Männer-Guetsli
Ein echter Scherzkeks
«For men only» - unter diesem Slogan vermarktet der Trimbacher Guetslibäcker Wernli einen Keks namens Guara.

(Bild: Beo-Digital)
Von Natur aus neugierig, liess es sich der Beobachter nicht nehmen, das Guetsli, das an ein zu klein geratenes Petit Beurre mit dunkler Schokolade erinnert, unter die Lupe zu nehmen. Ist es wirklich «nix für Nixen, Herzchen, Feen, Täubchen und Schätzchen», wie die Werbung behauptet? Was geschieht, wenn Frauen in den Keks beissen? Erkennen Männer Guara? Und vor allem: Schmeckt es ihnen überhaupt?
Nicht jedermanns Sache
Als Testanlage bot sich eine Blindverkostung mit vier weiteren, ähnlich gearteten Guetsli an, und zwar mit denjenigen von Coop, Migros, Aldi sowie dem Unisex-Modell des Guara-Herstellers Wernli. Die bittere Wahrheit: Lediglich zwei der 14 Probanden im Alter zwischen 16 und 64 Jahren erkannten den Keks mit Männlichkeitsanspruch - und assen ihn auch noch gerne. Drei weitere tippten immerhin richtig, mochten ihn aber nicht besonders. Die Hälfte der Urteile war herber als die Schokolade selber: «richtig gruusig», «chemisch», «angereichert mit etwas, um das ich normalerweise einen grossen Bogen mache», «metallischer Beigeschmack». Dem Rest ging Guara völlig am Gaumen vorbei.
Fazit: Die Mehrzahl der Beobachter-Guetslitester hat sich in Sachen Süsswaren nicht als besonders maskulin profiliert. Dafür sparen sie Geld: Guara kostet mit Fr. 7.95 pro 175 Gramm über viermal mehr pro 100 Gramm als das günstigste Guetsli im Test.
Die Beobachter-Redaktorinnen, die den Männerkeks probierten, haben übrigens keinerlei Schaden genommen, vom metallischen Geschmack auf der Zunge einmal abgesehen.
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© Beobachter Ausgabe 23 vom 07. Nov 2007 - Alle Rechte vorbehalten
