende müssen daher ihre Anfrage entweder per Post oder E-Mail direkt an die Verbraucherzentrale des jeweiligen Landes richten oder bei einer Beratungsstelle anrufen.

Wer etwa an der Rheingrenze in der Nähe von Waldshut-Tiengen wohnt, kann sich bei der dortigen Beratungsstelle melden. Die Verantwortliche, Helga Dietenberger, klärt pro Jahr rund 20 Schweizer Konsumenten über ihre Rechte auf.

Brachland Liechtenstein

Wer mit einem österreichischen Anbieter Probleme hat, kann beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) auf Unterstützung zählen. Der Verein unterhält in Wien und Innsbruck je eine Anlaufstelle, wo Konsumenten persönlich oder telefonisch beraten werden. Auf Wunsch schreibt der VKI auch einen Beschwerdebrief, damit die geprellten «Grenzgänger» schneller zu ihrem Recht kommen.

 

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Im «Ländle» fehlt eine Organisation, die Hilfe für Konsumenten anbietet - kein Wunder bei gerade einmal 35'000 Einwohnern. Zur Not kann man sich aber an das Amt für Handel und Transport der liechtensteinischen Landesverwaltung wenden. Das Amt berät gratis bei Problemen mit liechtensteinischen Firmen. Als staatliche Stelle kann es jedoch nicht zugunsten von Konsumenten beim Anbieter intervenieren. Für solche Fälle brauchen Schweizer Konsumenten die Hilfe eines Anwalts.

KONSUMENTENSCHUTZ: ANLAUFSTELLEN IM AUSLAND

 
Deutschland
  • Über www.verbraucherzentrale.de kommen Sie auf die Website des gewünschten Bundeslandes. Dort finden Sie die Post- und die E-Mail-Adresse der jeweiligen Verbraucherzentrale und die Telefonnummern der Beratungsstellen. Die Beratung kostet zwischen 10 und 28.50 Euro.


Österreich

  • Unter www.konsument.at finden Sie Musterbriefe, mit denen Sie sich selber beim Anbieter beschweren können, und weitere Informationen über den Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die Beratungsstelle in Wien verlangt 10 Euro für Beratung oder Beschwerdeschreiben. In Innsbruck ist das Angebot gratis.
  • VKI-Zentrale, Mariahilfer Strasse 81, A-1060 Wien, Telefon 0043 1 588 770
  • VKI-Landesstelle Tirol, Maximilianstrasse 9, A-6020 Innsbruck, Telefon 0043 512 586 878, Konsumenteninfo.tirol@vki-tirol.at

 

Fürstentum Liechtenstein
  • Amt für Handel und Transport, Konsumentenschutz, Liechtensteinische Landesverwaltung, Austrasse 15, 9490 Vaduz, Telefon 00423 236 69 04, info@aht.llv.li

 

Übriges Europa
  • Wenn Sie Probleme haben mit einem Anbieter aus einem anderen EU-Land oder Norwegen und Island, können Sie sich an das europäische Verbraucherzentrum des betreffenden Landes wenden. Die Adresse finden Sie unter www.europakonsument.at/....

© Beobachter Ausgabe 9 vom 29. Apr 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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