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Kreditkarten

Den Banken in die Karten schauen

Text:
  • Hansjürg Reber
Bild:
  • Emanuel Ammon
Ausgabe:
7/04

Tarife, Gebühren und Leistungen der verschiedenen «Plastikgeld»-Institute sind sehr unterschiedlich. Wer das Kleingedruckte beachtet, kann viel Geld sparen.

Was kostet die Welt, wo sie am schönsten ist?», fragt die Cornèr Bank in ihrer Werbung. Gute Frage, dachte der Beobachter und verglich die Bedingungen der Kreditkartenanbieter.

Bevor man sich für ein bestimmtes «Plastikgeld»-Institut entscheidet, muss man sich über die eigenen Gewohnheiten im Klaren sein. Wer etwa die Kreditkarte häufig benutzt und so den von der Bank vorgegebenen Mindestumsatz erzielt, kann sich bei einzelnen Geldinstituten wie Credit Suisse und Raiffeisen die halbe oder die ganze Jahresgebühr für die Erstkarte im Folgejahr sparen. Für Paare lohnt sich deshalb oft eine Zusatzkarte und ein gemeinsames Konto – zusammen generieren sie schneller den Umsatz, der für die vergünstigte oder kostenlose Erstkarte notwendig ist. Wichtig ist, dass die Partner untereinander geregelt haben, wer wie viel der gemeinsamen Schulden abzahlt. Sie haften nämlich solidarisch.

Bis zu happigen 15 Prozent Zinsen


Rund 90 Prozent der Kreditkartenbesitzer zahlen ihre Monatsrechnung auf einmal. Das lohnt sich auch. Denn die Banken belasten bei Ratenzahlungen Zinsen von bis zu happigen 15 Prozent und reizen damit die gesetzlich erlaubte Höchstverzinsung bis zum Anschlag aus.

«Kartenkunden können innerhalb festgelegter Rahmenbedingungen frei über die Begleichung der Rechnungen in Teilbeträgen entscheiden», sagt Felix Oeschger von der UBS Card Center AG. Dies erschwere die Prüfung der Kreditfähigkeit, die Debitorenkontrolle und das Mahnwesen. Der Aufwand sei im Vergleich zum Konsumkredit höher, versucht er die exorbitanten Zinsen zu legitimieren.

Für den Bargeldbezug – sei es an einem Schalter oder an einem Geldautomaten im In- wie im Ausland – eignet sich die Kreditkarte nur im Notfall: Die Kosten sind viel zu hoch. Zwischen 21⁄2 und vier Prozent schlagen die Kreditkartenunternehmen auf den abgehobenen Betrag. Der Bezug von 2000 Franken kann damit also um bis zu 80 Franken teuer werden (siehe Artikel zum Thema Kreditkarten: «Im Vergleich»).

Die Mindestgebühr beim Griff in die Tasten der Geldautomaten beläuft sich im Inland auf mindestens fünf Franken. Bei Bezügen im Ausland verlangen die meisten Anbieter gar das Doppelte. Nur die Cornèr Bank sowie Postfinance begnügen sich im billigsten Fall mit sechs Franken, und die UBS beschränkt sich auf fünf.

Deutlich höhere Wechselkurse


Wer glaubt, auf Auslandsreisen Wechselgebühren dank der Kreditkarte vermeiden zu können, wird bei Durchsicht der klein gedruckten Geschäftsbestimmungen eines Besseren belehrt. Die Banken halten sich schadlos und rechnen dem Kunden die Beträge in Schweizer Franken zu einem deutlich höheren Wechselkurs um als demjenigen, den die Geldinstitute untereinander verwenden.

Ausser bei der Cornèr Bank kommt zum höheren Umrechnungskurs auch noch eine Gebühr von bis zu zwei Prozent der Kaufsumme hinzu. So entpuppt sich ein in den Ferien erworbenes vermeintliches Schnäppchen zu Hause nur allzu schnell als kostspielige Anschaffung.

© Beobachter Ausgabe 7 vom 01. Apr 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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